ZDF Wilhelm II

So/Mo, 25. Okt � 00:40-02:45 � ZDF
"Majest�t brauchen Sonne - Wilhelm II."

Film von Peter Schamoni

Beschreibung
Sprecher: Mario Adorf, Otto Sander "Majest�t brauchen Sonne" war ein gefl�geltes Wort am Hofe Wilhelm II., des letzten deutschen Kaisers. Wenn seine Majest�t auf Reisen ging, Denkm�ler einweihte oder Paraden abnahm, hatte Kaiserwetter zu herrschen. Aus gutem Grund. Nur bei Sonne lie� sich der wilhelminische Glanz und Prunk von Fotografen und Kameram�nnern ins rechte Licht setzen. Und da der Kaiser die Selbstdarstellung �ber alles liebte, sind seine Person und seine �ffentlichen Auftritte auf Gem�lden, Fotos und in bewegten Bildern des fr�hen Stummfilms vielfach festgehalten. So entstanden im Laufe der Jahre Zeitdokumente von hohem historischen Rang und zugleich - zumindest im Auge des heutigen Betrachters - von erheblichem Unterhaltungswert; denn nicht nur die kaiserlichen Repr�sentationspflichten wie Paraden, Man�ver, Schiffstaufen, Denkmalent- h�llungen und Staatsempf�nge, sondern auch seine privaten Liebhabereien wie Jagden, Segelregatten, Feste auf seiner "Hohenzollern"-Yacht oder auch arch�ologische Ausgrabungen auf Korfu wurden filmisch "verewigt". Nicht nur im Inland, auch im Ausland war der reisefreudige Kaiser regelm��ig unterwegs. Neben pomp�sen Staatsbesuchen kreuzte er mit seiner Gro�yacht "Hohenzollern" wochen- und monatelang in den nordischen Fjorden unter der Mitternachtssonne oder in den warmen Gefilden des Mittelmeeres. Majest�t brauchten eben Sonne, und es versteht sich, dass auch die kaiserlichen Ausfl�ge au�er Landes auf Film gebannt wurden. Selbst noch nach seiner erzwungenen Abdankung infolge des verlorenen Krieges lie� er sich bei seiner Lieblingsbesch�ftigung ausgiebig filmen - dem Zers�gen und Kleinmachen von B�umen, die er einen nach dem anderen im Park des von ihm erworbenen und mit Requisiten seiner Glanzzeit angef�llten "Huis Doorn" in den Jahren seines holl�ndischen Exils f�llen lie�. Peter Schamoni hat die filmhistorisch einzigartigen Zeitdokumente behutsam heutigem Sehempfinden angepasst, um Neuaufnahmen an den historischen Schaupl�tzen erg�nzt, dem Kaiser mit Originalzitaten aus dessen autobiografischen Schriften eine Stimme gegeben und das alte wie neue Material zum facettenreichen und vielschichtigen Portr�t einer bis heute umstrittenen Pers�nlichkeit zusammengef�gt. Ohne die problematischen Seiten von Wilhelm II., insbesondere seinen Anteil am Zustandekommen des Ersten Weltkrieges zu unterschlagen, enth�lt sich der Film bei aller ironischen Distanz jeder �blichen Karikierung, ebenso einer falschen Verherrlichung. Er vertraut auf die entlarvende und aufkl�rerische Wirkung der Bilder - mal komisch, mal l�cherlich oder gar absurd - gelegentlich aber auch von einem verf�hrerischen Zauber, wie er sich etwa beim Betrachter jenes einmaligen Farbfilmdokuments von 1913 einstellt, das eine strahlende Kaisermetropole zeigt anl�sslich der Verm�hlung der einzigen Tochter von Wilhelm II. Peter Schamoni l�sst eine Welt lebendig werden, die im Gesch�tzdonner des Ersten Weltkriegs unterging, auch wenn der Kaiser selbst in seinem holl�ndischen Exil noch gute zwanzig Jahre weiterlebte und dort 1941 im hohen Alter von 82 Jahren friedlich starb - in einer Zeit, da ganz Europa ein zweites Mal in Flammen stand. F�r den mit dem ZDF koproduzierten Film �ber den letzten deutschen Kaiser erhielt Peter Schamoni als Produzent den Bayerischen Filmpreis 1999. Das ZDF zeigt "Majest�t brauchen Sonne" in der gegen�ber der Kinofassung um 30 Minuten l�ngeren Originalversion. Sendel�nge: 126 Minuten Gemeinschaftsproduktion Spielfilm/Fernsehen

Vielen Dank, Lutz, f�r diesen geschichtlich interessanten Hinweis.

Es ist nur zu hoffen, dass der Film nicht an der Legende weiterstrickt, Deutschland oder der Kaiser h�tten den 1. WK begonnen. Der (ZDF?-) Text legt das ein wenig nahe.

Gru�
Rolf-Peter

Ich sehe gerade, da� der Film auch im Internet abgerufen werden kann.
http://video.google.de/videoplay?docid=3525062273716533528#

Hallo "listige" MitforscherInnen,

zur Erg�nzung von Auswandererdaten (nicht die Daten selbst !) bzw. den jeweiligen Auswandererschiffen sind folgende (englischsprachigen) Publikationen online:

     - New-York Marine Register
         Jg. 1857 + 1858
     - American Lloyd's Register of American and Foreign Shipping
         ("Amerikanisches Lloyd's Allgemeines Register", gegr. 1857)
         Jg. 1859 - 1883
     - Record of American and Foreign Shipping
         (gegr. 1867 und hrsg. von der "American Shipmasters' Association")
         Jg. 1871 - 1900 (Jg. 1880 fehlt)

Link: Items – Collections & Research

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Aufgabe eines solchen Registers war es (und ist es auch heute noch):
"Zur Eintragung aller Klasser von Amerikanische Hafen besuchenden Schiffen, zur Bestimmung ihrer Qualification fur Waarentransport auf jeder Reise und die comercielle Transactionen bei Chartirung von Schiffen zu erleichtern damit der Transit sicherer werde. Damit die Eigenthumer den wahren seemannischen Wert irhes Schiffes kennen und auch die Assecuranzen ihre Pr�mien auf einer unpartheischen und zuverl�ssigen Basis errechnen k�nnen." <sic>
(American Lloyd's Universal Standard Record Of Shipping, New York 1870, S. (iv) /
American Lloyd’s Register of American and Foreign Shipping 1870 – Collections & Research - Intro, Scan 006)

Unter
             http://library.mysticseaport.org/ere/oselect.cfm?category1=PHOTOGRAPHS
gibt's ein Bildarchiv (darunter Bilder bekannter Auswandererschiffe wie "Aller", "Eider", "Ems", "Elbe", "Saale", "Werra", etc.)

PS:
Die Bibliothek ist Teil von "Mystic Seaport: The Museum of America and the Sea" in Mystic, Connecticut (nord�stl. von New York, etwa genau in der Mitte zwischen New York und Boston). Die Gesamtanlage (ca. 15 ha) ist ein sog. "lebendiges Geschichtsmuseum", welches das Leben der Menschen an den K�sten der Neuenglandstaaten der USA im 19. Jahrhundert portr�tiert. Ein gro�e Rolle spielte hierbei der Walfang.

Besuch durchaus lohnenswert f�r jeden, der in diese "Ecke" kommt (war selbst schon einmal Mitte der 80er Jahre dort).

Viel Spa� bei der Suche.

Herzliche Gr��e aus dem Remstal bei Stuttgart

Matthias (E. Theiner)