Hallo Bernhard,
als ursprünglicher Initiator dieses Threads möchte ich mich dann doch noch mal zu Wort melden. Vorweg: als jemand, der bereits in den 80ern Informatik studiert hat und seitdem als IT-Berater seine Brötchen verdient, dürfte ich kaum als technik- oder fortschrittsfeindlich durchgehen. Und als jemand, der selber mal Vorsitzender eines Vereins war, habe ich keinerlei Interesse daran, als weitgehend inaktives Mitglied auf einen engagierten Vorstand einzudreschen.
Dennoch: gerade Deine E-Mails stoßen mir so sauer auf, dass ich sie nicht unkommentiert stehen lassen möchte.
Zunächst wurde behauptet, die Zustellung eigener E-Mails sei für Mailinglisten völlig ungewöhnlich. Was nachweislich nicht stimmt - siehe gerade auch diverse CompGen-eigene Mailinglisten, beispielsweise eine gewisse Compgend-L. Sowie buchstäblich alle Mailinglisten außerhalb von CompGen, auf denen ich jemals etwas geschrieben habe - und das sind sehr viele.
Dann hieß es sinngemäß: braucht man doch gar nicht. Abgesehen davon, dass ich schon für mich selber entscheide, was ich für meinen Workflow brauche - ich leite mir Mailinglisten in eigene Folder um und möchte dort alles an einem Ort haben - sind es ja doch einige Personen neben mir, die diese Funktionalität vermissen. Übrigens nicht nur hier, sonder auch im Entwicklerforum von Discourse - da wurde dieser Wunsch auch schon geäußert. Und: innerhalb von Discourse werden einem die eigenen Nachrichten ja auch angezeigt - könnte man ja weglassen, wenn das wirklich so überflüssig wäre.
Aktuell wiederum heißt es: gibt doch zahlreiche Workarounds für das Problem. Abgesehen davon, dass alle bisher hier aufgezeigten Workarounds wirken wie von hinten durch die Brust ins Auge, bin ich mir nicht sicher, ob es tatsächlich einen funktionierenden Workaround gibt. Ich habe nicht alles im Detail verfolgt, aber nach meinem Eindruck gab es doch bis zuletzt immer noch irgendwelche Probleme.
Dass sich der eine oder die andere bei diesem Diskussionsverlauf nicht so ganz ernstgenommen fühlt, kann ich jedenfalls durchaus nachvollziehen.
Den Spruch finde ich an dieser Stelle recht sinnbefreit. Mein Auto kann auch viel, viel mehr als mein Fahrrad. In die Stadt fahre ich aber trotzdem mit dem Fahrrad, weil ich damit schneller bin und immer einen nahegelegenen Parkplatz finde. Es gilt, das richtige Werkzeug für den richtigen Zweck zu finden.
Discourse ist eine Forensoftware. Foren erfüllen in Teilen einen ähnlichen Zweck wie Mailinglisten. Es gibt bereits diverse genealogische Foren, in einigen bin ich Mitglied. Ich fand Mailinglisten immer erheblich besser. Zum einen bevorzuge ich das Push- gegenüber dem Pull-Prinzip, zum anderen bin ich mit Mailinglisten einfach viel schneller. Foren sind für mich ein deutlicher Rückschritt. Mir geht es um Inhalte, fast immer in Textform, auf bunte Avatare und Like-Buttons kann ich gut verzichten.
Discourse nimmt darüber hinaus für sich in Anspruch, auch Funktionen zur Verwaltung von Mailinglisten bereitzustellen. Was aber, nach allem was ich bisher sehe, einfach um einiges schlechter funktioniert als bei den gängigen Mailinglisten. Für mich stellt sich die Situation so dar, dass ich nicht umhin komme, doch ins Forum reinschauen zu müssen, wenn ich auf ein Posting/einen Thread antworten möchte. Und dann ist Discourse auch nichts weiter als ein Forum mit Benachrichtigungsfunktion per E-Mail. Sprich: für mich ein Ärgernis.
Viele Grüße
Norbert