wer kann mir etwas zu der beigefügten Uniform sagen? Zeit, Art der Uniform,
Dienstrang, Waffengattung etc. Das Bild muss (unmittelbar ?) vor WK I
entstanden sein.
Ich habe bei meinen Oldesloer Vorfahren einen toten Punkt: Am 9. 10. 1725 heiratet Cordula Brandt in Oldesloe Paul Stein. Ihr Vater (kein Vorname) wird als "Prediger in Sepel / Mecklenburg" bezeichnet. Sepel geh�rt politisch zu Schleswig Holstein, allerdings geh�rte der Kirchenkreis Ratzeburg damals zu Mecklenburg. Sepel geh�rt zu Bosau, hat keine eigene Kirche und die Bezeichnung "Prediger" ist f�r Pastoren im norddeutschen Raum un�blich. Geh�rte der "Prediger Brandt" einer anderen Religionsgemeinschaft (Mennoniten) an?
Kann jemand weiterhelfen?
... und die Bezeichnung "Prediger" ist f�r Pastoren im
norddeutschen Raum un�blich.
Hallo Kai,
diese Aussage, wenn sie schon nicht als absolut falsch zu
bezeichnen ist, so ist sie aber mit Gewissheit als _nicht_richtig_
zu bezeichnen.
Derzeit schreibe/transkribiere ich eine 1000 Seiten umfassenden,
bislang unver�ffentlichte "Geschichte der Chritian Albrechten
Koege" in 5 B�nden ab, verfasst vom damaligen Koogsins�pektor
dieser beiden Koege also, den h�chstrangigsten Verwaltungsbeamten
dieser nordfriesischen octroyierten Koege �ber die Zeit der
Eindeichung 1682 rep. 1706 bis zu seinem Arbeitsende 1916(!).
Hier kommt der Begriff des "Predigers" praktisch zu allen Zeiten,
den d�nischen wie den preussischen als Synonym f�r den Pastor,
also den installieren und ordinierten "Gemeindehirten" vor und
zwar ununterscheidbar von der Benennung des Predigers als "Pastor."
z.B. hier, siehe oben: > Schon 1789 verlie� der letzte Prediger, Christian Christiansen, die Hallig.
Der erste festangestellte Pastor war Martin Sigmund Lensch...
Nun ist Nordfriesland nicht Ostholstein, nicht Lauenburg und
nicht Mecklenburg, aber politsch auch kirchenpolitisch waren
diese Gebiete immer "eins" und einig.
Also, wenn du einen Unterschied erkennen kannst oder meinst zu
k�nnen, dann m�sste der sich aus der Quelle selbst herleiten
lassen oder aus dem kirchlichen oder politschen Umfeld der
speziellen Quelle oder aber, was ich eher vermuten w�rde, aus
dem pers�nlichen Sprachgebrauch des "Autors", sei es ein
Beamter oder eines Prediger selber, der z.b. ein Kirchenbuch
f�llte oder in einer literatisch "freien", abwechslungsreicheren
Sprache/Wortwahl seine Leser bei der Stange halten wollte.
Moin,
auch im Elbe-Weser-Dreieck, also dem Kurfürstentum Hannover, speziell im
18./19. Jahrhundert, ist die Bezeichnung "Prediger" neben der des "Pastors"
absolut gebräuchlich.
Gruß
Wilhelm (Thiele)
diese Aussage, wenn sie schon nicht als absolut falsch zu
bezeichnen ist, so ist sie aber mit Gewissheit als _nicht_richtig_
zu bezeichnen.
Das kann betreff Brandenburg-Preußen bestätigt werden. Allerdings habe ich
die Vermutung, aber noch keine Belege, dass der Begriff <Prediger> der nach
meinen Beobachtungen erst im 18. Jh. auftaucht, anfangs galt für den
jüngeren, einem älteren Pfarrer oder in einer Großgemeinde dem
"zweitrangigen" oder "nachrangigem" eingeführt wurde. Gegen Ende das 18. Jh.
und im 19. Jh. laufen dann beide Begriffe parallel.
Sicher ist, dass dieser Begriffswechsel etwas mit einem Verständniswandel
der primären Aufgabe eines ev. Gemeindepfarrers zu tun hat. In der zweiten
Hälfte des 17. Jh. erhielt die Funktion, die Stellung der Predigt innerhalb
des liturgischen Geschehens eines ev. Gottesdienstes eine immer stärkere,
präsentere, Bedäutung; was sich übrigens auch in der Architektur und in der
inneren räumlichen Ordnung von ev. Kirchen darstellt.
Der Gemeindepfarrer als Organisator und Behüter seiner Gemeinde (seiner
Schäfchen) verlor an Bedäutung durch die immer weiter zentralisierten
kirchlichen Verwaltungsstrukturen. Der Pfarrer in seiner Gemeinde verstand
sich immer mehr als der Verkünder des Wortes Gottes (der Bibel)und als
Lehrender, oftmals mideutend als "Moralapostel" also wurde er zum Prediger,
profan bezeichnet zum Redner.
Das änderte sich sehr langsam erst ab Mitte des 19. Jh. mit dem immer
stärker werdenden Erkennen von Karitas-Aufgaben der Kirche als Organisation
und infolge des Engagements anfangs Einzelner, wie Z. Wiechern in Hamburg.
Der Gemeindepfarrer wurde also wieder zum "Gemeindehirten" - Pastor (lat.)
und Pfarrer (altdeutsch) sind dazu die entspr. Begriffe.
Letztlich kann gesagt werden: Begriff oder Namenswandel orientiert am Wandel
der gesellschaftlichen Strukturen.
auch Raum Osnabrück bezeichnete sich ein Pastor selbst als Prediger. Er
schreibt von sich und seinem Küster. So im Jahre 1771, dass er selbst schon
seit 21 Jahren im Amt und sein Vorgänger dieses 51 Jahre bekleidet hatte. -
Der Begriff scheint also über einen längeren Zeitraum üblich gewesen zu
sein.
in Westfalen z. B. war die Bezeichnung "Prediger" lange Zeit gang und
g�be, seit der Reformation und wahrscheinlich bis ins 19. Jahrhundert.
Vor allem die Pastoren der reformierten Kirche wurden wohl so
bezeichnet.
Au�erdem waren in ganz Norddeutschland �blich die "Hofprediger" und die
"Feldprediger".
Ich danke f�r die Korrekturen bez�glich des Begriffes Prediger, das war mir neu (man lernt immer dazu).
Wer kann mir denn beim toten Punkt weiterhelfen:
Cordula BRANDT heiratet am 9. 10. 1725 in Oldesloe Paul Stein (Vorfahren bekannt). �ber Cordulas Vater steht im Kirchenbuch lediglich "Prediger in Sepel / Mecklenburg.
Hat jemand weitere Informationen?