Hallo Listenteilnehmer,
auch ich habe im Siegerland nach Namenslisten geforscht. Ich kann nur
bestätigen, dass der Herkunftsort und die Anzahl der Personen, die in Siegen
eingetroffen sind, angegeben wurden, namentliche Nennungen kamen nicht vor.
Für Siegen war die Verwaltung des Lagers Unna-Massen zuständig. Man hat sich
dort sehr bedeckt gehalten, als ich nach Namenslisten fragte. Für eine
Familienzusammenführung stand das Archiv selbstverständlich zur Verfügung.
Folgender Text soll ein wenig Einblick geben, was 46 geschah
Gruß Rudol
Vfg.
Der Bevollmächtigte des Regierungspräsidenten Siegen, den 4.5.1946 für
die Durchgangslager Siegen.
An den
Herrn Regierungspräsidenten
in Ar n s b e r g.
Zur Verfügung vom 25.4.1946.
Betrifft: Aufnahme von Flüchtlingen.
Hier Unternehmen "Schwalbe".
Schreiben des Landrats Arnsberg vom 11.4.1946 betr. Berufsaus-
lese bei Flüchtlingstransporten.
Soweit bei den hier ankommenden Flüchtlingstransporten aus Schlesien, die
über die Übergangsläger Alversdorf , Mariental und Schöningen gelaufen
sind, festgestellt werden konnte, sind dort Arbeitskräfte in Stärke von
etwa 2oo bis 3oo Mann zurückbehalten worden. Die aus Schlesien in Alversdorf
, Mariental oder Schöningen ankommenden Züge hatten dort jeweils die Stärke
von 1700 bis 1800 Köpfen. Hier kamen aber die Züge nur mit 1 5oo Köpfen an.
Dem Vernehmen nach sind dort die Flüchtlinge zum Arbeitseinsatz in
Fallersleben und Umgebung verteilt worden.
Von einer Berufsauslese in Braunschweig ist hier nichts bekannt. In Siegen
ist keine besondere Berufsauslese für Hausgehilfinnen vorgenommen worden;
nur für das Durchgangslager selbst sind einige weibliche Kräfte
zurückbehalten worden, da sie dringend zur Sauberhaltung des Lagers
benötigt wurden und das Arbeitsamt trotz mehrfacher Aufforderung keine
Kräfte zur Verfügung stellen konnte.
Es ist bekannt, daß hier ankommende Flüchtlingszüge zum größten Teil der
öffentlichen Fürsorge zur Last fallen werden, da die Züge mit 2/15 Männern,
6 - 7/15 Frauen und 6 -7/15 Kindern besetzt sind. Von den Männern sind
durchschnittlich 60% über 50 Jahre. Die Verteilung wird nach Möglichkeit so
vorgenommen, daß ganze Dorfgemeinschaften den einzelnen Gemeinden zugeleitet
werden.