hallo wolfgang brozio und andere interessierte,
deine anmerkung zur reihenfolge der polnischen teilungen ist
selbstverständlich richtig. ich hatte damals "von heute kommend", also soz.
"falsch herum" gedacht.
warum es ein wp-kataster für etwa 1750 geben soll, kann ich schlicht und
einfach nicht beantworten. ich hatte den damals abgestellten hinweis als
"tip" von einem verwandten bekommen, der pensionierter archivar in
ostdeutschland ist. er konnte leider keine weiteren auskünfte hierzu geben.
womöglich hängt es damit zusammen, daß ja um die betreffende zeit herum
einige orte von deutschen neu gegründet, neu besiedelt wurden, beispiele:
klein czappeln (kr briesen), gründung 1756, czeczewken (kr graudenz),
gründung 1761, nichorz (kr flatow), neukolonisation durch deutsche 1754,
zielenia (kr berent), neugründung 17xx, neuhof bei vandsburg (kr flatow),
übernahme durch deutsche bauern 1746, zempelkowo (kr flatow), ab 1700 neue
deutsche einwanderung, usw usw.
weiter ist auffällig, daß die meisten angaben zur anzahl der einwohner aus
1766 UND/ODER 1773 stammen. vermutlich ist die "wp-kataster-angabe 1750"
gleich zu setzen mit (ja, was mag es gewesen sein, eine volkszählung
vielleicht oder sowas??) aus scheinbar 1766.
den einen oder anderen mag interessieren, gehörte der kreis flatow (und damit
auch dessen östlicher teil, der zz des versailler vertrages gegründete kreis
zempelburg) in der historischen geschichte weder zum ordensland noch zu
pommerellen, sondern war teil großpolens, obgleich mit deutlich höherem
deutschen anteil als polnischem, westlicher teil fast nur deutsche, östlicher
teil slawische. es schien damals immer wieder versucht worden zu sein, den
deutschen anteil möglichst klein zu halten. so wurde zb die nichorzer
evangelische kirche provokativ einfach abgerissen, was zur folge hatte, daß
die deutsch-lutheraner das dorf verließen - falls das nicht ohnehin erwünscht
war... es KÖNNTE (aber ich weiß es nicht!!) ein grund dafür sein, daß man
halt speziell für diese gegend nicht ganz so viel material findet wie
offenbar für andere owp-areale. sicher, "neuzeitlichere" materialien sind
bestimmt in ähnlichen mengen vorhanden.
ich hoffe, daß dieser kleine historische excurs nicht allzu langweilig (und
schon mal gar nicht oberflächlich), sondern für alle auch informativ war und
vielleicht sogar irgendwie geholfen hat. meiner meinung nach gehören auch
solche daten zur genealogie, da womöglich hilfreich. gern stelle ich jedem
"alten hasen" wie auch jedem anfänger mein wissen zur verfügung.
gruß
marcus.