GEDCOM und XML

Markus Bärlocher wrote:

Aber eine relationale DB mit XML - wäre glaub eine gute Perspektive...

Meine Kenntnisse von Datenbanken sind begrenzt, ich wage dennoch die Behauptung, eine relationale Datenbank (und nicht nur realtionale) haben keinen zwingenden Zusammenhang mit XML.

Kann mir jetzt mal endlich jemand erklären, wozu XML für genealogische Daten so unbedingt erforderlich sein sollen?
Mich nervt es langsam, dass alle XML haben wollen aber keiner konkret erläutert, was er damit anstellen möchte und welchen Vorteil das gegenüber dem bisherigen Gedcom 5.5 haben soll.

Ich erkenne keinen Vorteil.

MfG, Metti.

relationale Datenbanksprachen k�nnen sowas...

Hallo Markus,
genau damit arbeitet Gen_Plus.
Und das klappt mit Gedcom wunderbar, wenn.............

Die Felder richtig beschrieben sind und von mir vorgesehen.
Es gibt n�mlich auch noch einen Ausdruck. Und da sollte ja auch alles an der
richtigen Stelle stehen.

Mit deinem Bescheckeins�tzen verglichen bek�mst Du dann eine Tranchiergabel
f�r die Suppe.

Das hat aber nichts mit Gedcom oder XML zu tun, das liegt einfach daran, das
der Computer keine Ahnung von Genealogie hat. Das mit der Gabel wird ja
dadurch verhindert, dass derjenige der das Besteck holt, we� wof�r es
gebraucht wird.

Und wenn ich dei einem Kellener, der nur grichisch spricht, bestelle, ist es
egal ob ich russisch oder englisch spreche, er wird mich nicht verstehen.

Wenn ein Programm eine Information nicht unterbringen kann, ist es egal ob
die Information in Gedcom oder XML vorliegt.

Aber wenn mir einer einen einzigen Vorteil von XML gegen�ber Gedcom nennen
kann, bin ich sofort bereit, mit der Programierug zu beginnen.

Viele Gr�sse

Gisbert (Berwe)

Gisbert Berwe wrote:

Aber wenn mir einer einen einzigen Vorteil von XML gegenüber Gedcom nennen
kann, bin ich sofort bereit, mit der Programierug zu beginnen.

Ich warte auch schon :frowning:

MfG, Metti.

Hallo Markus,

besten Dank f�r Deinen Beitrag.

So oder so �hnlich habe ich mir das (in meiner ziemlichen Unbedarftheit)
vorgestellt.
Endlich mal jemand, der mich versteht :-))
Du hast das so richtig herzerfrischens kurz dargestellt. Wer von den
Programmentwicklern sich das Wort f�r Wort zu Gem�te f�hrt, wird erkennen,
dass sich dahinter ein ziemlicher Programmieraufwand verbirgt :slight_smile:

Allerdings - wie man das realisiert - davon verstehe ich zu wenig.

Manch einer der Genealogie-Programm-Entwickler wird nat�rlich jetzt sagen:
F�r so etwas ben�tigt man eine separate Datenbank bzw. ein neues
Datenbankmodell.
Doch ich k�nnte mir vorstellen, das man daf�r so etwas wie das relationale
Datenbanksystem MS ACCESS oder etwas �hnliches benutzen k�nnte - wie Du am
Schlu� Deiner eMail erw�hntest.
Eine solche Datenbank kann in der Weise compiliert werden, dass sie von
anderen nicht so ohne Weiteres ver�ndert werden kann.
Auslesen kann man die einzelnen Speicher-Felder aber doch.

Ich habe mich vor langer Zeit (zu Beginn meiner Ahnenforschert�tigkeit) mal
mit MS ACCESS besch�ftigt. Ich habe damit ein vollst�ndiges
Genealogie-Programm erstellt mit
Formularen
Berichten
Makros
Modulen usw.

Daher wei� ich auch, dass es in der integrierten Makrosprache VBA auch
Funktionen wie "CreateObject" zur Erstellung eines neuen Objekts eines
bestimmten Typs gibt.
Ferner gibt es eine Funktion "GetObject" , mit der man ein Objekt aus einer
Datei laden und vermutlich auch dessen Inhalt in eine Variable und von dort
in ein vorhandenes Objekt transferieren kann.
Ich habe das allerdings nie ausprobiert.

