Überraschung aus Kiel: Marx (!) Planck

Liebe Freunde,

auch "normale" Menschen, findige Journalisten zumal, finden in
den Gefilden unseres Hobbys, der Genealogie, Überraschendes.

Anlässlich der Vorbereitung zu einer Sendung im Schleswig-Holstein
Magazin zum 150. Geburtstag von "Max Planck", geb. 23.04.1858 in Kiel,
fand man in dem Originaleintrag zur Taufe heraus, dass "Max" eben
nicht auf diesen Namen getauft wurde, sondern auf *Marx*, einer
verkürzten Form des Vornamens Markus/Marcus.

http://www3.ndr.de/ndrtv_pages_std/0,3147,SPM2466,00.html?redir=1/

So kann es gehen. :wink:

Da wird "Onkel Max", klein, bescheiden und doch weltberühmt, für
150 Jahre als der "Max" gerufen und geht mit diesem Namen in die
Geschichte der wichtigsten Entdeckungen der Menschheit ein und
plötzlich müßten alle Max-Planck-Institute, Max-Planck-Gesellschaften
oder auch nur die Max-Planck-Straßen oder -Schulen ihre Namenschilder
austauschen.

Wem von uns wäre nicht diese schöne Story einer Endeckung zu wünschen
gewesen, nun aber waren es mal die Leute aus dem NDR im hohen Norden.

Herzlichen Grlückwunsch - Euch Programmmachern!
Weiter so!

Viele Grüße
Klaus Vahlbruch
vom hochen Elbufer in Hamburg-Altona

Hallo,
der Beitrag (Siehe auch Spiegel-Online) ist natürlich für uns
Familienfortscher "Humbug" hinsichtlich der Tasache, dass sich Max
Planck eben Max Planck nannte (Bis auf die Tatasache das der
Taufeintrag "Marx" lautet).
Ich hab´dazu auch etwas im Spiegel-Forum geschrieben:

"""
Marx Planck - Max Blanck ? Jedem nur halbwegs erfahrenen
Familienforscher ist die ständig wechselnde Schreibweise von Vor- und
Familiennamen vor der Zeit der Standesämter in Deutschland (Je nach
Region um 1870-1875) bekannt. Insofern handelt es sich hier um „Viel
Lärm um Nichts“.

Bei Personen, die vor der „Standesamtzeit“ geboren und danach noch
gelebt haben, zählen einzig hinsichtlich der Schreibweise die später
gefertigten amtlichen Urkunden anlässlich Heirat, Tod etc. Auch im Falle
von Max Planck gilt als korrekte Schreibweise die, die in seinem ersten
„amtlichen“ Dokument, wahrscheinlich seine Heiratsurkunde, aufgeführt
ist.

Vor Einführung des staatlichen Meldewesens im heutigen Deutschland wurde
Taufe, Trauung und Beerdigungen einzig in den Kirchenbüchern
dokumentiert (Ausnahme Zivilstandsregister in der recht kurzen
„napoleonischen“ Zeit“). Da es im heutigen Sinne keine Ausweise und/oder
Urkunden gab, sondern lediglich den eigentlichen Eintrag im Kirchenbuch,
kam es mehr als häufig zu unterschiedlichen Schreibweisen von Vor- und
Zunamen. Schließlich konnte der Anmeldende, bei einer Taufe meist der
Vater oder ein Pate, dem Pastor oder dem Kirchenbuchführer kein Dokument
vorlegen, sondern die Namen des Täuflings nur vokal vortragen. Der
Pastor schrieb dann die Namen so ein, wie er es gerade vokal aufnahm,
meist nicht einmal im reinen „hochdeutsch“. Die Frage „Wie schreibt sich
dass“ blieb immer aus. Wer konnte schon schreiben ? So ist es keine
Seltenheit, das Vor- und auch Familiennamen einer Person ständig in der
Schreibweise wechselten (Zum Beispiel Planck, Plank, Blank, Blanck).

Fast jeder heute lebende Deutsche würde bei Nachforschungen mit größter
Wahrscheinlichkeit feststellen, dass sich bei seinen agnatischen
Vorfahren vor der Standesamtzeit, also etwa ab Urgroßvater rückwärts,
die Schreibweise seines heutigen Familiennamens anders darstellt
(Schmidt, Schmid, Schmied, Schmitt usw.) Niemand käme auf die daraus
folgernde Idee, seinen heutigen Namen in frage zu stellen.

Die Frage, warum im Falle eines "Promis" ein derartig normaler Vorgang
nur derartig jounalistisch aufgebläht wird, möge jeder für sich
beantworten.

"""