Liebe Mitforscher*innen,
das war ja richtig gut, was da in der kurzen Zeit an Input gekommen ist und
wo ich weiter ansetzen kann.
Zu Elisabeth Übelein habe ich neben dem wenig aussagekräftigen
Kirchenbuchauszug aus Anchestry auch den originalen aus dem Kirchenbuch.
Darüber hinaus auch noch einen Standesamtauszug von 1886 des Standesamtes
Schnepfenreuth. Da ist aber auch, außer der Hebamme Katharina Böhm aus Buch
und die Adresse (Haus Nummer 29) nichts weiter wichtiges nachgetragen. Auch
kein Randvermerk.
Der Hinweis auf eine Heirat der Urgroßmutter mit einem Georg Kroher am
13.05.1889 wäre eine tolle Erklärung für den Geburtsnamen meiner
Großmutter, der sowohl bei der Entbindung in Halle an der Saale, als auch
auf der Heiratsurkunde in Büchenbach (Pegnitz) auftaucht. Dem muss ich
nachgehen, da waren ja schon Standesämter und Aufgebotsanträge aktiv -
oder? Auf die schnelle habe ich den Eintrag Heirat Kroher aber nicht
gefunden. Gibt es den irgendwo digital? Da muss ich auch erkunden, ob diese
Ehe geschieden wurde, oder ob der 1 Ehemann verstorben ist, ggf. auch ob
Kinder da sind. Ich weiß dass da noch zwei Schwestern existieren sollen?
In der Heiratsurkunde (Sendelbach/Kroher) in Büchenbach sind keine Eltern
aufgeführt, nur die Trauzeugen und dass beide ledig sind.
Die nächste Lebensspur meiner Großeltern ist dann der "Blindschuss" einer
Anfrage an das Stadtarchiv Bayreuth. Da wurde dann eine Sterbeurkunde
gefunden. Auf dieser hat mich stutzig gemacht, dass der Eintrag aufgrund
einer Meldung eines Hauptwachtmeisters vorgenommen wurde. Als ich dann die
Sterbeadresse recherchierte, stellte ich fest, dass es das Bayreuther
Gefängnis St. Georgen ist. Dieses hat im 3. Reich eine traurige
Vergangenheit aufzuweisen und wird von einem Bayreuther Historiker Dr.
Christoph Rabenstein für bekannte politische Gefangene beschrieben. Wenn
man dann weitere Literatur in die Finger bekommt, die sich über den Umgang
mit sogenannten "lebensunwerten" Menschen wie Behinderte und sogenannte
asoziale und auch die traurigen hierarchischen Gegebenheiten anschaut, dann
schaudert es mich. Gestorben ist mein Großvater lt. Sterbeurkunde an
Altersschwäche und chron. Bronchitis. Es wird seine Mutter Barbara
Sendelbach, zuletzt wohnhaft in Bayreuth ohne weitere Daten erwähnt. Ich
deute das, als zu diesem Zeitpunkt bereits gestorben. Da setze ich später
auch mal an. Des Weiteren, dass er am 5.4.1921 in Büchenbach eine Elisabeth
Kroher geheiratet hat, die heute in Erlangen wohnt. Ernst Sendelbach war
katholisch und da finde ich in Matrikula nichts.
In Erlangen wurde ich aber auch über das Stadtarchiv bzw. das Standesamt
nicht fündig bei der Suche nach meiner Großmutter Elisabeth Sendelbach. Die
Spur verliert sich. Wo und wie kann man da suchen? Auch wegen der beiden
Tanten. Von einer damals in Bayreuth habe ich sogar ein Foto.
Das Staatsarchiv Bamberg hat zwar die Akten zum Gefängnis St. Georgen, kann
(will?) aber nur Auskunft geben, wenn ich weiß, wann Ernst Sendelbach
verurteilt und dort eingeliefert wurde. Ich könne gerne in Bamberg vor Ort
selbst suchen. Das in Zeiten von Corona???
Der Hinweis auf Hollabrunn ist toll. Für mich war das ein Name des
Beurkundenden, nicht eines Ortes. Habe schon nachgeschaut, schade, dass die
digitalen Eintragungen nur bis 1938 gehen. Ich werde das Standesamt dort
anschreiben. Als Sohn sollte ich Auskunft bekommen. Woher stammt die Info
"Scheidung 1943 in Nürnberg?". War seine erste Frau Deutsche?
Scheidungsakten sind wohl Gerichtsakten und werden, denke ich,
im Staatsarchiv aufbewahrt. Da warte ich aber am besten Mal die Auskunft
aus Österreich ab. Hollabrunn ist auch im Lebenslauf schlüssig. Ich habe
ein Foto von meinem Vater in einer RAD Uniform mit der Einheitennummer.
Diese war zuerst in Wasserburg am Inn stationiert, später in
Niederösterreich.
Die 2. Heirat 1947 in Lauenstein war ohne weiten Daten. In den
Randbemerkungen der Urkunde musste der damalige Standesbeamte auf höhere
Anweisungen einige Korrekturen (für Schlampigkeiten) zu erledigen und er
hatte eine "Sauklaue".
So das war nun ein ganzer Roman und ich hoffe, ich habe alle Fragen
beantwortet, die an mich gestellt wurden. Ich bin allen sehr dankbar, die
mir hier hilfreiche Hinweise geben konnten. In der deutschen Bürokratie bin
ich als ehemaliger Beamter nicht unbeholfen, aber Familienforschung ist,
auch in Bezug auf Datenschutz, schon sehr aufwändig. Ich hoffe, irgendwann
kann ich auch mal so weiterhelfen wie ich das jetzt erlebt habe.
Schönes Wochenende
Mathias (Sendelbach)