Ich habe das Arbeiten mit diesem System sehr bald aufgegeben, weil ich ohne
das zu ACCESS geh�rige SDK Entwicklerkit nicht besa�, um einen
GEDCOM-Export/Import zu realisieren.
Und ohne eine solche Funktion konnte ich damals keine Daten mit anderen
Forschern austauschen. Seit der Zeit benutze ich PAF :slight_smile:

Sanddorn schrieb:

Hallo Markus,

besten Dank f�r Deinen Beitrag.

So oder so �hnlich habe ich mir das (in meiner ziemlichen Unbedarftheit)
vorgestellt.
Endlich mal jemand, der mich versteht :-))
Du hast das so richtig herzerfrischens kurz dargestellt. Wer von den
Programmentwicklern sich das Wort f�r Wort zu Gem�te f�hrt, wird erkennen,
dass sich dahinter ein ziemlicher Programmieraufwand verbirgt :slight_smile:

Allerdings - wie man das realisiert - davon verstehe ich zu wenig.

Manch einer der Genealogie-Programm-Entwickler wird nat�rlich jetzt sagen:
F�r so etwas ben�tigt man eine separate Datenbank bzw. ein neues
Datenbankmodell.
Doch ich k�nnte mir vorstellen, das man daf�r so etwas wie das relationale
Datenbanksystem MS ACCESS oder etwas �hnliches benutzen k�nnte - wie Du am
Schlu� Deiner eMail erw�hntest.
  

Hallo Sanddorn und weitere Diskutanten.

Ich bin, was Programmierung angeht, quasi Laie.
Nach meiner Erfahrung sollte man sich in Bezug
auf Datenbanken nicht von z.B. Access abh�ngig
machen, sondern eine m�glichst neutrale Plattform
w�hlen. Ansonsten hat man bez. der Kompatibilit�t
der verschiedenen Versionen m�glicherweise Probleme !
Desweiteren verfolge ich die Diskussion mit gro�em Interesse.

Hallo Gisbert und Metti,

ob nun XML gegen�ber GEDCOM einen Vorteil hat, vermag ich nicht zu beurteilen.
Vielleicht geht es darum auch gar nicht. Wir Deutschen h�ngen m�glicherweise zu sehr am GEDCOM-Datenaustausch.
Ich wei� es nicht.
Meiner Meinung nach geht es *�berhaupt* um die Verwendung von XML, und dass XML wohl die Zukunft geh�rt.

Dazu siehe mal auf dieser Internetseite:
http://de.selfhtml.org/xml/intro.htm

Wenn im Zusammenhang mit der Einstellung des PAF-Genealogieprogramms durch die LDS Kirche und dem Bestand amerikanischer Genealogie-Software auf XML-Basis der GEDCOM-Datenaustausch nur noch in Deutschland "hochgehalten" wird obwohl die amerikanische Software genealogische Daten bereits mit der GenBridge-Technologie (unter Umgehung einer GEDCOM-Datei) austauscht, dann k�nnen wir das Thema ja hier ganz gut beenden :wink:
Dann ist n�mlich die ganze Diskussion "f�r die Katz" und - wir machen so weiter, wie bisher. Bis dann mal einer der Programm-Entwickler "vorprescht" und die anderen hinterherhecheln :wink:

Ich meine:
Wir sollten uns nicht �ber Vor- und Nachteile von XML oder GEDCOM-Datenaustausch unterhalten, sondern dar�ber, wie man es mit Hilfe der Programmierung (mit welcher Programmiersprache und welchem Datenbankmodell auch immer) schaffen kann, Genealogie-Daten "verlustfrei" (bzw. verlustarm) von einem Genealogieprogramm zum anderen transferieren kann.

Viele Gr��e

Heinz (Schlutow)

-----Urspr�ngliche Nachricht-----

Hallo Heinz,
irgendwie wird die Diskussion langweilig.
Einige Leute, die immerwieder betonen von programmirung keine Ahnung zu
haben, bringen immer mal wieder XML zur Sprache.

