Zug aus Strehlen

Hallo liebe listigen Listies hier,

gibt es irgendjemanden, der sich an einen Zug von Strehlen im August (9.August?) 1946 errinnert? Es befanden sich nur Vertriebene in dem Zug. Mein Vater muss darin gewesen sein und meine Tante hat nur einmal erzählt, dass in diesem Zug so viele geschrieen hätten..... wohl Verwundetete..... meint meine Tante... wer weiß mehr? Über Informationen dazu wäre ich sehr dankbar....
Und wer kann mir eigentlich erzählen, wie es war als Polen in das Land kamen und die Deutschen vertrieben wurden? Meine Familie hat eigentlich nie darüber geredet...
Viele Grüße hier an alle... ich finde die Liste wunderbar... Silke

Hallo Silke,

ich bin zwar kein Zeitzeuge, aber forsche auch seit drei Jahren u.a. alles was mit dem Geburtsort meines Vaters STREHLEN zu tun hat. Ich war im letzten Jahr auch selbst in Strehlen um mal zu sehen wie und wo meine Familie lebt hat. Als einzige Zeitzeugen leben noch seine Schwester, also meine Tante, die auch damals, wahrscheinlich am 7. oder 8. August aus Strehlen vertrieben und mit dem Zug nach Hagen in Westfahlen gebracht wurden. Meine Großeltern eine weitere Tante, und meine Mutter, die auch alle mit dabei waren, leben leider nicht mehr. Meine Schwester war erst drei Jahre alt und weiß natürlich nichts mehr. Aber sie haben viel erzählt.... wie es ihnen erging nachdem die Polen kamen und auch wie sie die letzten Stunden vor der Abfahrt vom Bahnhof Strehlen erlebt haben. Durch meine Forschungsarbeit habe ich einiges an Schrifttum gelesen, dass auch von anderen Zeitzeugen die Vertreibung aus dem Kreis Strehlen beschreibt. Im Heimatblatt des Kreises Strehlen und Ohlau wurden oftmals Erlebnisberichte veröffentlicht. Es gibt auch Listen der Vertriebenentransporte aus Strehlen unter: http://petertscherny.pe.funpic.de/strehlen/vertreibung-strehlen.pdf Wenn du mehr und Genaueres erfahren möchtest, dann teile es mir einfach mit. Aus welchem Ort war dein Vater und deine Tante? Wo war der Zielbahnhof ?

Viele Grüße

Bernd (Burghardt)

Hallo Bernd,
Du erw�hntest Schrifttum �ber Ohlau. Falls Du mal etwas liest �ber die Zeit nach dem Krieg in Ohlau, das w�rde mich sehr interessieren.
Meine Gro�eltern BLASCHKE besa�en ein Haus in der Hospitalstra�e. Von der
Flucht zur�ck gekehrt, kamen sie nicht mehr in ihr Haus. Vor ca. 10 Jahren
suchte ich Ohlau auf. Da war gerade der Chefarzt des Hospitals gestorben.
Er lebte die ganzen Jahre - mit allen M�beln der BLASCHKES - all die Jahre
in der Villa. Ich war ein halbes Jahr zu sp�t gekommen.
Die Gro�eltern sind gleich im ersten Winter, im Dez. 1945 verhungert und
erfroren in einer Baracke. Sie waren noch keine 70 Jahre alt. Vielleicht
schreibt mal jemand �ber dieser Monate in Ohlau, oder hat es bereits getan. Ich wei� auch nicht, wie die Menschen verscharrt wurden. Jemand hat
meiner Mutter erz�hlt, da� meine Gro�mutter ihren toten Mann mit einem
Handwagen zum Friedhof gefahren hat.
Vielleicht hast Du gelesen, dass ich eine Foto von einem Grabstein in
Schweidnitz erhalten habe. Diese Bertha BLASCHKE geb. STR�UBIG war die
Mutter meines Gro�vaters Richard BLASCHKE.
Freundliche Gr��e
Anita (ROGGE geb. BAUM aus Espelkamp)
�brigens wurde das Haus, als ich in Ohlau war, gerade als Bordell umgebaut.

-------- Original-Nachricht --------

Hallo Bernd,

gerne w�rde ich mehr erfahren. Meine Familie kam aus Sch�nfeld (bei Markt Bohrau). Der Zug, wenn ich die richtigen Informationen dazu habe, sollte wohl nach Delmenhorst gehen, wurde dann aber kurzfristig nach Nordenham umgeleitet. Warum, wei� ich leider nicht.
Hast du evtl. noch mehr Infos dar�ber?
Gru�
Silke

Hallo Silke,

kennst du das schon? http://wroclaw.hydral.com.pl/1808,miasto.html
Über die Vertriebenen Transporte ab Strehlen kenn ich nur die Listen von Peter Tscherny (s.Link der vorh. Email) und das was mir meine
Tante erzählt hat. In den Heimatblättern wurde viel darüber geschrieben. In der Martin-Opitz-Bibliothek in Herne sind die Heimatblätter komplett archiviert, aber nicht mehr ausleihbar, sondern nur einsehbar. Da ich regelmäßig dort bin, werde ich noch mal gezielt nach Erlebnisberichten suchen.

Ich hoffe, dass Mitleser hier noch mehr helfen können.

Viele Grüße

Bernd

Hallo Bernd,
vielen Dank f�r die Infos. Die Liesten der Vertriebenentransporte von Peter Tscherny kannte ich noch nicht, allerdings �hnliche Seiten im Netz. Ich glaube, die Familie meines Vaters kam mit dem Zug vom 8.August 1946. Als Zielort war eigentlich Herne vorgesehen, der Zug wurde dann aber umgeleitet bis nach Nordenham. Ich muss meine Tante nochmal fragen, vielleicht erinnert die sich noch an etwas.
Gru�
Silke

Hallo Silke,
lt. Manfred Krautwald war die Vertreibung aus Sch�nfeld am 10. Mai 1946.
So viel ich wei�, kamen sehr viele Liebauer nach Delmenhorst.
Viele Gr��e
    Ursula (Paul)

Silke Schienke schrieb:

Hallo Ursula,
vielen Dank f�r die Info. Dann habe ich mich wahrscheinlich versehen. Wei�t du, wie es dann von Delmenhorst aus weiterging? Wie ist dann die Familie meines Vaters in Nordenham gelandet? Ich muss nochmal versuchen etwas aus meiner Tante heraus zu bekommen. Das einzige, was ich genau weiss, ist, dass mein Vater und meine Oma vorgegangen waren um die Lage zu "checken". Die drei kleineren Kinder lie�en sie bei den Eltern meiner Oma in Heidersdorf. Als sie zur�ck kamen und sie holen wollten, waren sie nicht mehr da. Die Eltern meiner Oma mussten in der Zwischenzeit auch weiterziehen. Somit hatten sie sich verloren. Irgendwo fanden sie sich aber wieder. Es gab immer sehr viel Streit in der Familie hier�ber, meinem Vater wurde immer vorgeworfen, er und meine Oma h�tten alleine "abhauen" wollen und die drei Kleinen bewu�t zur�ck gelassen. Aber das war nicht so, eigentlich wollten sie die drei Kleinen nur vor Gefahren besch�tzen.
Gru�
Silke

Hallo Liste, ich bin seid kurzem im Besitz �ber einen Bericht und einer Namenliste der Verstorbenen des o.g. Transportes. Der Zug ist am 17.12.1946 von Breslau �ber Kohlfurt, Hoyerwerda, Magdeburg, Marienborn, Hameln bis B�ckburg gefahren. Der Zug kam am 23.12.1946 in B�ckeburg an. Es waren 1543 Schlesier, die in Breslau (Stadt und Kreis) und Umgebung (Kreis Neumarkt), gewohnt haben. Die Verstorbenen sind auf den Jetenburger Friedhof in B�ckeburg beerdigt worden. Hier ein Link dazu:

http://www.geschichtsatlas.de/~ga27/friedhof2.htm

Hier die ersten 25 Namen aus der Liste:

GEPPERT Berta geb. NEUMANN * 19.6.1879 � 23.12.1946
HILLER Bertha geb. GR�NDER * 4.8.1873 � 23.12.1946
STRETTER Ernst * 26.7.1886 � 23.12.1946
NOWAK Luise geb. ?, 82 Jahre alt � 25.12.1946
KLUGE Alfred * 7.2.1882 � 24.12.1946
RABSCH Karoline geb. PETER * 4.12.1868 � 26.12.1946
K�NZEL Pauline geb. ? *17.2.1868 � 28.12.1946
MEI�NER Ernst *15.12.1877 � 29.12.1946
MATZNER Franz * 23.10.1872 � 01.05.1947
MANJA Karl Hermann * 30.10.1888 � 24.03.1947
MATZKE Berta geb.? * 5.7.1882 � 24.12.1946
FABIG Anna geb. MOSCH * 10.7.1864 � 25.12.1946
ENDRICH Gertrud geb. H�NEL * 19.6.1876 � 28.12.1946
K�NIG Ernestine geb. BAIER * 10.9.1859 � 27.12.1946 (meine Urgro�mutter)
DEMUTH Johanne geb. FUNKE * ??? � 24.12.1946
GRO�ER Hannelore * 10.7.1946 � 23.12.1946
HOPPE Reinhard * 1.8.1946 � 24.12.1946
NIEDRIG Paul * ??? � 25.12.1946
TANNAPFEL Karl * 15.6.1870 � 28.12.1946
KOCH Georg * ??? � 29.12.1946
ERTELT Maria * 6.12.1886 (ledig) � 06.01.1947
FROMBERGER Oskar Reinhold * 25.10.1882 � 04.01.1947
KLOTZ Paul * 7.3.1874 � 08.01.1047
REINKE Gerhard * 25.11.1926 � 09.01.1947
SONNABEND Martha geb. ? * ??? � 12.01.1947

Die Namenliste besteht aus 57 Eintr�gen. Es sind keine Geburtsorte mit angegeben. Anhand des Berichtes habe ich den Todesort meiner Urgro�mutter erfahren. Wer n�heres zum Bericht des Transportes wissen m�chte bitte mailen.

Viele Gr��e aus Duisburg Norbert (Bartsch)
       
Dauersuche :
Familienname Schlesien: BARTSCH, K�NIG, J�HNEL, WEISS, GEBAUER, POKRYWKA oder �hnliche Schreibweise
Niederschlesien Orte: Brieg, B�rzdorf/Kreis Brieg, Lossen/Kreis Brieg, Gro� Jenkwitz/Kreis Brieg, Paulau/Kreis Brieg, Konradswaldau/Kreis Brieg, Breslau, Schmellwitz/Kreis Neumarkt, Klein Bresa/ Kreis Neumarkt, Sadewitz ab 1937 Schill/Kreis Breslau, Klein Schottgau/ Kreis Breslau

Familienname Ostpreu�en: FARO�, FAROSS, FAHROS, VOLKMANN, HAUSTEIN, TOLKSDORF,
oder �hnliche Schreibweise
Ostpreu�en Orte:
Wormditt, Mehlsack, Sonnwalde, Krickhausen, Heinrikau, alle Kreis Braunsberg

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Hallo Gudrun,

in dem Buch "Das Fl�chtlingslager Mariental (1945 - 1947) und die
                    Vertriebenentransporte aus Schlesien (1946 - 1947)"
                    von Rolf Volkmann, ISBN-Nr. 3-00-001801-8
                    zum Preise von EURO 11,50 + EURO 1,40 = EURO 12,90
sind viele Transporte eingetragen. Dieses Buch liegt mir vor.

Es sind lediglich Transporte - wohl haupts�chlich mit Z�gen - eingetragen. Ich kann nur feststellen, aus welchem Ort die Transporte kamen, wohin sie weitergeleitet und wieviel Personen es waren. Namen sind hier nicht aufgef�hrt. Es liegen aber 345 Transportlisten beim:

                    Staatsarchiv Wolfenb�ttel
                    Forstweg 2, D-38302 Wolfenb�ttel
                    Telefon: (05331) 935-0
                    Fax: (05331) 935-211
                    E-Mail: Wolfenbuettel@nla.niedersachsen.de
                                http://www.nla.niedersachsen.de/

Ich hoffe geholfen zu haben und auch, da� ich alles richtig abgetippt habe.

Gru� aus Wuppertal
Eckhard (* 1940 in Breslau)
eckhard-klepka@versanet.de