Lieber Herr Hansen,
In den Listen kann immer wieder gelesen werden über Verstorbene oder Angehörige, die in der ehemaligen "sowjetisch besetzten Zone" beigesetzt wurden oder dort beheimatet sind.
diese Frage ist und bleibt schwierig und kann sicherlich nur teilweise von Familienangehörigen - falls sie denn noch leben sollten - beantwortet werden, da ich annehme, dass Sterbeorte ihnen vielleicht (?) manchmal doch mitgeteilt wurden. Bei der Angabe "sowjetisch besetzte Zone" kann es sich nur um das Gebiet dieser gehandelt haben - ohne Angabe eines Ortes oder eines Lagers, geschweige denn eines Krankenhauses.
So habe ich in der Goldaper Totenchronik manchmal nur die Bekanntgabe "in Thüringen" verstorben, oder genauso unklare Angaben wie : "an der Westfront verstorben" - oder "auf der Flucht", "im Ural", oder "in Westpreußen", "in Ostpreußen", sogar "auf der GUSTLOFF" u.a. Schiffen. Wie kann man dort einen genauen Sterbeort ausmachen ? Dazu kommen Angaben wie "in Rußland", oder "im Lazarett", "bei Gotenhafen" oder "im Kreis Sowieso". Noch um einiges schwieriger wird es, wenn da steht "für tot erklärt" oder schlicht und einfach ein "?" angegeben ist.
Wo in der Zone sind sie verstorben oder beheimatet? Für später Nachforschende eine verlorenen Quelle.
Genauso ist es !
Nun vermute ich, daß eine GENAUE Angabe eines Ortes wohl durch regierungsamtliche Verbote geregelt wurde.
Das jedoch ist lediglich eine Annahme von mir.
Die Annahme möge teilweise richtig sein - und gilt für ganz Europa u.a. Länder. Selbst für Regierungsstellen und Hilfsorganisationen war es unmöglich *alle* in allen Kriegen Vermissten und Verschollenen, Getöteten und Verschleppten ausfindig zu machen - der Verein der Deutschen Kriegsgräberfürsorge versucht ja bis heute, "alle" zu finden, was unmöglich ist.
Es könnte aber sein, dass in der ehemaligen "sowjetisch besetzten Zone" und der folgenden ehemaligen DDR (beide sind zu unterscheiden !) noch Unterlagen vorhanden sind, sofern sie von der STASI u.o. Mithelfern nicht vernichtet wurden.
Gibt es jemanden, der eine exakte Antwort zu dieser Frage geben kann?
Nein. Und damit müssen sich alle Familienforscher "anfreunden". Es gibt Menschen, die selbst heute nicht (mehr) zu finden sind, und auch solche, die nicht gefunden werden wollen. Der Beispiele gibt es viele. Allerdings gibt es einige, die nach Jahrzehnten noch gefunden werden (können). - Die Hoffnung stirbt zuletzt - ...
Herzlichst --- Gisela