Jetzt kommt noch GenBridge dazu.

GenBridge habe ich schon lange um z.B. Daten von GenProfi, aber auch
etlichen anderenProgrammen ohne brauchbare Gedcom-Schnittstelle zu
�bernehmen.
Das setzt eine genaue Kenntnis der jeweiligen Datenbank vorraus.

Das Problem ist aber nicht die Daten�bertragung wie es hier immer wieder
dargestellt wird.

Das Problem (und das ist unl�sbar) sind die unterschiedlichen Programme und
deren Aufnahmef�higkeiten.

Um es mit einem Beispiel deutlich zu machem:
Wenn ich mit einem 30 Tonner voll Sand von A nach B fahre und da den Sand in
einen Golf lade und nach C fahre, muss ich in B einen grossen Teil Sand
zur�ck lassen. Auch wenn ich in C wieder auf einen LKW umsteige, ist der
Sand immer noch in B (oder weg).
Dabei spielt es �berhaupt keine Rolle ob ich in B mit einen Bagger
(GenBridge) oder mit der Sch�ppe (Gedcom) umlade.

Viele Gr�sse

Gisbert (Berwe)

Gr�ss Dich Gisbert,

ist ja schon witzig mit diesen Analogien...

Es gibt nat�rlich keine "festen" Besteckseinsatz-Teile.
Sie sind nicht nur lose und in vielf�ltiger Gr�sse und in beliebiger Zahl, sondern sie werden immer und nur f�r den gerade aktuellen Bedarf "erzeugt" (und verschwinden r�ckstandslos, wenn grad kein Bedarf ist).

Wenn also so ein "langes spitzes Ding" kommt, dann "denkt" das System: aha, vielleicht eine Tranchiergabel? und macht entsprechende Beh�lter mit der Aufschrift: "vielleicht eine Tranchiergabel?" oder so �hnlich.

Und wenn in dem Haus �blich ist, dass immer wenn bei einer Mahlzeit eine Tranchiergabel eingesetzt wird, dass dann automatisch an den Pl�tzen der G�ste die Messer durch Steakmesser ausgetauscht werden, dann macht das System automatisch schon mal eine Verbindung zu den Steakmessern (und zu den leeren Beh�ltern f�r normale Messer).

Den ultinationalen Kellnern steht nat�rlich jederzeit ein eigenes Beschriftungssystem zur Verf�gung. Und falls die Gerichte Chinesisch sind, verschwinden alle Messer und vorne liegen daf�r St�bchen und L�ffel. Und die Speisekarte ist jeweils eine andere, je nachdem ob auf dem Stuhl ein Muslime oder ein Vegetarier platz nimmt.

So, genug der Geschichten...

XML ist in obigem Beispiel einfach ein besonders geeignetes Material f�r die Beh�lter (und kann gleichzeitig noch die Beschreibung der Beh�lter enthalten, ein bisschen wie die verschlungene und komplexe DNS in der Zelle).

Gedcom hingegen ist ein Versuch, die DNS zu "strecken" und das Ganze in ewig langen Aneinanderreihungen zu beschreiben, und zwar nicht nur die Inhalte, sondern auch gleich noch die Struktur und die einzelnen Beziehungen der Inhalte untereinander. Und wehe, wenn da in der langen Kette irgendwo etwas durcheinanderkommt oder anders ist als es das lesende Programm erwartet...

In einem relationalen Modell werden Inhalte, Beziehungen und Strukturen konsequent getrennt.

So nun klinke ich mich hier wieder aus und �berlasse den Fachleuten das Feld.

Mit herzlichem Gruss,
Markus

Gisbert Berwe schrieb:

Hallo Heinz, irgendwie wird die Diskussion langweilig.

[...]

Sanddorn wrote:

Ich denke aber, dass man solche Dinge auch anders realisieren kann - z.B.
mit XML oder vielleicht doch mit "C"?

XML ist keine Programmiersprache sonderen eine Textdatei mit besonderem Aufbau.

