Todesdatum 28. August 1942

Gru� an alle Interessierten der "unseeligen" Kriegsgeschichte,

ich befasse mit z.Zt. mit dem Todesfall eines poln. Zwangsarbeiters
---> http://wiki-de.genealogy.net/Georg_Zielinski_(1916-1942)

Dabei bin ich u.a. durch ein Gespr�ch mit Frau Dr. Gisela Schwarze aus
M�nster darauf gesto�en,
dass am 28. August 1942 "Hinrichtungen polnischer Zwangsarbeiter" durch
die Gestapo von
h�herer Stelle im Reich in gr��erem Stil veranlasst wurden.

Mich w�rde es interessieren, ob unter diesem Datum andernorts �hnlich
gelagerte F�lle bekannt sind,
bzw. noch zu finden sind. Ich m�chte dies konkret so sehen, dass "aktive
Vereinsmitglieder" bei Zugang
der nun f�r jedermann offenen Sterberegister einmal bewu�t ein Auge
darauf werfen
und w�rde mich sehr dar�ber freuen, wenn dieses h�ufig noch
totgeschwiegene Thema von einer breiteren
Gemeinschaft angegangen w�rde. Ich habe zu oft geh�rt: "Nun lass doch
die alten Geschichten ruhen!"

Mit freundlichem Gru� aus dem sonnigen Rheinland

Guten Abend Herr Erdmann.

Als nach dem Krieg Geborener muss ich gestehen, dass mich
das Thema "Kriegsgeschichte" nicht unbedingt vom Hocker rei�t.
W�hrend dieser ungl�ckseligen Zeiten wurden an allen Ecken in Europa
Menschen umgebracht, vertrieben, hingerichtet. Was heute so l�uft, bekommt
jeder hautnah mit. Erwarten Sie wirklich, dass - wie Sie schreiben, eine breite
Gemeinschaft das Thema angeht?. Wem helfen diese Dinge ? Die vergangenen
Kriege haben genug Opfer und Btterkeit hinterlassen. Warum muss so etwas st�ndig
aufgew�rmt werden ?

Sch�nen Abend

Guten Abend Herr Maeschig,
Ihre Einstellung bestürzt mich. Es mag ja sein, dass unsere jüngere Geschichte Sie
"nicht vom Hocker reißt." Dann sollten Sie dazu schweigen.

Auch wenn wir persönlich an den Verbrechen der Nazis keine Schuld haben, weil
wir noch nicht geboren waren, haben wir die Pflicht der Erinnerung. Und jeder, der
die mühevolle Arbeit auf sich nimmt, die Verbrechen der Nazis festzustellen oder
zu dokumentieren verdient mindestens unsere Achtung.
Abfälliges Gerede ist hier völlig unangemessen.

Mit freundlichen Grüßen
Heinrich Hegener

-----Ursprüngliche Mitteilung-----
Verschickt: Di., 22. Mrz. 2011, 21:03
Thema: [WFA] Todesdatum 28. August 1942 => ??

Gruß an alle Interessierten der "unseeligen" Kriegsgeschichte,

ich befasse mit z.Zt. mit dem Todesfall eines poln. Zwangsarbeiters

---> http://wiki-de.genealogy.net/Georg_Zielinski_(1916-1942)

Dabei bin ich u.a. durch ein Gespräch mit Frau Dr. Gisela Schwarze aus

Münster darauf gestoßen,

dass am 28. August 1942 "Hinrichtungen polnischer Zwangsarbeiter" durch

die Gestapo von

höherer Stelle im Reich in größerem Stil veranlasst wurden.

Mich würde es interessieren, ob unter diesem Datum andernorts ähnlich

gelagerte Fälle bekannt sind,

bzw. noch zu finden sind. Ich möchte dies konkret so sehen, dass "aktive

Vereinsmitglieder" bei Zugang

der nun für jedermann offenen Sterberegister einmal bewußt ein Auge

darauf werfen

und würde mich sehr darüber freuen, wenn dieses häufig noch

totgeschwiegene Thema von einer breiteren

Gemeinschaft angegangen würde. Ich habe zu oft gehört: "Nun lass doch

die alten Geschichten ruhen!"

Mit freundlichem Gruß aus dem sonnigen Rheinland

Guten Abend Herr Erdmann.

Als nach dem Krieg Geborener muss ich gestehen, dass mich

das Thema "Kriegsgeschichte" nicht unbedingt vom Hocker reißt.

