Weichselhochwasser um 1850?

Liebe Listenteilnehmer,

gab es zwischen 1840 und 1890 an der Weichselm�ndung (Danziger Niederung)
ein schlimmeres Hochwasser, so dass die Deiche brachen oder �bersp�lt
wurden? Es geht um das Dorf Sch�nbaum (heute: Drewnica), das in diesen
Jahren (mindestens) einmal �berschwemmt war. Gibt es daf�r Daten (besonders
�ber die Zeit um 1850) und Literatur dar�ber?

Wir freuen uns �ber jeden Hinweis.

Viele Gr��e

Felicitas und Peter (Hestermann)

Guten Abend.

"Es ist leider allen Anstrengungen nicht gelungen die Dämme der im Kreise
Marienwerder liegenden Niederungen mit Erfolg gegen den am 27. März d. J.
eingetretenen Eisgang zu vertheidigen, vielmehr haben dieselben den eindringenden
Eis- und Wassermassen weichen müssen, so daß die Marienwerder Ober-Amts-
Niederung, die Marienwerder Stadt-Niederung, die Oestlich Mewesche-Niederung, die
Rudnerweider Niederung und Falkenauer-Niederung unter Wasser gesetzt sind.
Außerdem sind alle Außendeiche, die uneingedeichte Eichwalder Niederung und die
Ortschaft Außenteich mundirt.
Unter den Umständen konnte es nicht ausbleiben, daß der diesjährige Eisgang auf
dem Weichselstrome von zahlreichen Unglücksfällen begleitet war, die ihrem Umfange
nach nicht genau bekannt sind und daher noch nicht vollständig mitgetheilt werden
konnten.
Doch ist bereits festgestellt worden, daß die Gewalt des Stromes in Eichwalde 11
Gebäude zerstört hat und dort 8 Menschenleben zu beklagen sind, sowie, daß in der
Falkenauer-Niederung ein Mensch ertrunken ist, sehr viele aber vermißt werden und
daß hier wie dort Hunderte von Menschen nur das nackte Leben gerettet haben und
aus tiefer Noth Gottes Barmherzigkeit anflehen.
Viele dieser Unglücklichen habenin Marienwerder, Mewe, Neuenburg, Rauden und
anderen Ortschaften des Kreises Unterkommen und vorläufige Unterstützung
gefunden, zu einer andauernden und nachhaltigen Hülfe reichen die Kräfte dieser
Ortschaften aber nicht aus." .... [es folgen Hinweise was und an wen zu spenden ist.
Quelle: Allensteiner Kreisblatt No. 14 vom 7. Apri 1855

Im AKB No. 28 vom 14. Juli folgt ein zu Herzen gehender Spendenaufruf (in einer uns
verquast anmutenden Sprache)des Ev. Pfarrer Bobrik
"Die Kummerthränen der verschämten Armen werden in verborgener Stille, aber um so
bitterer und schmerzlicher geweint. Solche Armen giebt es viele auch in Neuteich, das
gerade im MIttelpunkt des 12 Wochen hindurch von den furchtbarsten
Ueberschwemmungen so hart heimgesuchten Werders liegt; viele im näheren und
weitern Umkreis der Stadt.
Brüder und Schwestern in dem Herrn, meine ich, die ohne ihr Verschulden des
Schicksals harten Wechsel erfuhren; deren Stand und anderweitigen Verhältnisse es
nicht wohl gestatten, daß sie selber Almosen erflehen und sammeln; Unglückliche, die,
aus sehr verzeihlicher Schaam, ihre von den Glücklichen kaum geahnten Sorgennoth
der Welt verhehlen und also in der Tiefe ihres Jammers und Elends aufgesucht und mit
zarter Schonung ihrer besseren Gefühle im Stillen unterstütz werden müssen.
Sie eben sind es, welche durch diese schreckliche, eine bis auf's Höchste gesteigerte
Theuerung aller Lebensmittel herbeiführende, und gleichzeitig so manche
Erwerbsquelle verstopfende Katastrophe mittelbar mehr einbüßten, als verhältnißmäßig
manche davon unmittelbar Getroffene; für sie bitte ich nun alle edeln fühlenden
Menschenfreunde, in der Nähe und Ferne, um Darreichung und Sammlung milder
Gaben. ....
... Die gegenwärthige Noth ist freilich so groß, daß sie jeder Beschreibung und
Schilderung trotzt, und ihr Ende noch nicht abzusehen ...."
Zitat Ende.

Beide Original-Artikel, die bei mir als JPG Dateien vorliegen,können Sie bei per mail
nach dem 29.10. anfordern. Nicht vorher bitte, da ich ab Mittwoch im Urlaub bin.

Mit freundlichen Grüßen von mir,
Hans Blazejewski