Hallo Bernhard und alle Queisser-Forscher, aber auch alle, die mit der
Rechtschreibung von Namen zu tun haben!
Unabhängig davon, ob man die alte oder neue Rechtschreibung bevorzugt, es
gilt IMMERschon und IMMERnoch:
das sogenannte "ß" in der versalen Schreibweise (=Großbuchstaben) ist mit
"SS" zu schreiben.
Vielleicht mag es manchem hier pingelig vorkommen, wenn ich auf diese Weise
alte Wunden aufreiße und schon längst ausgetretene Pfade beschreite, aber
zur Erleichterung des Verständnisses ALLER - auch der Ausländer, die diesen
"Scheinbuchstaben" nicht kennen, möchte ich hier Aufklärung betreiben:
Das sogenannte "Eszet" - "ß" war NIE ein richtiger Buchstabe, sondern IMMER
nur eine Ligatur aus der grafischern Variante des langen "S", das am Anfang
oder im Innern einer Silbe stand und einem runden "S", das in dieser
grafischen Variante immer nur am Ende einer Silbe stand.
Bei diesen beiden Formen des Buchstabens "S" handelte es sich ausschließlich
um grafische Varianten, die keinen Funktionsunterschied hatten und nur durch
die Konvention der Stellung unterschieden waren.
Der Setzkasten des Buchdruckers enthielt bis ins 20. Jahrhundert hinein zig
Ligaturen von Buchstaben-Verbindungen, deren Aufeinanderfolge rein aus
ästhetischen (optischen) Gründen und denen der Lesbarkeit verschmolzen
wurden.
Durch die Verbreitung von falscher Bildung (Unbildung) u.a. in den Schulen
ist die Mär von diesem "deutschen" Buchstaben entstanden, gefördert u.a.
durch die unseligste Nationalbewegung unserer Geschichte (ca. 1900-1945), in
deren Zeit die Grafik dieser Ligatur dann auch die Form dieser falschen
Buchstabenkombination "sz" erhielt.
Unbildung hat sich leider in unserer so herabgekommenen Sprachlandschaft
festgesetzt.
Die Schweizer waren da sehr konsequent und haben diesen
Möchte-gern-Buchstaben abgeschafft - die Schweizer als die
"besseren/deutscheren" Deutschen!?!.
Dies war mein Wort (resp. Buchstabe) zum Sonntag.
Schönes Wochenende
Werner Feja.net