Während dieser unglückseligen Zeiten wurden an allen Ecken in Europa

Menschen umgebracht, vertrieben, hingerichtet. Was heute so läuft, bekommt

jeder hautnah mit. Erwarten Sie wirklich, dass - wie Sie schreiben, eine breite

Gemeinschaft das Thema angeht?. Wem helfen diese Dinge ? Die vergangenen

Kriege haben genug Opfer und Btterkeit hinterlassen. Warum muss so etwas ständig

aufgewärmt werden ?

Schönen Abend

Guten Abend Herr Hegener.

Gegen eine Meinung habe ich nichts enzuwenden aber lassen Sie doch
bitte Jeden für sich entscheiden, ob er sich angesprochen fühlt oder nicht.
Sie schreiben "Pflicht zur Erinnerung". Wie kommen Sie zu dieser Aussage ?
Wessen Pflicht was auch immer ist, liegt wohl kaum in Ihrem Ermessen, oder ?
Wenn mir Jemand in einem Schulmeisterhaften Ton sagt, was meine/unsere
Pflicht ist, habe ich als mündiger Bürger ernste Bedenken.
Darf das bitte auch Jeder für sich entscheiden ?
Sie schreiben "Abfälliges Gerede", wo sehen Sie abfälliges Gerede ?
Meinen Sie evtl. ein anderes Email ?
Wenn quasi ein Aufruf über diese Liste gestartet wird, der in diesem Zusammenhang
mit Ahnenforschung so gut wie nichts zu tun hat, darf man sich auch dazu äußern.
Möglicherweise gibt es ja bereits ein Forum, auf dem solche speziellen Themen
erörtert werden und auf einen interessierten Personenkreis treffen.

Sofern Sie sich berufen fühlen zu antworten, bitte außerhalb dieser Liste, denn
vermutlich ist das Thema nicht von allgemeinem Interesse !

Guten Abend meine Herren Hegener und Maeschig,

mich nerven diese ewigen Hinweise auch, dass ich nicht vergessen darf, was
meine Vorfahren verbrochen bzw. erlebt haben. Als Tochter einer Deutschen
und eines polnischen KZ-Häftlings (1939-1945) vielleicht auch nicht so
einfach. Soll ich jetzt nicht vergessen, dass meine deutsche Seite soviel
Unheil über die Welt brachte oder soll meine polnische Seite nicht
vergessen, was ihr angetan wurde? Für mich habe ich beschlossen, dass beides
vergangen ist und ich behandele es wie den 30-jährigen Krieg, den ich auch
nur aus Büchern kenne.

Da ich mich aber mit Genealogie befasse interessiert mich sehr wohl, was
damals geschehen ist aber ohne jede Schuldzuweisung und auch ohne das
Gefühl, dass ich mich an irgendetwas erinnern soll. Es interessiert mich was
meinem Vater, seiner Schwester und seinem Schwager in den diversen KZs
passiert ist. Warum waren sie im KZ? Was erlebten und erlitten sie dort?
Aber auch, warum wurde der Vater meines Mannes zwei Tage nach Kriegsende von
den Bauern der Nachbarschaft ermordet und gingen frei aus? Sie fuhren
bewaffnet in einem Lastwagen vor, riefen den Vater aus dem Haus und als er
erschien erschossen sie ihn. Vor Gericht wurde festgestellt, dass die
Schüsse aus drei verschiedenen Waffen von einem einzelnen Mann abgeschossen
wurde. Er wurde wegen Unzurechnungsfähigkeit freigesprochen.

Also, an was muss ich mich erinnern? Was darf ich nicht vergessen?

Gruss

Henryka Klapproth

"Warum muss so etwas st�ndig aufgew�rmt werden?"
Die Antwort ist doch ganz einfach, Herr Maeschig, Sie geben sie selbst, ein paar Zeilen zuvor: Weil es eben zunehmend Leute gibt, die "Kriegsgeschichte" nicht mehr "vom Hocker rei�t".

�bigens geht es hier auch nicht um "Kriegsgeschichte". Sondern einfach nur um Mord. Den kleinen Unterschied sollten wir uns doch g�nnen.

Ebenfalls sch�nen Abend
K. Krautwurst

Sehr geehrter Herr Krautwurst.

Ich m�chte de Betrachtung nicht endlos ausdehnen.
Mich st�ren st�ndige Schuldzuweisungen "Ihr m�sst, sollt"
oder "Wir m�ssen". Das darf m.E. Jeder mit sich selbst ausmachen.
Sie schreiben "Den kleinen Unterschied sollten *wir* uns g�nnen".
Wer ist wir ? Sie sprechen doch zun�chst f�r sich und das sei Ihnen
unbenommen. Mir widerstrebt solch eine Bevormundung, denn ich
wei�, was ich mir g�nne und was nicht.