GEDCOM und XML

Liebe Programmentwickler von Genealogie-Programmen
sowie PAF-User (letztere zur Kenntnis),

m�glicherweise geht der Datenaustausch zwischen Familienforschern mit Hilfe
einer GEDCOM-Datei dem nahen Ende entgegen. In einigen Programmierkreisen
wird bereits dar�ber nachgedacht, den GEDCOM-Standard durch den m�chtigeren
XML-Standard abzul�sen.

Noch ist es nicht soweit (oder zum Teil doch bereits?) - doch Anf�nge sind
gemacht und bereits einigerma�en fortgeschritten.

Selbst die LDS Kirche (Mormonen) soll in ihren h�chsten Kreisen bereits �ber
einen solchen Wechsel nachgedacht haben.

Da erhebt sich f�r den ganz normalen Anwender von Genealogie-Programmen
(insbes. PAF - Personal Ancestral File) die Frage, ob es Datenaustausch aus
bisherigen Genealogieprogrammen parallel mit GEDCOM u n d XML geben wird
oder ob Datenaustausch irgendwann zwischen Programmen, die GEDCOM verwenden,
und Programmen, die XML verwenden, nicht mehr m�glich sein wird (oder
doch?).

Kann man dann sein liebgewordenes Genealogieprogramm, das nur
GEDCOM-Datenaustausch beherrscht, "wegschmei�en"?

Oder wohin f�hrt der k�nftige Weg des Datenaustauschs?

Das sind sicher Fragen, die viele Familienforscher, die Genealogieprogramme
zur Datensammlung verwenden, bewegen und die Datenaustausch mit anderen
Forschern bislang mit Hilfe einer GEDCOM-Datei durchgef�hrt haben.

Einiges �ber die Entwicklung des Datenaustauschs mit Hilfe von XML
(eXtensible Markup Language) kann auf folgender Internetseite nachgelsen
werden:
http://ancestry.com/learn/library/article.aspx?article=3438

Auch folgende Webseite ist h�chst lesenswert, setzt ihr Inhalt f�r den
Datenaustausch keinesfalls eine GEDCOM-Datei voraus:
http://tmg.reigelridge.com/de/Importing.htm
und
http://wiki.genealogy.net/wiki/Computergenealogie/2004/01#TMG_speaks_German

Vielleicht k�nnen die Programmierer von Genealogieprogrammen in unseren
Kreisen ja mal kurz aufzeigen, wie der Stand der Dinge ist und wohin der Weg
bez�glich des Datenaustausches geht bzw. wie er k�nftig realisiert
wird/werden soll.

Viele Gr��e

Heinz (Schlutow)

Hallo Heinz,

XML-Ausgabe ist schon seit Jahren in Dynas-Tree vorhanden und meine S�hne (als Programmierer) nutzen diese Schnittstelle von Anfang an zur vollsten Zufriedenheit.
Leider wird Dynas-Tree nicht mehr gepflegt, was aber einer fortw�hrenden Nutzung nicht im Wege steht :-))

Beste Gr��e Thomas

Sanddorn wrote:

möglicherweise geht der Datenaustausch zwischen Familienforschern mit Hilfe
einer GEDCOM-Datei dem nahen Ende entgegen. In einigen Programmierkreisen
wird bereits darüber nachgedacht, den GEDCOM-Standard durch den mächtigeren
XML-Standard abzulösen.

Woher hast Du diese Information?

Noch ist es nicht soweit (oder zum Teil doch bereits?) - doch Anfänge sind
gemacht und bereits einigermaßen fortgeschritten.

Es gibt Programme, die Gedcom XML unterstützen.

Selbst die LDS Kirche (Mormonen) soll in ihren höchsten Kreisen bereits über
einen solchen Wechsel nachgedacht haben.

Aha. Woher hast Du die Infos?
Meine Informationen sind aus Programmiererkreisen, die Gedcom 5.5.1 erweitert haben wollten. Die LDS hatte kein Interesse. Es wurde daraufhin ein Gdcom 5.5 EL vorgeschlagen und von einigen (deutschsprachigen) Programmen unterstützt.

