Westpr. Landregister 1772/73

hallo wolfgang brozio und andere interessierte,

deine anmerkung zur reihenfolge der polnischen teilungen ist
selbstverständlich richtig. ich hatte damals "von heute kommend", also soz.
"falsch herum" gedacht.

warum es ein wp-kataster für etwa 1750 geben soll, kann ich schlicht und
einfach nicht beantworten. ich hatte den damals abgestellten hinweis als
"tip" von einem verwandten bekommen, der pensionierter archivar in
ostdeutschland ist. er konnte leider keine weiteren auskünfte hierzu geben.
womöglich hängt es damit zusammen, daß ja um die betreffende zeit herum
einige orte von deutschen neu gegründet, neu besiedelt wurden, beispiele:
klein czappeln (kr briesen), gründung 1756, czeczewken (kr graudenz),
gründung 1761, nichorz (kr flatow), neukolonisation durch deutsche 1754,
zielenia (kr berent), neugründung 17xx, neuhof bei vandsburg (kr flatow),
übernahme durch deutsche bauern 1746, zempelkowo (kr flatow), ab 1700 neue
deutsche einwanderung, usw usw.
weiter ist auffällig, daß die meisten angaben zur anzahl der einwohner aus
1766 UND/ODER 1773 stammen. vermutlich ist die "wp-kataster-angabe 1750"
gleich zu setzen mit (ja, was mag es gewesen sein, eine volkszählung
vielleicht oder sowas??) aus scheinbar 1766.

den einen oder anderen mag interessieren, gehörte der kreis flatow (und damit
auch dessen östlicher teil, der zz des versailler vertrages gegründete kreis
zempelburg) in der historischen geschichte weder zum ordensland noch zu
pommerellen, sondern war teil großpolens, obgleich mit deutlich höherem
deutschen anteil als polnischem, westlicher teil fast nur deutsche, östlicher
teil slawische. es schien damals immer wieder versucht worden zu sein, den
deutschen anteil möglichst klein zu halten. so wurde zb die nichorzer
evangelische kirche provokativ einfach abgerissen, was zur folge hatte, daß
die deutsch-lutheraner das dorf verließen - falls das nicht ohnehin erwünscht
war... es KÖNNTE (aber ich weiß es nicht!!) ein grund dafür sein, daß man
halt speziell für diese gegend nicht ganz so viel material findet wie
offenbar für andere owp-areale. sicher, "neuzeitlichere" materialien sind
bestimmt in ähnlichen mengen vorhanden.

ich hoffe, daß dieser kleine historische excurs nicht allzu langweilig (und
schon mal gar nicht oberflächlich), sondern für alle auch informativ war und
vielleicht sogar irgendwie geholfen hat. meiner meinung nach gehören auch
solche daten zur genealogie, da womöglich hilfreich. gern stelle ich jedem
"alten hasen" wie auch jedem anfänger mein wissen zur verfügung.

gruß

marcus.

Marcus,
  
   I hope that you do not mind if I write in English. I can read an answer
in German. I was particularly interested in this part about the history of
Kreis Flatow because over half of my ancestors emigrated from there to the
USA between 1867 and 1880. I am not very familiar with the origins of
names but it seems to me that they are of several origins (these people
were all Catholic):

  KORKOWSKI and PISCHKE look Polish, but they spoke German.

  I have read that MIELKE is Slavic (also spoke German). He was married to
a HAGEDORN.

  SCHUETTE and OTTO may have come from Preussisch Friendland (actually
Steinborn) just north across the Kreis border in Schlochau, but they also
lived in Kreis Flatow. Would these names have originally come from
somewhere farther west in Germany?

  Finally there is JARKA from the most southern part of the Kreis and she
spoke Polish.

   I would appreciate any insights from you or anyone else on the list.
Thank you.

   Judy Ross

den einen oder anderen mag interessieren, gehörte der kreis flatow (und

damit

auch dessen östlicher teil, der zz des versailler vertrages gegründete kreis
zempelburg) in der historischen geschichte weder zum ordensland noch zu
pommerellen, sondern war teil großpolens, obgleich mit deutlich höherem
deutschen anteil als polnischem, westlicher teil fast nur deutsche,

östlicher

teil slawische. es schien damals immer wieder versucht worden zu sein, den
deutschen anteil möglichst klein zu halten. so wurde zb die nichorzer
evangelische kirche provokativ einfach abgerissen, was zur folge hatte, daß
die deutsch-lutheraner das dorf verließen - falls das nicht ohnehin

erwünscht

Hi Judy,

My husband's family came from the same area of W. Prussia, but
they were Evangelical Lutheran. Most were from Zippnow, and like
your family, some names look Polish, but they spoke German (and
family insists they were German).

Some of the names are:

Büttner
Pufaul
Klein
Breitzke
Münchow
Froberg

From Zempleburg I have:

Wagner
Winter
Ebent
Wick

They came to the USA about 1886 - 1891, mostly to MN, but some
had relatives in MI (Augusta Breitzke spent her first summer in the
USA in MI "with" relatives. Finding them a 100 years later is more
than difficult).

Sharon Buethner

Marcus,

   I hope that you do not mind if I write in English. I can read an answer
in German. I was particularly interested in this part about the history of
Kreis Flatow because over half of my ancestors emigrated from there to the
USA between 1867 and 1880. I am not very familiar with the origins of
names but it seems to me that they are of several origins (these people
were all Catholic):

  KORKOWSKI and PISCHKE look Polish, but they spoke German.

  I have read that MIELKE is Slavic (also spoke German). He was married to
a HAGEDORN.

  SCHUETTE and OTTO may have come from Preussisch Friendland (actually
Steinborn) just north across the Kreis border in Schlochau, but they also
lived in Kreis Flatow. Would these names have originally come from
somewhere farther west in Germany?

  Finally there is JARKA from the most southern part of the Kreis and she
spoke Polish.

   I would appreciate any insights from you or anyone else on the list.
Thank you.

   Judy Ross

den einen oder anderen mag interessieren, geh�rte der kreis flatow (und

damit

auch dessen �stlicher teil, der zz des versailler vertrages gegr�ndete

kreis

zempelburg) in der historischen geschichte weder zum ordensland noch zu
pommerellen, sondern war teil gro�polens, obgleich mit deutlich h�herem
deutschen anteil als polnischem, westlicher teil fast nur deutsche,

�stlicher

teil slawische. es schien damals immer wieder versucht worden zu sein, den
deutschen anteil m�glichst klein zu halten. so wurde zb die nichorzer
evangelische kirche provokativ einfach abgerissen, was zur folge hatte, da�
die deutsch-lutheraner das dorf verlie�en - falls das nicht ohnehin

erw�nscht

Hello Ray,
  
I'm afraid that I have found that Hagedorn is a fairly common name, so
unless your friend is from west central Minnesota or from Kreis Flatow, we
are probably not related. If that happens to be the case, I would be very
interested...

Thanks,
  Judy

Hi Judy,
If I may respond to this message as I also have Hagedorn ancestry and know
some of the history of the Hagedorn name.
My Hagedorn's are totally from the Schleswig-Holstein region and records
show that the Schleswig-Holstein Hagedorn's and including my Bunning's
originate from Westfalia and my reading of this history shows me that
Hagedorn's and including Bunning's of Pommerania would also have come from
Westfalia.
Schuette and Schuett is also a common name in Schleswig-Holstein.
I also have ancestry in Pomerania namely Leschke and Grulke whereas they
appear to have slavic names, they in Australia only spoke German and later
English and were Lutheran and no doubt would have laughed at any suggestion
of being Polish.
There are many Hagedorn's and also Schutt's on my webpage, you are very
welcome to visit.
http://www.genealogy-sh.de/fam-trees/bunning/index.htm
Kind regards
Wayne