Dieses Genealogie-Programm hat bereits heute die Fähigkeit, Daten aus vielen
anderen Genealogie-Programmen direkt auszulesen.

Klar, weil es des Aufbau der Daten kennt (entweder beim Programmhersteller erfragt oder selber erarbeitet) und entsprechende Routinen eingebaut hat. Das kann im Prinzip jeder Programmierer. Nur wozu, wenn es ein definiertes Austauschformat gibt?

Und das (soweit ich weiß) mit Hilfe von XML.

Nein.
XML hat damit nichts zu tun.
Es mag allenfalls sein, dass deren GenBridge Laderoutinen der entsprechenden Programme enthält und als Ergebnis eine XML-Datei erzeugt. Genausogut könnten sie auch eine Gedcomdatei erstellen.

Doch möglicherweise beherrschen diese Programme ja neben der
Genbridge-Technologie auch noch GEDCOM.

Die besagten Programme kennen möglicherweise die GenBidge gar nicht, nötig ist es jedenfalls nicht. GenBidge ist nicht einmal ein Standard. Das ist etwas, was sich eine Firma ausgedacht hat und vermarktet. Womit ich kein Problem habe.
Es aber als Weg der Zukunft zu erklären, halte ich für völligen Nonsens. GenBridge hat dieselbe Problem wie Gedcom. Sie fallen nur nicht auf, weil nur wenige Programme/Programmformate unterstützt werden. Diese haben dann auch keine Funktionen, die in TMG nicht vorhanden sind. So fallen die Probleme auch nicht auf.

Im übrigen bietet GenBridge keinen Export. Wie willst Du da einen Austausch erreichen?

Und - was in den Staaten machbar ist, müßte man doch hier auch mal versuchen
zu realisieren.

Was ist denn da machbar?
Der Programmierer baut Laderoutinen anderer Programme ins Programm. Toll. Hatte ich auch schon. Was bringt das? Ist doch alles eine Einbahnstraße.

Noch ein par Sätze zur relationalen Datenbank MS ACCESS:
Aus dieser Datenbank kann man den Inhalt der Datenfelder in einer Textdatei
speichern.
Es müßte sodann möglich sein, aus dieser Textdatei (die ja einer
GEDCOM-Datei ähnlich ist) in andere Genealogie-Programme zu importieren.

Klar.
Bieten viele als Excel- oder CSV-Import (und Export) an.

Insofern wären wir wieder bei XML.

Erklär mir doch mal den großen Vorteil von XML und was davon nicht mit Gedcom 5.5 machbar ist.

MfG, Metti.

PS: Da Du immer TMG erwähnst, habe ich mir kurz die Demo angesehen. Der Gedcomexport kann kein UNICODE, lediglich ANSEL entspricht der Gedcomdefinitio, IBM-PC und ANSI sind sogar definitif nicht erlaubt. Ansel hilt nur, wenn man keine Zeichen benötigt, die in Ansel nicht vorkommen. Wie soll man damit einen vernünftigen Datenaustausch hinbekommen?
Beim Import funktioniert anscheinend auch nur ANSEL (ANSI und IBM-PC habe ich nicht getestet)

Mich wundert nicht, dass die Hersteller für den Import zusätzliche Möglichkeiten bieten.

Ich habe eine Person mit einem Rufnamen versehen und beim Export zugegebenermaßen auf eine Krücke zurückgegriffen, die aber viele deutsch Programme beherrschen. Der Rufname ist in _ (Unterstrich) gefasst. TMG kennt das nicht und importiert "fehlerhaft".

Damit möchte ich sagen, auch TMG kann nicht raten, was gemenit ist, wenn es das nicht weiß. Immer wenn unbenakkte Daten auftauchen kommt es zu Problemen. Mal Kleinere mal Größere. Da hilft werder GenBidge noch XML sondern nur eine gute Definition und der Wille der Programmierer diese umzusetzen. Wenn ich aber sehe, wie wenig Genealogieprogramme sich an die Gedomdefinition halten (allein schon bei der Zeichenkodierung, s.o.) und kaum Unicode unterstützen, sehe ich hier noch einen weiten, steinigen Weg.

