Suche nach Edelmann & Apel(t) in Kalisch

Liebe Forenmitglieder,

dies ist mein erster Beitrag. Ich hoffe, er kommt an ;o)

Ich suche für eine Bekannte deren Eltern bzw. Vorfahren. Es sind nur wenige
Daten bekannt und selbst diese sind nicht gesichert.

Die Suchende heißt Ursula Renate* Edelmann und wurde am 15.08.1943 in
Kalisch (Posen) geboren. Ihre Eltern waren Renate Edelmann und Günter
Apel(t). Die Eltern waren bei ihrer Geburt nicht verheiratet, was eine Suche
erschwert. Die Suchende kam mit ca. 1,5 Jahren mit einem Kindertransport
nach Halle/Saale in ein Kinderheim. Dort wurde sie kurz darauf adoptiert. Am
Kinderbett befand sich laut Adoptiveltern ein Zettel mit ihrem Geburtsdatum
und dem Namen der Eltern, dieser ist nicht erhalten, die Daten entstammen
der mündlichen Überlieferung. Ob Geburtsdatum der Suchenden und Namen der
Eltern korrekt sind, ist daher nicht gesichert (was die Suche noch
schwieriger macht). Das ist auch schon alles, was wir wissen ;o/

Eigentlich würden wir zuerst beim Standesamt in Kalisch ansetzen, um eine
Geburtsurkunde zu finden. Weiß jemand, ob die GUs aus diesem Zeitraum
überhaupt noch existieren und dort vorliegen? Problem hierbei ist aber, dass
meines Wissens nach die Standesämter den Nachweis der direkten
Verwandtschaft benötigen für eine Geburt, die noch nicht unter Archivrecht
fällt, und den hat sie ja nicht.

Da die Eltern nicht verheiratet waren, könnte man dann nur nach Geburten der
Eltern suchen (in der Hoffnung, sie sind in Kalisch geboren). Dann sollten
deren Geburtsurkunden ja im Staatsarchiv Kalisch zu finden sein. Online sind
hier offensichtlich noch keine Scans aus diesen Jahrgängen.

Möglich ist natürlich auch, dass die Eltern nach ihrer Geburt geheiratet
haben. Dann könnte man die Heiratsurkunde suchen, diese befindet sich aber
(falls erhalten) auch beim Standesamt. Ich bin mir nicht sicher, wie die
Datenschutzristen für Personenstandsurkunden in Polen sind, wie in
Deutschland 100 Jahre bei Geburten und 80 Jahre bei Heiraten?

Ich weiß, dass die Suche mit diesen kargen Informationen sehr wenig Aussicht
auf Erfolg hat, auch da Kalisch eine sehr große Stadt ist. Helfen würden
hier für einen ersten Ansatz vor allem Adressbücher. Auch diese habe ich zu
Kalisch nicht gefunden. Übersehe ich etwas? Vielleicht hat von euch noch
jemand eine Idee, wie man hier am besten vorgeht, oder weiß aus eigener
Recherche, ob die gesuchten Jahrgänge zu den Geburten/Heiraten in Kalisch
noch beim Standesamt vorliegen.

Bin über jeden Hinweis sehr dankbar!

Schöne Grüße

Christine

Hallo Christine,

willkommen hier in der Liste.

Die Geburtsurkunde sollte die Frau Edelmann im Standesamt Kalisch
versuchshalber beantragen. Zumindest wäre dann klar, ob die Daten
stimmen oder nicht.
Am besten schreibt sie den Antrag selber, dann muss man keine Vollmacht
mitschicken.
Da sie ihre eigene Geburtsurkunde haben möchte, sollte eine Kopie des
Personalausweises ausreichend sein für die Beantragung.
Wenn sich durch die Adoption ihr Geburtsname geändert hat, sollte das in
dem Anschreiben dann auch mitgeteilt werden.
Die Schutzfristen sind in Polen: bei Geburten 100 Jahre, bei Heiraten
und Sterbeeinträgen 80 Jahre.

Ansonsten ist so eine Suche natürlich sehr schwer, wenn überhaupt keine
gesicherten Daten vorliegen.
Mit Adressbüchern wirst du glaube ich nicht weiter kommen, denn es gab
solche in Polen soweit ich bisher festgestellt habe, fast nur für
Großstädte und auch nicht unbedingt in der Form wie man sie in
Deutschland kennt.

Sind die leiblichen Eltern der Frau Edelmann denn verstorben als sie ein
Kind war? Hat sie schon Einsicht in ihre Adoptionsunterlagen gehabt?

Viele Grüße
Kai

Hallo Kai,

vielen Dank für die Antwort.

Sie weiß nicht, in welchem Kinderheim in Halle sie war. Man könnte noch
versuchen herauszufinden, welche Heime dort um 1944/1945 existierten, und
dann wiederum hoffen, dass noch Akten aus dieser Zeit vorhanden sind. Sie
weiß von ihren leiblichen Eltern wirklich nur deren angebliche Namen. Diese
und ihr eigenes Geburtsdatum sollen auf dem Zettel an ihrem Kinderheimbett
in Halle gestanden haben, und diese Information wiederum erhielt sie von
ihren Adoptiveltern.
Es ist wirklich alles sehr vage.
Möglich ist ja auch, dass ihr Geburtsdatum nicht korrekt ist. Ich kenne es
von deutschen Standesämtern, dass man nach Geburten gegen eine Gebühr suchen
lassen kann, indem man die gewünschten Jahrgänge angibt. Voraussetzung bei
einer Großstadt wie Kalisz ist natürlich, dass hier ein Namensverzeichnis
vorliegt.
Ist jemandem bekannt, ob polnische Standesämter diese Recherchen auch
übernehmen?

Schöne Grüße
Christine

Hallo Christine,

ich meinte mit den Unterlagen zur Adoption nicht das Kinderheim, sondern
ob das Jugendamt bzw. