Ungewöhnliche Stammbäume visualisieren

Guten Abend miteinander,

Es ist richtig, dass die Übersichtlichkeit bei vielen Querverbindungen leidet. Es ist auch unbestritten, dass für den normalen Gebrauch die Ansicht mit verdoppelten Personen ausreicht bzw. Vorteile birgt.

Wenn ich aber den Implex so visualisieren möchte wie er auftritt bzw. sich auswirkt, muss ich mit nur einem Feld arbeiten können.

Ferner geht es meines Erachtens hier nicht darum, das man eine Funktion/Programm gegen ein anderes ausspielt.

Es sollen die Möglichkeiten erörtert werden die die unterschiedlichen Programme verarbeiten können.

Deshalb möchte ich mich hier generell nicht über Vorteile bzw. Nachteile einzelner Programme austauschen.
Das ist zweifellos ein wichtiger Punkt, aber eben nicht hier in diesem Tread wie ich finde.

Herzlich,
Andreas

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Ich habe mich eben noch einmal mit der Verwendung von Farben bei Ages! beschäftigt. Die Möglichkeiten dort gefallen mir gut. Man kann die Arte der Paarbeziehung farblich kennzeichnen und die Art der Beziehung von Kind zu den Eltern, so dass man hier die uneheliche Beziehung und das Adoptionsverhältnis gut sehen kann.

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Hallo Hermann,
vielen Dank für die freundliche Aufnahme.
Es gibt, wie gesagt, zig Stellschrauben bei der Formatierung von
Ausdrucken mit Ages!.
Ausgehend von Ihren Anregungen habe ich in der beiliegenden Fassung
Folgendes variiert:

  • Personen: Textfarbe + Hintergrund nach Geschlecht
  • Linienstärke 0,5 mm
  • Partnerschaften: verheiratet grün, unbekannt hellgrün
  • Kinder: leiblich blau, adoptiert rot
    Die Familienstruktur kommt m.E. so schon ganz gut zur Geltung. Weiterer
    Feinschliff ist aber möglich.
    Beste Grüße aus Bayern
    Werner

Verwandtschaftsbaum von Diverses Kind des Vater_7.pdf (37.5 KB)

Ah, da hatten wir anscheinend zeitgleich die selbe Idee! Sehr schön! Danke! Habe die Tabelle im GenWiki schon aktualisiert gehabt. Welche Grafikdateiformate kann Ages erzeugen? Ich habe nur eine Testversion und da konnte ich nur einen Screenshot machen.

Ages! kann Diagramme und Listen drucken.
Das Weitere übernimmt dann die Ausstattung des Rechners. Zum Erzeugen von PDF-Dateien nutze ich die pdffactory. Microsofts PrintToPdf tuts aber auch.

Servus,

Kannst du bitte ein Beispiel senden wie sich Ages! mit der Testdatei anstellt?

Bilder aus Ages! sind hier in den Beiträgen #102 und #103 hinterlegt.

Ah ok, sorry!

Hier noch die Version mit yEd. Ich habe ein paar wenige Farben von Hand gesetzt, das meiste geht aber automatisch.


yEd liest GEDCOM-Dateien und kann sehr viele Grafikformate exportieren.

Auch in ChatGPT habe ich die Testdatei eingelesen und die KI gebeten eine Grafik dazu zu erstellen. Die ersten Versuche waren nicht so erfolgreich. Aber manchmal ist ein ganz simpler „Prompt“ besser als alles andere:

Erstelle ein Diagramm mit einem Stammbaum für die Familie, die in der folgenden GEDCOM-Datei beschrieben ist.

0 HEAD
1 SOUR webtrees

Nachdem mir das Diagramm dann zu schwarz/weiß war, noch ein Nachtrag:

Färbe die Kreisflächen entsprechend dem Geschlecht der Person.

Die KI hat eigens dafür etwas programmiert und auch gleich ausgeführt. Und fertig:

Wer weiß, vielleicht sind Genealogieprogramme in der Zukunft nur noch ein rohes Gerüst in das eine KI dynamisch neue Funktionen jeweils auf Wunsch des Nutzers einprogrammiert. Jeder bekommt was und wie er es haben möchte. Zumindest wenn er weiß, was er haben will.