Moin Jesper Zedlitz,

zur Mail vom Wed, 1 Nov 2006 08:03:48 +0100:

Die Einschr�nkungen des Gedcom-Datenmodells (auf Ergebnisse in
Form von Personen/Familien und nicht den Verlauf der Forschung)

Das gr��te Problem zu Beginn der Datenverarbeitung war die Diskrepanz
zwischen Anwender und Programmentwickler. Der "Systemanalytiker" wurde
geboren. Dies sieht mir hier �hnlich aus. F�r den Informatiker mag die
Dokumentation des Forschungsverlaufs das Nonplusultra sein; f�r den
Genealogen stehen die Personen/Familien im Vordergrund und das
"Datenmodell" hat sich danach zu richten.

Forschungsverlauf? Wo ist das Problem? Man kann jede Person mit x
Geburtsdaten versehen, zu jedem eine Quelle und zu jeder Quelle eine
Wertung angeben (das Gedcom-Tag QUAY [CERTAINTY_ASSESSMENT] existiert...).
Es gibt keinen Grund, deswegen Gedcom gegen XML oder ein anderes
Datenmodell zu tauschen.

Die zwei bekannten Haken bleiben bestehen: nicht jedes Programm
implementiert 100 %ig (wobei es auch noch Interpretationsunterschiede geben
mag) und Gedcom wird vom "Erfinder" nicht fortgef�hrt - und kein Wechsel zu
irgendetwas anderem wird per se beides �ndern...

Gru�
Gerd (Schmerse)

Moin Sanddorn,
     ^^^^^^^^[Tip: vollst�ndigen Namen im Mailprogramm eintragen!]

zur Mail vom Thu, 2 Nov 2006 11:26:14 +0100:

Wenn im Zusammenhang mit der Einstellung des PAF-Genealogieprogramms durch
die LDS Kirche und dem Bestand amerikanischer Genealogie-Software auf
XML-Basis der GEDCOM-Datenaustausch nur noch in Deutschland "hochgehalten"
wird obwohl die amerikanische Software genealogische Daten bereits mit der
GenBridge-Technologie (unter Umgehung einer GEDCOM-Datei) austauscht,

Was ist "die amerikanische Software"?
Z.B. bei Brother's Keeper, von einem (nicht "den") Mormonen erstellt, ist
von einer Abwendung von Gedcom nichts zu sp�ren und wird nach meiner
Einsch�tzung auch nicht kommen.

Gru�
Gerd (Schmerse)

wmaeschig wrote:

Nach meiner Erfahrung sollte man sich in Bezug
auf Datenbanken nicht von z.B. Access abhängig
machen, sondern eine möglichst neutrale Plattform
wählen. Ansonsten hat man bez. der Kompatibilität
der verschiedenen Versionen möglicherweise Probleme !

Die Datenbank als Unterbau ist für einen Datenaustausch unerheblich. Es werden Textdateien mit definiertem Aufbau ausgetauscht.

MfG, Metti.

Sanddorn wrote:

wie man es mit Hilfe der Programmierung (mit welcher Programmiersprache und welchem Datenbankmodell auch immer) schaffen kann, Genealogie-Daten "verlustfrei" (bzw. verlustarm) von einem Genealogieprogramm zum anderen transferieren kann.

Gern. Ich sehe aber keine Möglichkeit.

MfG, Metti.

Gisbert Berwe wrote:

Um es mit einem Beispiel deutlich zu machem:
Wenn ich mit einem 30 Tonner voll Sand von A nach B fahre und da den Sand in
einen Golf lade und nach C fahre, muss ich in B einen grossen Teil Sand
zurück lassen. Auch wenn ich in C wieder auf einen LKW umsteige, ist der
Sand immer noch in B (oder weg).
Dabei spielt es überhaupt keine Rolle ob ich in B mit einen Bagger
(GenBridge) oder mit der Schüppe (Gedcom) umlade.

Sehr schön :slight_smile:
Gefällt mir, die Anschauung.

MfG, Metti.

Markus Bärlocher wrote:

XML ist in obigem Beispiel einfach ein besonders geeignetes Material für die Behälter (und kann gleichzeitig noch die Beschreibung der Behälter enthalten, ein bisschen wie die verschlungene und komplexe DNS in der Zelle).