Fakt ist:
Gedcom 5.5 ist als Definition freigegeben (seit 2. January 1996).
Gedcom 5.5.1 ist als Entwurf vorhanden (seit 2 October 1999) und kam nicht über "Draft" (Entwurf) hinaus.
Gedcom XML liegt ebenfalls als Entwurf vor (seit December 28, 2001).
Aktuelleres ist mir nicht bekannt. Wenn Du genauere Infos hast, bin ich sehr daran interessiert!

Solange eine Definition nicht aus dem Entwurfsstadium heraus ist, ist es kein Standard sondern ein Entwurf und kann durchaus noch gravierende Änderungen erfahren. Gerade, wenn ein Entwurf so alt ist, steht das zu befürchten. Ich werde das also nicht unterstützen.

Da Gedcom sich bereits auf breiter Front durchgesetzt hat, ist es für Genealogieprogramme ein Muss, einen Gedcomim- und -export anzubieten. Diese Routinen sind vorhanden, warum sollte man sie rausschmeißen? Ich werde sie drin lassen, auch wenn etwas neues dazukommt.

Den Vorteil von Gedcom XML kann ich nicht erkennen. Das Problem, dass ein Programm nur eine Teilmenge eines anderen Programms abdeckt haben beide Varianten. So bietet mein Programm z.B. keine Tempelcodes, also werden sie nicht importiert. Man kann sie als Bemerkung einfügen, wird dann beim Export aber nicht als Tempelcode sondern eben als Bemerkung exportiert. Das betrifft alle Programme und alle "Austauschformate".

Welchen Vorteil hat ein Anwender von XML? Die Programme, die es importieren können, sind spärlich gesäht und können ebenfalls Gedcom 5.5.
Warum soll ich mir als Programmierer Arbeit machen, die keiner nutzt und deren Nutzen ich nicht erkenne?

Ich bin gern bereit, mir Deine (und nicht nur die) Argumente für XML anzuhören. Wenn Du es wirklich benötigst und es eingebaut haben möchtest, musst Du mich überzeugen.

Kann man dann sein liebgewordenes Genealogieprogramm, das nur
GEDCOM-Datenaustausch beherrscht, "wegschmeißen"?

Oder wohin führt der künftige Weg des Datenaustauschs?

Das viel größere Problem sehe ich in der Zeit.
Ein Ahnenpass von 1940 kann ohne Hilfsmittel gelesen werden. Wenn man die Schriftzeichen entziffern kann, bekammt man die Daten. CD, DVD und was auch immer kommen mag, kann nicht ohne Computer gelesen werden. Die nötigen Programme und das Betriebssystem muss zum auslesen ebenfalls vorgehalten werden. Von der Haltbarkeit der Daten auf CD, DVD, etc. ganz zu schweigen. Da kann man froh sein, wenn ein frisch gebrannter Rohling auf dem Rechner des Nachbar gelesen werden kann (siehe Grundlagenartikel und Tests der Computerzeitschrift c't).
Ich denke, hier ist in 50 Jahren ein riesiges Informationsloch :frowning:

MfG, Metti.
PS: XML-Export ist schon mit den vorhandenen Möglichkeiten machbar, es nutzt nur keiner (soweit mir bekannt).

Hallo Metti,

ich komme mal direkt �ber Deine eMail-Adresse, weil es hier �ber die Liste
sonst zu langatmig w�rde.
Offensichtlich besteht bei den anderen Programmierern kein gro�es Interesse,
hier �ffentlich dar�ber zu diskutieren (aus verst�ndlichen Gr�nden? -
Betriebsgeheimnis? :wink:
Aber - es ist ja noch Zeit f�r Antworten.

Also bis dann (Ob's heute noch was wird - wir werden sehen).

Gru�

Heinz

-----Urspr�ngliche Nachricht-----

Sanddorn wrote:

m�glicherweise geht der Datenaustausch zwischen Familienforschern mit Hilfe
einer GEDCOM-Datei dem nahen Ende entgegen. In einigen Programmierkreisen
wird bereits dar�ber nachgedacht, den GEDCOM-Standard durch den m�chtigeren
XML-Standard abzul�sen.