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Das ist zwar ausbaufähig, aber vielversprechend. Ich denke dabei an die ersten massentauglichen Heimcomputer vor gut dreißig Jahren…
Ich denke du wirst recht haben.

Nun die erste Programmaktualisierung auf Grund unserer Aktivitäten hier: Das Modul LIN (Lineage) von webtrees zeigte nicht alle Informationen aus der Testdatei korrekt an. Der Programmierer hat das aber schnell korrigiert. Hier nun die zugehörige Darstellung unserer Testfamilie, wie sie im nächsten Release des Moduls zu sehen sein wird.

Als „Programmierer“ möchte ich mich auch selbst äußern … ich ziehe übrigens den Begriff „Entwickler“ vor …

Wer dieses Modul für solche Situationen nutzen möchte, muss in Kauf nehmen, dass die Erst-Ansicht etwas unübersichtlicher ist:


Die von Hermann dargebotene Ansicht ergibt sich nach entsprechendem Klicken und Ziehen der Personen-Icons. Insofern ist also persönlicher Aufbereitungsaufwand zu leisten. Hat andererseits den Vorteil, dass die Endansicht maximal auf die jeweils gewünschte Aussage hin optimiert werden kann.

Direkt ausdrucken kann man die Ansicht nicht, es gibt eine Export-Option als „freies SVG“ in der Form, dass eine unabhängige HTML-Datei erzeugt wird, welche dann nicht mehr reaktiv ist. Man kann darin allerdings noch nach Belieben zoomen und verschieben. Die könnte um eine selektive Druck-Option ergänzt werden.

Da hier diverse kompetente Teilnehmer engagiert sind, bitte ich um Einschätzungen für diese Frage:

huhwt-LIN ist eine Personen-orientierte Darstellung. Mit huhwt-TAM gibt es eine alternative Familien-orientierte Darstellung. Hier nun stoße ich auf eine Art „inverses Implex“-Problem: Durch die Adoption müsste das „des Vater, Diverses Kind“ in 2 Familien-Kreisen dargestellt werden. Hätte diese Person Nachkommen, müssten diese Zweige dann ebenfalls mehrfach auftauchen … Tatsächlich ergibt sich das Problem in dieser Form gar nicht, da anders als bei den im Thread diskutierten Programmen und Aufbereitungen die Objekte selbst die Informationsträger sind, es ist ein hochgradig dynamisches System und die Knoten/Icons und Verbindungen sind aktive Elemente. Weitere Beziehungen werden immer nur von dem jeweiligen Objekt aus aufgebaut. Zur Zeit schlage ich mich mit dem Problem herum, dass die Person „des Vater, Diverses Kind“ eben nur in einem Familien-Kreis auftaucht, nämlich die Adoptiv-Beziehung - der Kreis der biologischen Familie ist leer. Das ist sinnvoll, denn es ist die im zeitlichen Verlauf letzte relevante Zuordnung und entspricht der biografischen Entwicklung.

Meine aktuelle Präferenz ist, dass ich versuchen werde, im „Biologischen-Familien-Kreis“ eine Art „Schatten-Item“ zu implementieren, von dem dann eventuelle weitere Beziehungen eben nicht ausgehen können.

Das wäre im Gegenzug auch das für mich sinnvolle Vorgehen beim „richtigen“ Implex: Ausgebaut wird die Vorfahren-Linie von der Beziehung aus, welche im zeitlichen Ablauf das früheste Auftreten darstellt. Ist eine solche Person auch in anderen Beziehungen präsent, wird dort ein „Schatten-Item“ mit Verweis/Verlinkung auf den „richtigen“ Ankerpunkt installiert.

Ich bitte um Kommentare und Einschätzungen.

PS: Die Module huhwt-wtlin und huhwt-wttam sind nachgeordnete Module zu huhwt-cce, alles bei GitHub zu finden … huhwt bei GitHub. CCE [„Clippings Cart Enhanced“} ist der erweiterte webtrees-Sammelkorb, in dem man recht gezielt Teilmengen der Personen im Stammbaum auf diversen Wegen abgrenzen kann.