Gedcom hingegen ist ein Versuch, die DNS zu "strecken" und das Ganze in ewig langen Aneinanderreihungen zu beschreiben, und zwar nicht nur die Inhalte, sondern auch gleich noch die Struktur und die einzelnen Beziehungen der Inhalte untereinander. Und wehe, wenn da in der langen Kette irgendwo etwas durcheinanderkommt oder anders ist als es das lesende Programm erwartet...

Hier kann ich Dir Recht geben.
XML macht es schöner und anders. Die Probleme bleiben. Auch wenn Du sie nicht siehst.

MfG, Metti.

Gerd Schmerse wrote:

>Die Einschr�nkungen des Gedcom-Datenmodells (auf Ergebnisse in
>Form von Personen/Familien und nicht den Verlauf der Forschung)

Das gr��te Problem zu Beginn der Datenverarbeitung war die Diskrepanz
zwischen Anwender und Programmentwickler. Der "Systemanalytiker" wurde
geboren. Dies sieht mir hier �hnlich aus. F�r den Informatiker mag die
Dokumentation des Forschungsverlaufs das Nonplusultra sein;

Als Informatiker ist mir v�llig egal, mit welchem Datenmodell ich arbeite. Die
Einschr�nkungen des dem Transportformat "Gedcom" zugrunde liegenden
Datenmodells f�llt einem nur auf, wenn man ziemlich viel Erfahrung mit
Genealogie hat - eben als "Systemanalytiker".

f�r den Genealogen stehen die Personen/Familien im Vordergrund

F�r den Hobbygenealogen, der seine eigenen Vorfahren h�bsch aufschreiben will,
ja. Ganz anders sieht es z.B. bei Ortsfamilienb�chern aus. Da hat man eine
gewisse Menge von belegbaren Informationen ("Kleinfamilien"). Die Kombination
zu gr��eren Familienzusammenh�ngen ist eine Denkleistung des Erfassers und
mu� klar dokumentiert werden.

das "Datenmodell" hat sich danach zu richten.

Leider hat sich das traditionelle Datenmodell so in den K�pfen "eingebrannt",
da� man es als ganz nat�rlich empfindet. Wenn man sich etwas mit dem auf
Informationen/Vermutungen basierenden Modell besch�ftigt hat, merkt man, da�
das viel eher der Forschungspraxis entspricht.

Forschungsverlauf? Wo ist das Problem? Man kann jede Person mit x
Geburtsdaten versehen, zu jedem eine Quelle und zu jeder Quelle eine
Wertung angeben (das Gedcom-Tag QUAY [CERTAINTY_ASSESSMENT] existiert...).

Bei Informationen zu einer Person mag man damit weiterkommen. Wie willst Du
aber die Vermutung dokumentieren, da� sich zwei Eintr�ge auf die selbe Person
beziehen?

Praktisches Beispiel (aus dem evangelischen Kirchenbuch Seitendorf, Kreis
Jauer, Schlesien):
Es gibt dort mehrere Eintr�ge zu "Johann Christoph OPITZ", sowohl Heirats als
auch Geburtseintr�ge. Als Frauen werden "Anna", "Rosina" und "Anna Rosina"
genannt. Baue ich hieraus Familienzusammenh�nge auf, ist es meine eigene
Interpretation, welche Eintr�ge ich zu einer Person zusammenf�hre. Und genau
diese Vermutungen (auch die negativen!) m�ssen f�r eine wissenschaftliche
Forschung vern�nftig dokumentiert werden. Am besten versieht man jede
Vermutung gleich mit einem Kommentar, warum man sich so entschieden hat
("Kann unm�glich in diesem Taufeintrag gemeint sein, da er schon im vorigen
Jahr gestorben ist.").

Gru�
Jesper

- --
Jesper Zedlitz E-Mail : jesper@zedlitz.de
                  Homepage : http://www.zedlitz.de
                  ICQ# : 23890711

Markus Bärlocher wrote:

Wenn also so ein "langes spitzes Ding" kommt, dann "denkt" das System: aha, vielleicht eine Tranchiergabel? und macht entsprechende Behälter mit der Aufschrift: "vielleicht eine Tranchiergabel?" oder so ähnlich.