Als - mittlerweile schon vor Jahren - der Vorschlag f�r Gedcom 6.0 (die
xml-Variante) in den entsprechenden technischen Mailinglisten ver�ffentlicht
wurde, war die Reaktion ziemlich negativ. So gut wie kein Entwickler zeigte
sich bereit, das neue Format zu unterst�zen.

Letztlich handelt es sich bei Gedcom 6.0 nur um alten Wein in neuen
Schl�uchen. Die Einschr�nkungen des Gedcom-Datenmodells (auf Ergebnisse in
Form von Personen/Familien und nicht den Verlauf der Forschung) bestehen
weiterhin, man h�tte die alten Probleme bei der �bermittlung von
Forschungsergebnissen.

Ein neues Transportformat (dann gerne in xml, da dabei die Verarbeitung und
�berpr�fung viel einfacher ist) macht nur Sinn, wenn es auf einem anderen
Datenmodell basiert und damit einen echten Nutzen (n�mlich die bessere
�bertragung von Forschungen) erm�glicht.

Gru�
Jesper

- --
Jesper Zedlitz E-Mail : jesper@zedlitz.de
                  Homepage : http://www.zedlitz.de
                  ICQ# : 23890711

Sanddorn wrote:

Offensichtlich besteht bei den anderen Programmierern kein großes Interesse,
hier öffentlich darüber zu diskutieren (aus verständlichen Gründen? -
Betriebsgeheimnis? :wink:

Nö, es kostet einige Zeit, wenn man wirklich auf Deine Argumente eingeht. Die hat nicht jeder.

Ich glaube, die meisten warten, bis sich Gedcom XML durchsetzt. Zumal anscheinend noch keine fertige Definition vorliegt.

MfG, Metti.

Jesper Zedlitz wrote:

und damit einen echten Nutzen (nämlich die bessere Übertragung von Forschungen) ermöglicht.

Daran ist die LDS nicht interessiert. Ihr Glaube hat nicht die Genealogische Forschung im Blickfeld, das ist ein Nebeneffekt.

MfG, Metti.

Hallo Thomas,

besten Dank f�r Deinen Beitrag. Das ist h�chst interessant - nur schade,
dass Dynas-Tree nicht weiter gepflegt wird.
So wie ich das nach einigen Recherchen im Internet herausgefunden habe,
werden Genealogieprogramme mit Datenaustausch via XML haupts�chlich in den
USA entwickelt. Bereits jetzt benutzen die beiden Programme FTM (Family Tree
Maker) und TMG (The Master Genealogist) diese Technik.
Auch die LDS Kirche (Mormonen) will f�r k�nftige Entwicklungen haupts�chlich
XML verwenden - wobei sie das Genealogieprogramm PAF (Personal Ancestral
File) nicht weiter entwickeln will, sondern ihre Mittel haupts�chlich f�r
die Digitalisierung von Kirchenb�chern und die Digitalisierung der
bisherigen Speicherungen auf der Webseite 'FamilySearch.org' einsetzen will.

Auch in Deutschland gibt es einige gute Ans�tze mit XML. Doch wird von
verschiedener Seite argumentiert, dass der Datenaustausch �ber GEDCOM nicht
g�nzlich durch XML verdr�ngt werden wird.

Allerdings hat der amerikanisch GEDCOM-Guru Bob Velke verlauten lassen, dass
die Programm-Entwickler viel zu lange den Kopf vor
dieser Entwicklung "in den Sand gesteckt" h�tten.

Man mu� also wohl abwarten, wohin die Entwicklung geht. Ich denke nur, dass
die deutschen Programmentwickler nicht zu lange abwarten sollten, da sonst
der Zug m�glicherweise ohne sie abf�hrt :frowning:

Viele Informationen erh�lt man, wenn man mal den Begriff "Genbridge" in
Google eingibt.

Viele Gr��e

Heinz (Schlutow)

-----Urspr�ngliche Nachricht-----

Sanddorn wrote:

Allerdings hat der amerikanisch GEDCOM-Guru Bob Velke verlauten lassen, dass
die Programm-Entwickler viel zu lange den Kopf vor
dieser Entwicklung "in den Sand gesteckt" hätten.

Verständlicher Weise.
Wer ausser der LDS kann einen neuen Standard freigeben. Kein einzelnes Programm hat derartige Marktmacht, das durchzusetzen. Also wird mn auf die LDS warten und die haben daran kein Interessen.

