Währung Florinen und Gulden um 1848

In einer eMail vom 26.04.2011 23:48:51 Westeuropäische Sommerzeit schreibt
mario@marend.de:

Hier jammert schon der Hund, wenn man die beiden Tabellen vergleicht.

Salü, Mario,

der Hund jammert eh bei solchen Vergleichen. Das Problem ist ja, daß - um
den Wert einer Währung zu einem bestimmten Zeitpunkt bestimmen zu können -
ein örtlich und zeitlich fixierter Warenkorb angelegt werden müßte, also
eine Sammlung von Leistungen, die mit Geld bewertet sind. Möglichst viele
dieser Leistungen von damals sollten heute auch noch vorhanden sein. Dann
könnte man aus der Schnittmenge der Leistungen heute und damals je eine
Schnittmenge bilden und diese beiden Schnittmengen miteinander vergleichen, um zu
sehen, was waren diese Leistungen von damals wert - naja, so ungefähr.

Und diese Auswertung gilt wirklich dann nur örtlich und zeitlich begrenzt.
Der Aufwand ist enorm, und der Hund müßte trotzdem jammern. Denn die
Leistungen wären aufgrund ihrer Beschaffenheit nicht zu vergleichen.

Beispiel:
Hier im Kurtrierischen hatten wir 1788 eine Brandversicherung, die Listen
sind vorhanden. Da wird für ein Haus in St. Wendel eine Versicherungssumme
von 200 Gulden rheinisch festgelegt. Das Haus kenne ich, es steht noch, es
dürfte sogar damals wie heute die gleichen Maße haben. Die
Versicherungssumme ging damals sicher auf den Neubauwert, d.h. was würde es kosten, dieses
Haus nach einem Totalschaden neu zu bauen. Das waren damals 200 Gulden.

Heute müßte man da locker 100.000 Euro locker machen. Aber entspricht dann
der Wert von 200 Gulden 100.000 Euro? Eigentlich schon, aber - und da kommt
wieder die Töle ins Spiel - nie im Leben. Damals hat der Eigentümer alles
mögliche von Hand zu Fuß gemacht - unter Mithilfe seiner Nachbarn und
Freunde. Heute würden wir alles durch eine Firma erledigen lassen, es soll
schließlich u.a. schnell gehen.

Was ich aus der Brandversicherungsliste mitnehmen kann, ist, ob 200 Gulden
damals viel waren oder nicht - mehr oder minder. Indem ich diese Summe mit
der von anderen Summen aus der Liste vergleiche - aber darum geht es hier
ja nicht.

Eine Lösung des Problems der Preisvergleiche wird es wohl nicht geben.

Roland Geiger, St. Wendel