Das Problem ist, Programme denken nicht.

Das Programm bekommt estwas unbekanntes und packt es in ein leeres Fach. Im Idealfall steht noch irgendwo, wie das Teil heißt, dann kommt ein entsprechender Zettel ans Fach.

Konkret:
Mein Programm kennt das Tag TEMP für den Tempelcode nicht. Also könnte ich beim Import ein Datenfeld erzeugen, den Tempelcode einfügen und mit "TEMP" beschriften. Der Anwender kann das nach belieben in "Tempelcode" ändern.
Beim Export hat das Programm aber noch immer keine Ahnung, wie Tempelcodes exportiert werden. Es kann allenfals das mit "Tempelcode" beschriftete Datenfeld als individuelles Ereignis exportieren.
Beim Import in das nächste Programm wird der ursprüngliche Tempelcode dann aber als individuelles Ereignis importiert, obwohl hier möglciherweise Tempelcodes vorgesehen sind.

Das Problem ist, das Programm muss alles kennen um alles richtig umsetzen zu können. Das bietet kein Programm. Sobald aber ein Programm nicht mitspielt gehen Daten verloren. Immer.

MfG, Metti.

Gr�ss Dich Metti,

ich bin ein Freund von guten Bildern!

Um es mit einem Beispiel deutlich zu machem:
Wenn ich mit einem 30 Tonner voll Sand von A nach B fahre und da den Sand in
einen Golf lade und nach C fahre, muss ich in B einen grossen Teil Sand
zur�ck lassen. Auch wenn ich in C wieder auf einen LKW umsteige, ist der
Sand immer noch in B (oder weg).
Dabei spielt es �berhaupt keine Rolle ob ich in B mit einen Bagger
(GenBridge) oder mit der Sch�ppe (Gedcom) umlade.

Die Rechner haben (Hard- und Softwarem�ssig) in den letzten Jahren ja einiges dazugewonnen...
Der "Sand" ist aber immer noch derselbe.

Zuerst hat man alles auf riesige Lochkartenstapel gepackt, dann in endlose Gedcom-Textdateien, und heute (oder wenigstens morgen) w�ren doch relationale Modelle m�glich?! (ok, Gedcom war ja bereits ein Versuch, Beziehungen abzubilden).

Wie w�rs mit einem flexiblen Fuhrpark und einem kreativen Logistik-Team, die gemeinsam in der Lage sind nicht nur die jeweils erforderliche Sandmenge von A nach C zu bringen, sondern auch noch gleich die Bauarbeiter und die Bauleitung?

Fr�her gab es nur hierarchische Modelle mit starren Datenstrukturen.
Heute kann alles mit jedem verkn�pft werden. Und die Datenstrukturen k�nnen je nach Bedarf "just-in-time" erzeugt werden.

Den Daten m�ssen dann nat�rlich neben den Inhalten auch die Datenstruktur und die Relationen mitgegeben werden.

Ein kreatives Analysetool m�sste damit zurechtkommen...

Und das relationale Modell gibt dann genau die Verkn�pfungs- und Historievarianten her, die der Forscher je nach Aufgabenstellung flexibel ben�tigt.

Mit herzlichem Gruss,
Markus

Hallo Marcus,

jetzt kommen wir der Sache schon n�her.

Und da ist ja das Problem.
Eine relationale Datenbank hat Gen_Plus schon immer (seit 14 Jahren).

Und damit ist flexibilit�t kein Problen.

Gen_Plus ist aber nicht das billigste Programm.

Und auch nicht das einzige.

Da einige Leute nur einen Golf (PAF) haben, bleibt der Sand eben liegen.

Es gibt eben keinen Lastwagen zum Preis eines Golf und seinen Anspruchen an
Verbrauch und Parkfl�che.

Und das hat alles nichts mit Gedcom oder XML zu tun. Und auch nicht mit der
verwendeten Datenbank.

Viele Gr�sse

Gisbert (Berwe)