Hallo,
die dritte Ehe meines Ahnherrn Hans/Johann Glentzing/Glenzing aus Seekirch ist mit der Witwe Catharina Hess. Lese ich das richtig, “mit Thoma Bayers von Ahlen seel. zue Biberach Hexerey halber gericht worden, Hinderlassener Wittib Katharina Hessin,”, …
Zu “männlichen” Hexenopfern in Biberach habe ich nichts gefunden, hat jemand dazu Informationen?
Die 4. Ehefrau war dann die Anna Kudußin (mein Beitrag vor ein paar Tagen)
Viele Grüße
Steffi
http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=6-532435-147
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Hallo Steffi,
kann dazu nur beitragen dass der Scharfrichter zu der Zeit in Biberach der Johann Georg Deubler war.
Grüße
Rolf
Es liest sich so, wie Du geschrieben hast.
Gruß von Peter
Von meinem/meiner Galaxy gesendet
Hallo Steffi,
der Prozess um “Thoman Bayer” aus Ahlen wird auch in Martin Loth (Hg.), Der Hospital zum Heiligen Geist in Biberach. Gegenwart und Geschichte, Biberach 1997, S. 163f, behandelt. Habe mir vor Jahren mal den Literaturverweis notiert, das Buch selbst aber gerade leider nicht zur Hand - vielleicht hat ja jemand aus der Oberschwabengruppe darauf Zugriff.
Viele Grüße
Daniel
Danke, Daniel,
Hi Steffi,
ich hätte das Buch (selbstverständlich)
Beste Grüße
Wolfgang Merk
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Hallo an alle und vielen Dank,
die Familie Deubler habe ich in mehreren Publikationen zum Thema Scharfrichter/Abdecker gefunden.
Was mich halt gewundert hat, ist die Witwe eines “Hexers” nicht auch mit einem Makel behaftet? Wer sollte so eine Frau heiraten? Vermutlich hat sie doch etwas Geld mitgebracht, anders kann ich mir das nicht erklären.
Den Litereturhinweis werde ich verfolgen.
Viele Grüße
Steffi
Hallo Steffi,
die Eheleute der wegen Hexerei angeklagten und verurteilten waren nicht zwangsweise auch mit einem Makel behaftet. Viele von den Ehegatten der wegen Hexerei verurteilten und hingerichteten haben wieder geheiratet.
Dasselbe gilt ja auch für verurteilte und vom Scharfrichter hingerichteten Personen.
Halte am 9. Juni in Kempten über die dortigen Scharfrichter einen Vortrag.
Grüße Rolf
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Hallo nochmals,
dir Rolf einen erfolgreichen Vortrag in Kempten, ein durchaus interessantes Thema.
Zum Abschluss noch, die Catharina Hess brachte ja eine Tochter Mariam Bürckhin/Birckhin PDT8-56W mit nach Seekirch, unter der Heiratsabrede noch ein Hinweis auf den Vater Hans Buerckh.
Diese Tochter hat dann von Seekirch nach Tiefenbach geheiratet, also 1658 Einzug nach Seekirch mit ihrer Mutter, 1664 Abzug nach Tiefenbach, wieder ein Protokoll mit dem (Stief-)Vater Hans Glenzing (mit Verweis auf das frühere Protokoll). Die Pfarrei bleibt die gleiche (Seekirch) aber die Herrschaft wechselt mit dem Abzug nach Tiefenbach.
@Wolfgang_Merk danke für die Scans der 3 Seiten, damit konnte ich das Sterbedatum des Thoma Bayer auf ca. Mai/Juni 1657 festlegen. Leider wird kein genaues Datum genannt.
Im Sterberegister Biberach gibt es keinen Eintrag - wurden solche Opfer ausserhalb des Friedhofs ohne Eintrag in das Sterberegister “verscharrt”? In Ahlen beginnen die KB erst 1663, also zu spät für einen evtl. vorhandenen Eintrag.
VG
Steffi
Hallo Steffi,
ich fürchte, die Delinquenten wurden nicht einmal verscharrt. In den Amtsprotokollen der Herrschaft Schemmerberg sind ein paar Hinrichtungen überliefert.
Ein Bursche aus Altheim, der in Ingerkingen vom Bauer erwischt wurde wie er sich mit dem Vieh vergnügte wurde vom Gericht zum Tod durch Verbrennen verurteilt. Das Urteil wurde noch ein wenig abgemildert, er wurde vor dem Verbrennen erdrosselt. Seinen “Mittätern” (aus heutiger Sicht seinen Opfern) gings nicht so gut. Mit ihm landeten einige Kühe und Schafe auf dem Scheiterhaufen.
Einige andere Delinquenten wurden vom Scharfrichter misshandelt und anschließend geköpft. Was mit deren leiblichen Überresten geschah erschließt sich vielleicht aus einem weiteren Eintrag. Ende des 18. Jahrhunderts zeigte sich die Schemmerberger Pflege sehr erbost weil vom Äpfinger Galgen die Köpfe von Hingerichteten von den dort aufgestellten Pfählen entwendet worden waren. Da zuvor im ganzen 18. Jahrhundert nur eine Handvoll Einträge zu Hinrichtungen in den Protokollen zu finden sind, vemute ich, dass die Köpfe zum Teil schon Jahrzehnte auf den Pfählen steckten.
Selbstmörder verscharrte der örtliche Totengräber an einer versteckten Stelle im Ried.
Die Scharfrichter verdienten ihren Unterhalt wohl nur zum geringsten Teil mit Folter und Hinrichtung. Der Großteil ihrer Einkünfte stammte aus dem Abdecken, also dem Entsorgen von Kadavern verendeter Tiere.
VG
Walter (Grimm)
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