Hallo Tobias,
Du machst leider keine Angaben zum sozialen Stand oder zum Beruf Deines Vorfahren.
Diese Frage ist deshalb bedeutsam, weil Rautenkranz (wie benachbarte
Ortschaften auch, in denen ich ebenfalls Vorfahren nachweise) frühe
Eisenhüttenstandorte waren. Das in Rautenkranz befindliche Hammerwerk
benötigte Arbeitskräfte, die in der Regel aus der Region kamen.
Mir sind (zumindest bezogen auf Angehörige der unteren sozialen Schichten,
also der einfachen Hüttenleute und Hammerwerksarbeiter) bis jetzt keine
Personen begegnet, die aus einem Radius > 25-30 km stammten. Dies verhält sich
bei Hammer- und Hochofenmeistern schon anders. Diese waren mobiler und legten
teilweise ach beträchtliche Wanderungen zurück.
Die Hammerleute dagegen gingen (mündlich abgeschlossene) Gedinge- bzw. Anstellungsverträge
ein, die von Michaelis bis Michaelis währten und entweder stillschweigend verlängert oder
oder eben aufgelöst wurden (Arbeitsverträge wurden mit Handschlag besiegelt; es galt noch,
ganz anders als heutzutage, das Prinzip "Ein Mann-ein Wort").
Nicht selten nachweisbar ist die Konstellation, dass auch die einfachen Hüttenarbeiter
nach Ablauf einer bestimmten Zeit (ein Jahr, drei Jahre, > 3 Jahre) zu einer benachbarten Eisenhütte
bzw. einem anderen Hammerwerk (und damit zu einem anderen Besitzer) wechselten.
Wie heute waren auch damals ausschlaggebend Arbeitsbedingungen und die Bezahlung. Denn der Lohn variierte von Hütte zu Hütte.
Du kommst demzufolge nicht umhin, als das KB Rautenkranz und insbesondere auch die KB
benachbarter Orte zu überprüfen.
In Rautenkranz sind die Taufeinträge aller Kinder von Joh. Friedrich Wachsmuth zu ermitteln
und die Paten zu erfassen. In Nachbarorten wäre zu prüfen, ob der Genannte als Taufpate erscheint
(darüber hinaus muss dort auch nach der Trauung von Joh. Friedrich Wachsmuth gesucht werden).
In Zeiten, da der Zugang zu den KB erschwert ist sicherlich eine Herausforderung.
Aber anders wirst Du nicht zum Ziel kommen.
Eine Möglichkeit besteht noch in der Prüfung der Willy-Roch-Kartei (Obererzgebirgische Familien- und Sippenkartei) in Annaberg-Buchholz (Adam-Ries-Museum).
Ebeda. wären alle Wachsmuth-Einträge zu sichten.
Viel Erfolg wünschend verbleibe ich mit besten Forschergrüßen aus Niedersachsen,
Thomas Engelhardt
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