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Wäre das einen Parameter in den Moduleinstellungen wert, um zwischen biografischer oder genealogischer Abstammung zu differenzieren?

Viele Grüße
Peter (Schulz)

Sorry! In Zeiten in denen schon KIs programmieren, sollte ich die Bezeichnung treffender wählen.

Erst dachte ich, dass das das ist, was andere als „Nachfahren-Implex“ bezeichnen. Aber es ist wohl ein neues Problem. Das diverse Kind gehört zu zwei Familien, seiner biologischen Familie und zu seiner Adoptivfamilie. Wenn das diverse Kind heiratet und selber Kinder bekommt, setzt sich das entsprechend fort. Wahrscheinlich würden manche Programme, dann alle diese Nachkommen doppelt aufführen, wenn sie es gut machen, wenigstens mit entsprechenden Querverweisen. Schöner wäre es natürlich ohne Dopplungen der Personen.

Ich habe die Testdatei mal in TAM dargestellt und etwas sortiert, so dass man das von Dir geschilderte Problem sehen kann.

In den leeren Kreis ganz unten in der Mitte gehört eigentlich noch einmal das diverse Kind, in diesem Fall als Bestandteil der biologischen Familie. Ein Weg wäre tatsächlich das Anlegen eines Schatten-Items in dieser Familie mit einer neuen Kategorie von Link zur identischen Person „diverses Kind in der Adoptionsfamilie“. Wahrscheinlich eine gute Lösung. In der GEDCOM haben die beiden Familien „Biologie“ und „Adoption“ eine Reihenfolge, die bedeutet, dass die zuerst aufgeführte Familie die wichtigere ist. Das sollte also dazu dienen zu entscheiden in welcher Familie das Symbol für das Kind steht und in welcher Familie das Schatten-Item steht (also nicht die zeitliche Reihenfolge entscheidet, sondern der Wille des Nutzers indem er die Familien entsprechend sortiert, denn mal mag der Fokus auf der biologischen Familie liegen und ein anders Mal ist diese gegenüber der Adoptivfamilie völlig unbedeutend).

Ich selber bin in der Schule mit Mengenlehre groß geworden, so dass mir noch eine weitere Idee kam. Wie wäre es wenn man die beiden lila Familienkreise ganz unten links und in der Mitte übereinander nagelt und in die Schnittmenge der beiden Kreise das diverse Kind legt? Das ist schwieriger zu programmieren aber intuitiv verständlich und man braucht kein Schatten-Item und keine neue Link-Kategorie. In etwa so:

Wäre eine Möglichkeit, aber das würde dann ja immer die eine gegen die andere Familienart bevorzugen und das auch noch in allen Stammbäumen einer Installation. Aber in meinem Stammbaum will ich vielleicht einmal die biologische und ein anderes Mal die Adoptivfamilie bevorzugen. Daher würde ich es - wie oben geschrieben - bevorzugen, dass die Familienreihenfolge, die durch den Nutzer festgelegt worden ist, bei der Darstellung entscheidet.

PS: es gibt natürlich nicht nur zwei Familienarten. Es gibt auch noch die Pflegefamilie und im Islam die Milchmutter-Familie (Rada). Die Pflegefamilie ist Bestandteil des GEDCOM-Standards, die Rada-Familie wird von webtrees zusätzlich unterstützt. Eine Person kann also in etlichen Familien zu Hause sein, nicht nur in zwei. Und da ist Leihmutterschaft und ähnliches noch gar nicht berücksichtigt. :yum:

Über @Andreas_Sichelstiel erreichte mich die Nachricht, dass er auf eine weitere Dimension angesprochen worden ist. Andreas hat mich gebeten darüber hier zu berichten:

Wir haben hier bisher über genetische Familien (Ahnenforschung) und soziale Familien (Familienforschung) gesprochen, konkret erst einmal die Adoptionsfamilie, aber eben auch die Pflegefamilie (das ist alles in GEDCOM abgedeckt) oder noch weitere Familientypen in anderen Kulturen (die vielleicht in einer nächsten Version des GEDCOM-Standards auftauchen werden). Aber es gibt in GEDCOM noch weitere Beziehungen zwischen Personen, etwa zu Trauzeugen oder Taufpaten, wie man sie manchmal auch in Kirchenbüchern dokumentiert findet und die durchaus auch mal helfen können einen toten Punkt in der Ahnenforschung zu überwinden oder unklare Zusammenhänge aufzuklären. Gibt es Genealogieprogramme, die solche Beziehungen visualisieren können? Erfassen können das hoffentlich die meisten, aber grafisch anzeigen?

Und es gibt ja noch die Möglichkeit weitere Beziehungen (ASSO) in einem Stammbaum zu definieren, etwa die Beziehungen

Gibt es auch noch Genealogieprogramme, die solche sozialen Netze visualisieren können? Mit LIN in webtrees wäre das sicher prinzipiell lösbar. Aber es gibt auch weitere Programme, die hier nützlich sein könnten, zum Beispiel

Meist erfordern solche Tools eine Liste von Knoten und Kanten mit Attributen als Eingabe und dann produzieren sie daraus eine grafische Darstellung. Denkbar wäre es also, dass ein Genealogieprogramm eine solche Liste intern aus den Daten im Stammbaum erzeugt und über einen Webservice diese Informationen in ein Visualisierungstool zur Darstellung schickt. Ist das machbar? Wer machts?

Nachtrag:
Also wenn sich jemand hier dafür interessieren sollte, dann erstelle ich wieder eine kleine Testdatei mit sozialen Beziehungen. Was soll vorkommen? Neben Taufpaten und Trauzeugen fände ich den Anwendungsfall Stipendiaten der Hortich-Stiftung am attraktivsten. Was meinst Du @Silvia_Diessner? Ich bin sicher, dass ChatGPT aus so einer neuen GEDCOM-Testdatei wieder in Null-Komma-Nix eine Grafik zaubern kann.

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[quote=„Hermann_Hartenthaler, post:115, topic:822464“]
In der GEDCOM haben die beiden Familien „Biologie“ und „Adoption“ eine Reihenfolge, die bedeutet, dass die zuerst aufgeführte Familie die wichtigere ist.
[/quote]

Man sollte frei wählen können, welche die „wichtigere“ Verbindung ist bzw. welche Verbindung dargestellt werden soll. So habe ich in meinem Stammbaum z.B. ein Adoptivkind, das auf keinen Fall mit den biologischen Eltern in Verbindung gebracht werden möchte. In dem Fall wäre dann natürlich „Adoption“ die darzustellende Verbindung.

Ich bin dabei. Sag mir wie groß die Testdatei sein soll, und ich schicke sie Dir.

Ich denke schon länger darüber nach, wie ich es grafisch darstellen kann, welcher Stipendiat zu welchem Stifter gehört. Für jeden Stifter eine Farbe geht nicht, da ein Stipendiat von bis zu fünf verschiedenen Stiftern abstammt (Beispiel)
In Webtrees sieht das derzeit so aus:
grafik

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Danke für diesen wichtigen Punkt und das plausible Beispiel, @Ralf.S !

Bei einer graduellen Wichtung würde ich das über die Reihenfolge der Familien lösen, zu der eine Person gehört. Kann man in allen Programmen die Reihenfolge der Familien frei wählen? Bleibt die Reihenfolge bei Import/Export immer erhalten? Diese Funktion ist dann wichtig, wenn in einem Diagramm grundsätzlich nur eine Familie dargestellt werden kann, etwa bei einem Fächerdiagramm.

Das würde ich immer über die Einstellung der Vertraulichkeit (GEDCOM Kennzeichen RESN) lösen. Je nach Berechtigung des auswertenden Nutzers bekommt man dann nur die Adoptionsfamilie zu sehen (Standard) oder alle Familien (Administrator). Ich weiß aber nicht welche Programme außer webtrees das unterstützen, denn dazu muss das Programm auch ein Rollenkonzept anbieten. Der GEDCOM-Standard gibt es her.