Hallo zusammen,
in meiner Familie sind ein paar Bilder aus dem Memelland vorhanden, wo sich nicht mehr klären lässt, wer die Personen darauf sind. Es sind entweder entfernte Verwandte oder vielleicht Freunde/Nachbarn. Es wurde leider versäumt, die Leute zu fragen, die hätten Auskunft geben können.
Was macht man nun mit diesen Bildern? Ins GenWiki einstellen? Hier einstellen?
Die Chance, dass doch noch geklärt werden könnte, wer darauf ist, scheint mir sehr gering.
Viele Grüße
Kai
Hallo Kai,
ich gehe anders vor: Ich behalte alle Bilder/Fotos, da die Gesichtserkennungstechnologie meiner Meinung nach immer besser wird.
Ich hatte auch folgendes Erlebnis: Ich war bei einem Onkel, dem ich eigentlich schon alle Fotos gezeigt hatte, um die darauf abgebildeten Personen zu identifizieren. Doch plötzlich zog er ein Foto hervor, das ich noch nicht hatte, und er konnte die Person darauf eindeutig identifizieren. Da es sich um ein sehr markantes Gesicht handelte, fiel mir sofort auf, dass ich ein ähnliches Foto in meinen Unterlagen hatte, das aber undefiniert war. Der Clou: Ich hatte das Foto in einem ‚falschen‘ Ordner abgelegt (väterliche statt mütterliche Seite). So konnte auch nach Jahren eine undefinierbare Person plötzlich einsortiert werden.
Außerdem denke ich, dass gerade bei genealogischen Daten immer gilt: weg ist weg. Seien es Kirchenbücher oder Standesamtsunterlagen, die durch den Krieg zerstört wurden, oder so unsägliche Vorfälle wie vor einigen Jahren im Hamburger Staatsarchiv (ich hätte in den entsorgten Unterlagen eine Belegakte finden können, die wichtige Daten enthalten hätte - leider war ich zu spät!)
Ich halte es für wichtig, alle genealogisch irgendwie relevanten Daten aufzubewahren, im Notfall auch elektronisch.
Insofern ist Deine Idee, die Bilder irgendwo hochzuladen, meiner Meinung nach immer noch besser, als sie zu entsorgen. Zumal die Chance, dass das noch geklärt wird, ja auf Deiner eigenen Einschätzung beruht, die (nichts für ungut) falsch sein kann.
Oder umgekehrt: Wie oft haben wir uns als Forscher darüber geärgert, wie ‚nachlässig‘ frühere Generationen mit Daten umgegangen sind, die uns heute wichtig sind. Ich denke in meinem persönlichen Forschungskontext an die fehlenden Jahrgänge der Tilsiter Adressbücher (die meine Urgroßeltern in den 60ern entsorgt haben, „weil es dieses Land (Ostpreußen) ja nicht mehr existiert“, oder die von meiner Großmutter verbrannten Fotos meines Großvaters aus dem Ersten Weltkrieg (von diesem Großvater habe ich deshalb genau ZWEI Fotos).
Und wir hören doch immer wieder an verschiedenen Stellen: ‚Wenn ich gewusst hätte, dass das noch jemand brauchen könnte…‘. Ich finde, als Genealogen haben wir hier deshalb eine besondere Verpflichtung, solche Dinge aufzubewahren.
Ich hoffe, hier Ansätze für Deine Entscheidung beizutragen.
Viele Grüße,
Martin
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Hallo Martin,
danke für deine Ansicht dazu. Wegwerfen würde ich die Bilder natürlich nicht. Ich stimme dir zu, dass leider vieles weggeworfen wurde, was uns heute sehr interessieren würde.
Viele Grüße
Kai