Werte Zeitgenossen,
auf Grund des untenstehenden Hinweises habe ich im Internet den "W�chter von
Szillen" gesucht und gefunden, aber leider nur teilweise, n�mlich bis zur
Zeile "Um den Weizen, den der Feind in den Scheunen verdirbt."
K�nnte mir jemand bilateral noch den Rest der Ballade zukommen lassen oder
einen Hinweis, wo man den kompletten Text finden kann?
Vielleicht kann mir auch jemand noch etwas zur Entstehungsgeschichte
mitteilen und sagen, welche Motivation wohl dahinter stand, diesen Text in
die Schulleseb�cher der Zwischenkriegszeit aufzunehmen. Ich k�nnte mir
vorstellen, da� er an die Verw�stungen Ostpreu�ens 1914 erinnern sollte. Die
Internet-Fassung scheint aus einem Schulbuch 1936 zu stammen, und da scheint
mir angesichts der Olympischen Spiele usw. der Gedanke einer verkappten
Wehrert�chtigungspropaganda nicht so restlos �berzeugend.
freundliche Gr��e
J�rgen Wagner
Hallo Jürgen,
hast Du eine Quelle zu dem kompletten Text ausfindig machen können? Dann bitte ich um
Info. Danke vorab.
Grüße,
Hans.
Dipl-Kfm Jürgen Wagner schrieb:
Hallo OW-Liste,
ich habe jetzt eine Anzeige in der n�chsten Marienburger Zeitung geschaltet,
da� ich 50 Euro Belohnung spendiere f�r denjenigen, der mir ein Foto
vom Westpreu�enlied Komponisten Hugo Hartmann
geben oder kopieren(einscannen) kann.
Er hat von 1862-1907 gelebt, zuletzt in der Stadt Marienburg, Westpreu�en
in der Rittergasse 6
und war katholischer Organist an der St. Johannis-Kirche dort und auch Musiklehrer.
Er hat auch den Kirchen- und Schulchor geleitet. Siehe:
http://www.harti.com/ahnen/per00149.htm
http://www.harti.com/hugo_hartmann/
Leider habe ich immer noch kein Foto von ihm gefunden.
Mein Urgrossvater Richard Hartmann war sein Bruder.
Wer will sich also die 50 Euro Belohnung verdienen ?
Vielen Dank.
Gruss, Stefan Hartmann.
Hallo Hans
der vollstaendige Text is im redlichen Ostpreussen von 1957 Seite 98 mit
einem kurzen Abriss der Lebensgeschichte der Verfasserin (Seite 99 - 100)
gruss Bernd
Werte Zeitgenossen
Die Fortsetzung zu der im Internet auffindbaren Kurzfassung des "W�chtes von
Szillen" lautet:
Der dritte war so leer, darin war nicht zu sehen,
Kein Leichentuch, kein Kissen von S�gesp�n',
"O, kleines M�nnlein, sage, wer soll denn da hinein?"
"Das wird der ganze Wohlstand eines Landes sein:
Was lebenslang ihr schafftet mit Flei� und Sorg' und Treu,
Und dein Hof und dein Gut, die sind auch dabei,
Und dein Sohn ist dabei. Und du wirst sein Grab nicht sehn,
Und du selbst wirst heimatlos nach Westen betteln gehn."
Der W�chter von Szillen fiel auf sein Angesicht,
Er rief den Herrgott an; die S�rge schwanden nicht.
Er sprach das Vaterunser und betete und rang;
Das M�nnlein ward ein Riese,dem vom Munde die Flamme sprang.
Da sah er auf vom Boden und faltete die Hand:
"Gib, da� ich's freudig gebe f�r's Vaterland!"
Da klangen hell die Glocken vom nahen Kirchelein,
Und �ber Dach und Wiesen glitt der Mondenschein.
Text hier nach:
Kakies, Martin:
Der redliche Ostpreu�e. Ein Kalenderbuch f�r 1957.
Rautenberg-Verlag Leer (1956?) S 98
Dort auch (S. 99) eine kurze W�rdigung f�r die Verfasserin Charlotte
W�stend�rfer (* K�nigsberg 11.07.1892, + dort? 1945?). Es hei�t dort:
"Dieses Gedicht, f�r eine knapp Dreundzwanzigj�hrige eine erstaunliche
Leistung" wurde im M�rz 1915 zum erstenmal in Heinrich Sohnreys Zeitschrift
'Das Land' ver�ffentlicht."
Ich danke Bernd Kazperowski f�r den vollst�ndigen Text.
J�rgen Wagner
Danke, Bernd,
der Hauskalender scheint aber vergriffen zu sein, oder?
Die Frage ist, ob es den "Wächter..." irgendwo elektronisch gibt. Weißt Du Näheres?
Grüße,
Hans.
Bernd Kazperowski schrieb:
Danke, Jürgen,
ich glaube, jetzt habe ich's (damit hat sich auch die Anfrage an Bernd erledigt).
Wer oder was war denn der böse "Schaktarp"?
Grüße,
Hans.
Dipl-Kfm Jürgen Wagner schrieb:
Wer oder was war denn der b�se "Schaktarp"?
Hallo Hans Trutnau,
Schaktarp bezeichnet einen Zustand der Wegelosigkeit. Der Begriff war nur im
M�ndungsgebiet der Memel gebr�uchlich. Schaktarp gab es im Herbst und, vor
allem im Fr�hjahr, wenn das Land weitfl�chig �berschwemmt wurde und Frost
einsetzte. Es bildete sich eine d�nne Eisschicht, die man nicht betreten
konnte, die aber zu dick f�r einen Kahn war um sie zu durchbrechen. So waren
Mensch und Tier oft lange Zeit gefangen, von der Au�enwelt abgeschnitten.
Vorr�te konnten nicht herbei geschafft werden, die Kranken blieben ohne
�rztliche Versorgung, Tote mussten im Hause bleiben, bis die Verkehrswege
wieder offen waren.
Im Fr�hjahr begann die Schneeschmelze im Quellgebiet der Memel etwa 14 Tage
fr�her als in ihrem M�ndungsgebiet. Die �berf�llten Flussl�ufe st�mten in
Richtung Kurisches Haff. Durch die erh�hte Wassermenge wurde das in diesen
Gebieten noch gefrorene Eis gehoben und schob sich �bereinander, kam in
Bewegung. Die Str�me waren weder passier- noch befahrbar.
Sehr eindrucksvoll hat Ernst Wichert diese Thematik in seiner Novelle "Der
Schaktarp" verarbeitet, den er in den 1860er Jahren zusammentrug, als er als
Amtsrichter in Pr�kuls weilte.
Beste Gr��e,
Yvonne Storek
Hallo Hans
versuch es ueber Ebay oder ZVAB
gruss Bernd
Danke, Bernd,
Hallo Yvonne,
danke für die Info; Heiderose hat ähnlich geholfen mit einem Hinweis auf Google (das mir
als Google-Fan...!)
Den Frühjahrs-Eisgang im Memel-Gilge-Ruß-Delta kenne ich ausgiebig aus den Erzählungen
meiner Mutter, sie hatte aber komischer Weise nie den Begriff Schaktarp benutzt.
Grüße,
Hans.
yvonne storek schrieb: