Sanddorn wrote:
Da ich irgendwann merkte, dass bestimmte Dateninhalte sowie selbst
definierte Ereignisse meines Genealogieprogramms nicht so transferiert
wurden, wie es eigentlich sein sollte (weil eben das Programm des
empfangenden Forschers den Import nicht entsprechend beherrschte),
Das wird mit XML nicht anders!
Dabei hatte ich die Vorstellung, dass es doch möglich sein müßte, a l l e
Daten eines Datensatzes so in eine entsprechende Datei zu exportieren, dass
mein Gegenüber diese Daten *verlustlos* in sein Programm importieren können
müßte.
Geht nicht.
Wenn ich in meinem Programm Rufnamen unterstütze und versuche, das in Gedcom zu exportieren, scheitert das schon daran, dass Gedcom 5.5 keine Rufnamenkennzeichnug kennt. Also wird irgend eine Krücke genutzt. Wenn das importierende Programm das nicht kennt oder anders macht, gehen Daten verloren.
Auch wenn ein Programm keine selbstdefinierten Ereignisse kennt, werden diese zwangsläufig nicht importiert. Das können wir mit beliebigen anderen Daten fortführen. Da ist zwischen gedcom und XML kein Unterschied.
Das hieß für mich, dass - wenn sein Programm nicht die entsprechenden
Datenfelder wie mein Programm besitzt - er diese Daten trotzdem in
entsprechende Felder übernehmen können muß.
Denk Dir folgendes, Du hast einen Schraubenkasten mit 50 Fächern und alle sind beschriftet. Nunk bekommst Du einen Eimer mit Schrauben, bunt gemischt. Nun fängst Du an, alle Schrauben in die entsprechenden Fächer zu sortieren. Was machst Du, wenn Due eine Schraube findest, für die es kein entsprechendes Fach gibt? Mehr Fächer bekommst Du auch nicht.
Entweder Du schmeißt die Schrauben weg oder sortierst sie an falscher Stelle ein.
So arbeitet der überwiegende Teil der Genealogieprogramme. (soweit mir bekannt)
Mit anderen Worten (so meine Vorstellung): Wenn in seinem Programm ein
Datenfeld nicht vorhanden ist, wo hinein meine Daten transferiert werden
können, dann muß eben programmtechnisch ein solches Feld geschaffen werden.
Und - - es müßte ihm dann die Möglichkeit (aus seinem Programm heraus) zur
Verfügung gestellt werden, diese Felder entsprechend mit Namen zu
bezeichnen.
Sicher geht das. Es gibt sicher auch Programme, die das bieten. Allerdings hats Du dann beim Export nie das, was Du bekommen hast. Wenn ich in meinem Programm keine Tempelcodes anbiete und diese in ein individuelles Ereignis importiere, wird daraus beim Export ein individuelles Ereignis (im Bestfall mit dem Namen "Tempelcode") aber nie das definierte Datenfeld Tempelcode. Warum sollte ich mir die Arbeit machen, in mein Programm etwas einzubauen, was meiner Meinung nach meine Anwender nicht benötigen?
Und dort setzt meine laienhafte Überlegung an. Es müßte doch
programmtechnisch möglich sein, wenn das importierende Programm auf so etwas
stößt, selbst "zu handeln" und ein entsprechendes Datenfeld zu erstellen, in
das diese fremden Daten geschrieben werden können.
Sicher. Meine Mutter hat ein Keramikgefäß, auf dem steht "Reis". Darin sind Briefmarken. Ein Programm kann unbekanntes nicht selbstständig erkennen.
Vielleicht bin ich da ein bißchen zu "blauäugig" und überschätze die
Möglichkeiten der Programmierung.
Doch - wie sagt man so schön : 'nichts ist unmöglich'.
Generell ist sicher vieles davon möglich. Die Frage die bleibt ist: Wer benötigt alles, was möglich ist? Keiner. Der Programmierer soll aber alles was denkbar ist in sein Programm einbauen. Das bezahlt keiner.
Der Großteil der Programme werden von Anwendern benutzt, die einen genau abgegrenzten Bedarf haben. Die wollen keine eilerlegende Wollmilchsau die unübersichtlich und kaum bedienbar ist. Darum gibt es auch heute noch Programme, die keine Möglichkeit zur Quellenangabe haben oder nur die Geburt, Taufe, (eine) Ehe, und Tod kennen. Ok, vieleicht etwas übertrieben.
Und ich könnte mir vorstellen, dass XML sowas leisten kann.
XML leistet nicht mehr als Gedcom zu leisten vermag!
Es gibt aber Programme, die nichts mit Gedcom zu tun haben und XML-Daten einlesen können.
Warum gibt es Textverarbeitungen? Ich kann doch die Texte auch in einer Tabellenkalkulation schreiben.
Es gibt bedarfsorientierte Programme, weil es Sinn macht. So macht es keinen Sinn jede XML in jedes beliebige Programm das XML einlesen kann zu bearbeiten.
Aber vielleicht bin ich ja auch nur ein "Traumtänzer"?
Du bist kein Traumtänzer, Du bist Anwender! Du darfst Dir das wünschen und ich finde es gut, dass Du Dir Gedanken um eine Verbesserung machst. Das Problem ist aber nicht mit XML zu lösen. Meiner Meinung nach.
MfG, Metti.