Hans-J�rgen, Marc und andere Interessierte:
Alle Argumente wie Copyright, Vereinsinteresse etc. sind absolut richtig und
wir alle sollten dies im Sinne unseres VFFOW voll unterstuetzen.
Andererseits muessen wir aber auch erkennen, dass wir in einem On-line
Zeitalter leben, in dem in der Tat der Bildschirm das flache Bindeglied zur
realen Welt ist. Konsequenz: Wer es dabei belaesst ist Datensammler. Wer
dagegen wirklich (familien-) historische Forschung betreiben will, muss auf
jeden Fall mindestens einmal in seinem Forscherleben mit allen fuenf Sinnen
die Besonderheiten und Einzigartigkeiten einer Archivwelt in sich aufgenommen
haben, muss selbst einmal an pastoralen Schriften verzweifelt sein, muss
selbst einmal der Faszination eines 500 Jahre alten Buches erlegen sein.
Ich gestehe jedoch ein, dass keiner von uns mehr missen moechte, nach
vorhandenen Quellen on-line zu suchen. Was frueher mitunter Monate dauerte,
erledigt sich heute in einer Stunde. Aber dann: ich kenne nun die Quelle,
aber ich kann nicht on-line auf sie zugreifen. Warten auf Fernleihe in der
Bibliothek? Persoenlicher Besuch im entfernten Archiv? Da platziere ich doch
lieber eine Anfrage in meiner schlauen Mailing-Liste und mit etwas Glueck
habe ich ein paar Stunden spaeter einen brauchbaren Quellenauszug dank eines
hilfsbereiten Kollegen.
Bei Copyright und Vereinsinteresse verstecke ich mich dann hinter der
falschen Devise "einmal ist keinmal", obwohl mir mein Verstand sagen muesste,
dass dies, wenn Tausende es tun, eine erhebliche Zahl von
Gesetzeswidrigkeiten und Interessenkonflikten bedeutet.
Als Verein haben wir die Aufgabe, Hilfestellung zu geben, die Cyberwelt und
die Realwelt optimal miteinander zu verbinden.
Hier mein Vorschlag (am Beispiel Kartei Quassowski): Das Namensregister der
KQ ist nach wie vor kostenlos einzusehen; fuer die Detailansicht
einschliesslich Downloadmoeglichkeit wird eine Gebuehr faellig, die online
mit Kreditkarte zu begleichen ist. Fazit: Copyright, Vereinsinteresse und
Eilbeduerftigkeit (= On-line-Kultur)ist gewahrt.
Auch sollte ueberlegt werden, ob nicht zumindest diejenigen Schriften, die
ohnehin
schon digitalisiert auf CD vorliegen, per Kreditkartenzahlung zum Downloaden
angeboten werden. Dies erspart einen grossen Teil der Versandarbeit.
Allerdings muss dann bei grossen Datenmengen schon ein schneller Internet-
Anschluss herhalten.
Ganz verwegen ist vielleicht auch dieser Vorschlag: zwei Klassen von
Vereinsbeitraegen, naemlich einen Grundbeitrag wie bisher fuer die wertvollen
gedruckten Veroeffentlichungen einmal im Jahr, und ein erhoehter Beitrag mit
dem Recht, bis zu einer bestimmten Anzahl digitalisierte Veroeffentlichungen
herunterladen zu duerfen. Dies haette den besonderen Vorteil fuer den Verein,
besser disponieren und gegebenenfall die Vorauszahlungen zur
Finanzierung zusaetzlicher Digitalisierungsarbeiten nutzen zu koennen.
Wer natuerlich fuer sein ernsthaftes Hobby absolut kein Geld ausgeben will,
dem ist mit diesen Vorschlaegen nicht zu helfen. Der wird auch weiter auf
Kosten anderer im Internet wildern.
Ich wuerde mich ueber Kommentare insbesondere aus "meinem" VFFOW freuen.
Rainer
Karin and Rainer Ibowski
Cochrane, Alberta, Canada
www.ibowski.ca