Man muß also wohl abwarten, wohin die Entwicklung geht. Ich denke nur, dass
die deutschen Programmentwickler nicht zu lange abwarten sollten, da sonst
der Zug möglicherweise ohne sie abfährt :frowning:

Die deutschen Entwickler haben Gedcom 5.5 auf eingen Faust um einige Tags erweitert um zusätzliche Möglichkeiten bieten zu können. Gedcom 5.5 EL hat gegenüber Gedcom XML den Vorteil, dass auch Programme, die nur Gedcom 5.5 bieten/kennen damit keine Probleme haben sollten und der Datenübernahme nichts im Weg stehen sollte.
Gedcom XML muss zusätzlich als separater Import programmiert werden und bietet keinerlei offensichtliche Vorteile.

MfG, Metti.

Stefan Mettenbrink wrote:

Sanddorn wrote:
> Allerdings hat der amerikanisch GEDCOM-Guru Bob Velke verlauten lassen,
> dass die Programm-Entwickler viel zu lange den Kopf vor
> dieser Entwicklung "in den Sand gesteckt" h�tten.

Verst�ndlicher Weise.
Wer ausser der LDS kann einen neuen Standard freigeben. Kein einzelnes
Programm hat derartige Marktmacht, das durchzusetzen. Also wird mn auf
die LDS warten und die haben daran kein Interessen.

Wie Du aber selbst schriebt, haben die LDS gar kein Interesse daran, ein
besseres Transportformat (und Datenmodell) zu entwickeln. Daher m�ssen doch
die Entwickler von Genealogiesoftware selbst aktiv werden.

Die amerikanische "National Genealogical Society" hat z.B. ein sehr gutes
Datenmodell (GENTECH GDM) entworfen, das man als Grundlage eines
Transportformats nehmen k�nnte. Allerdings erfordert es einiges Umdenken, da
sich das Modell doch recht stark vom traditionellen Gedcom-Datenmodell
unterscheidet.

Jesper

- --
Jesper Zedlitz E-Mail : jesper@zedlitz.de
                  Homepage : http://www.zedlitz.de
                  ICQ# : 23890711

Hallo Jesper,

besten Dank f�r Dein Statement zum Thema.

Ich habe die ganze Diskussion �ber die Fortentwickling des GEDCOM-Standards
in den letzten Jahren mitverfolgt. Allerdings ist es in letzter Zeit so
ziemlich ruhig darum geworden.
Wie Du den Inhalten der Links, die ich in meiner Ursprungs-eMail angef�hrt
habe, entnehmen konntest, ist der Datenaustausch wohl auf eine andere Ebene
gehoben worden.
Gerade in den USA wird verst�rkt mit XML gearbeitet.
Dabei m�chte ich ausdr�cklich erw�hnen, dass ich kein Programmierer bin (von
zeitweisen kleineren Projekten f�r den Eigengebrauch mit HTML und VBA
abgesehen).

In der Hauptsache besch�ftige ich mich mit Familienforschung. Dabei lag mir
nat�rlich immer der Datenaustausch mit anderen Forschern am Herzen.
Da ich irgendwann merkte, dass bestimmte Dateninhalte sowie selbst
definierte Ereignisse meines Genealogieprogramms nicht so transferiert
wurden, wie es eigentlich sein sollte (weil eben das Programm des
empfangenden Forschers den Import nicht entsprechend beherrschte),
interessierte ich mich schon daf�r. Allerdings wollte ich mich nicht selbst
soweit fortbilden, dass ich mich auch an der Fortentwicklung des
GEDCOM-Standards beteiligte.

Doch habe ich verschiedenen Programmentwicklern von Genealogieprogrammen
meine Vorstellung von Datenaustausch aus der Sicht des Anwenders dargelegt.
Dabei hatte ich die Vorstellung, dass es doch m�glich sein m��te, a l l e
Daten eines Datensatzes so in eine entsprechende Datei zu exportieren, dass
mein Gegen�ber diese Daten *verlustlos* in sein Programm importieren k�nnen
m��te.
Das hie� f�r mich, dass - wenn sein Programm nicht die entsprechenden
Datenfelder wie mein Programm besitzt - er diese Daten trotzdem in
entsprechende Felder �bernehmen k�nnen mu�.
Mit anderen Worten (so meine Vorstellung): Wenn in seinem Programm ein
Datenfeld nicht vorhanden ist, wo hinein meine Daten transferiert werden
k�nnen, dann mu� eben programmtechnisch ein solches Feld geschaffen werden.
Und - - es m��te ihm dann die M�glichkeit (aus seinem Programm heraus) zur
Verf�gung gestellt werden, diese Felder entsprechend mit Namen zu
bezeichnen.
Beispiel:
Ich habe in meinem Programm ein selbst definiertes Datenfeld "erw�hnt:" (mit
Datumsbereich, Ortsbereich, Beschreibungsbereich sowie
Vertraulichkeitsbereich ja/nein). Darin stehen also Daten, die mein
Gegen�ber
erh�lt.
Nur - was passiert mit diesen Daten? Entweder gehen sie beim Import bei ihm
verloren oder sie werden (im g�nstigsten Falle) in eine Textdatei
geschrieben, von wo er sie umst�ndlich in sein Programm �bernehmen mu�.

Und dort setzt meine laienhafte �berlegung an. Es m��te doch
programmtechnisch m�glich sein, wenn das importierende Programm auf so etwas
st��t, selbst "zu handeln" und ein entsprechendes Datenfeld zu erstellen, in
das diese fremden Daten geschrieben werden k�nnen.
Wie das dann auf dem Bildschirm dargestellt wird, dar�ber m��ten sich dann
die Programmierer weitere Gedanken machen. M�glicherweise durch einen
Hinweis auf einer eingeblendeten Schaltfl�che, die - wenn man draufklickt -
eine weitere Seite einblendet und die fremden Daten zeigt.
Oder wie auch immer.

Vielleicht bin ich da ein bi�chen zu "blau�ugig" und �bersch�tze die
M�glichkeiten der Programmierung.
Doch - wie sagt man so sch�n : 'nichts ist unm�glich'.
Und ich k�nnte mir vorstellen, dass XML sowas leisten kann.
Allerding verhehle ich nicht, dass der Programmieraufwand m�glicherweise
ziemlich hoch ist und dem Programmierer einiges abverlangt.
Oder vielleicht geht sowas auch nur mit Hilfe h�herer Programmiersprachen?

Aber vielleicht bin ich ja auch nur ein "Traumt�nzer"? Will ich gern sein,
wenn mir mal jemand sagen w�rde, das sowas *�berhaupt* nicht zu machen ist.

In diesem Sinne w�nsche ich noch einen sch�nen Abend und

viele Gr��e

Heinz (Schlutow)

-----Urspr�ngliche Nachricht-----

Jesper Zedlitz wrote:

Die amerikanische "National Genealogical Society" hat z.B. ein sehr gutes Datenmodell (GENTECH GDM) entworfen, das man als Grundlage eines Transportformats nehmen könnte.

Genau das ist das Problem. Auf die hört keiner.
Solange sich niemand die Mühe macht, aus der "Grundlage" eine konkrete Definition zu erarbeiten und zu veröffentlichen, kann niemand etwas damit anfangen. Wozu auch?

Wenn eine klare Definition vorliegt, die jeder Interessierte einsehen und nutzen kann, wird sich das nicht durchsetzen. Zu groß sind die Unwägbarkeiten.

MfG, Metti.

Auftrag von Sanddorn 1. November 2006 18:36
Dabei hatte ich die Vorstellung, dass es doch möglich sein
müßte, a l l e Daten eines Datensatzes so in eine
entsprechende Datei zu exportieren, dass mein Gegenüber diese
Daten *verlustlos* in sein Programm importieren können müßte.

Hallo Heinz,

das würde eigentlich voraussetzen, dass alle Programme mit demselben
Datenbankaufbau arbeiten. Da dies nicht der Fall ist und vermutlich auch nie
sein wird, werden immer irgendwelche Daten beim Austausch "unter den Tisch"
fallen.

Rainer (Schönberger)

Sanddorn wrote:

Da ich irgendwann merkte, dass bestimmte Dateninhalte sowie selbst
definierte Ereignisse meines Genealogieprogramms nicht so transferiert
wurden, wie es eigentlich sein sollte (weil eben das Programm des
empfangenden Forschers den Import nicht entsprechend beherrschte),

Das wird mit XML nicht anders!

Dabei hatte ich die Vorstellung, dass es doch möglich sein müßte, a l l e
Daten eines Datensatzes so in eine entsprechende Datei zu exportieren, dass
mein Gegenüber diese Daten *verlustlos* in sein Programm importieren können
müßte.

Geht nicht.
Wenn ich in meinem Programm Rufnamen unterstütze und versuche, das in Gedcom zu exportieren, scheitert das schon daran, dass Gedcom 5.5 keine Rufnamenkennzeichnug kennt. Also wird irgend eine Krücke genutzt. Wenn das importierende Programm das nicht kennt oder anders macht, gehen Daten verloren.

Auch wenn ein Programm keine selbstdefinierten Ereignisse kennt, werden diese zwangsläufig nicht importiert. Das können wir mit beliebigen anderen Daten fortführen. Da ist zwischen gedcom und XML kein Unterschied.

Das hieß für mich, dass - wenn sein Programm nicht die entsprechenden
Datenfelder wie mein Programm besitzt - er diese Daten trotzdem in
entsprechende Felder übernehmen können muß.

Denk Dir folgendes, Du hast einen Schraubenkasten mit 50 Fächern und alle sind beschriftet. Nunk bekommst Du einen Eimer mit Schrauben, bunt gemischt. Nun fängst Du an, alle Schrauben in die entsprechenden Fächer zu sortieren. Was machst Du, wenn Due eine Schraube findest, für die es kein entsprechendes Fach gibt? Mehr Fächer bekommst Du auch nicht.
Entweder Du schmeißt die Schrauben weg oder sortierst sie an falscher Stelle ein.
So arbeitet der überwiegende Teil der Genealogieprogramme. (soweit mir bekannt)

Mit anderen Worten (so meine Vorstellung): Wenn in seinem Programm ein
Datenfeld nicht vorhanden ist, wo hinein meine Daten transferiert werden
können, dann muß eben programmtechnisch ein solches Feld geschaffen werden.
Und - - es müßte ihm dann die Möglichkeit (aus seinem Programm heraus) zur
Verfügung gestellt werden, diese Felder entsprechend mit Namen zu
bezeichnen.

Sicher geht das. Es gibt sicher auch Programme, die das bieten. Allerdings hats Du dann beim Export nie das, was Du bekommen hast. Wenn ich in meinem Programm keine Tempelcodes anbiete und diese in ein individuelles Ereignis importiere, wird daraus beim Export ein individuelles Ereignis (im Bestfall mit dem Namen "Tempelcode") aber nie das definierte Datenfeld Tempelcode. Warum sollte ich mir die Arbeit machen, in mein Programm etwas einzubauen, was meiner Meinung nach meine Anwender nicht benötigen?

Und dort setzt meine laienhafte Überlegung an. Es müßte doch
programmtechnisch möglich sein, wenn das importierende Programm auf so etwas
stößt, selbst "zu handeln" und ein entsprechendes Datenfeld zu erstellen, in
das diese fremden Daten geschrieben werden können.

Sicher. Meine Mutter hat ein Keramikgefäß, auf dem steht "Reis". Darin sind Briefmarken. Ein Programm kann unbekanntes nicht selbstständig erkennen.

Vielleicht bin ich da ein bißchen zu "blauäugig" und überschätze die
Möglichkeiten der Programmierung.
Doch - wie sagt man so schön : 'nichts ist unmöglich'.

Generell ist sicher vieles davon möglich. Die Frage die bleibt ist: Wer benötigt alles, was möglich ist? Keiner. Der Programmierer soll aber alles was denkbar ist in sein Programm einbauen. Das bezahlt keiner.

Der Großteil der Programme werden von Anwendern benutzt, die einen genau abgegrenzten Bedarf haben. Die wollen keine eilerlegende Wollmilchsau die unübersichtlich und kaum bedienbar ist. Darum gibt es auch heute noch Programme, die keine Möglichkeit zur Quellenangabe haben oder nur die Geburt, Taufe, (eine) Ehe, und Tod kennen. Ok, vieleicht etwas übertrieben.

Und ich könnte mir vorstellen, dass XML sowas leisten kann.

XML leistet nicht mehr als Gedcom zu leisten vermag!
Es gibt aber Programme, die nichts mit Gedcom zu tun haben und XML-Daten einlesen können.
Warum gibt es Textverarbeitungen? Ich kann doch die Texte auch in einer Tabellenkalkulation schreiben.
Es gibt bedarfsorientierte Programme, weil es Sinn macht. So macht es keinen Sinn jede XML in jedes beliebige Programm das XML einlesen kann zu bearbeiten.

Aber vielleicht bin ich ja auch nur ein "Traumtänzer"?

Du bist kein Traumtänzer, Du bist Anwender! Du darfst Dir das wünschen und ich finde es gut, dass Du Dir Gedanken um eine Verbesserung machst. Das Problem ist aber nicht mit XML zu lösen. Meiner Meinung nach.

MfG, Metti.

Rainer Schönberger wrote:

das würde eigentlich voraussetzen, dass alle Programme mit demselben
Datenbankaufbau arbeiten.

Warum? Weil jedes Auto denselben Motor unter der Haube hat?

MfG, Metti.

Das hie� f�r mich, dass - wenn sein Programm nicht die entsprechenden
Datenfelder wie mein Programm besitzt - er diese Daten trotzdem in
entsprechende Felder �bernehmen k�nnen mu�.

wie w�rs mit:
Das importierende Programm analysiert den Datenstrom
Der Datenstrom besteht aus Datens�tzen.
Diese sind relational miteinander verkn�pft.
Die Relationen sind Bestandteil des Datenstroms.

F�r "unbekannte" Relationen, Datens�tze, Felder
werden einfach konsistent entsprechende gebildet,
und diese mit jeweils fortlaufenden Bezeichnern beschrieben.

Der Anwender benennt nach dem Import die neuen Bezeichner mit einem ihm sinnvoll erscheinenden Begriff.

Im Werkzeugkastenbeispiel:
Es ist eher ein Besteckkasteneinsatz, das System mit den beliebig erg�nzbaren Kleinbeh�ltern - und die lassen sich nat�rlich auch beliebig beschriften.

relationale Datenbanksprachen k�nnen sowas...

Gruss,
Markus

> das würde eigentlich voraussetzen, dass alle Programme mit
> demselben Datenbankaufbau arbeiten.

Warum? Weil jedes Auto denselben Motor unter der Haube hat?

Hallo Metti,

für einen hundertprozentigen Datenaustausch benötigt man identische
Datenbanken oder Satzbeschreibungen. Wenn ein Programm ein Datenfeld mehr
hat, werden diese Daten zwar ex- aber nicht importiert. Deine Aussage mit
den 50 Schraubenfächern habe ich zumindest genauso verstanden, vielleicht
drücke ich mich auch missverständlich aus.

Rainer (Schönberger)

Markus Bärlocher wrote:

relationale Datenbanksprachen können sowas...

Damit bin ich raus. Mein Programm nutzt keine Datenbank.

MfG, Metti.

Rainer Schönberger wrote:

das würde eigentlich voraussetzen, dass alle Programme mit demselben Datenbankaufbau arbeiten.

Warum? Weil jedes Auto denselben Motor unter der Haube hat?

Hallo Metti,

für einen hundertprozentigen Datenaustausch benötigt man identische
Datenbanken oder Satzbeschreibungen. Wenn ein Programm ein Datenfeld mehr
hat, werden diese Daten zwar ex- aber nicht importiert. Deine Aussage mit
den 50 Schraubenfächern habe ich zumindest genauso verstanden, vielleicht
drücke ich mich auch missverständlich aus.

Ich verstand es so, dass Du angenommen hast, alle Programe hätten deinen identischen Datenbankaufbau.

MfG, Metti.

Stefan Mettenbrink schrieb:

Damit bin ich raus. Mein Programm nutzt keine Datenbank.

ich auch, mangels fundierter Kenntnisse.
Aber eine relationale DB mit XML - w�re glaub eine gute Perspektive...

Gruss,
Markus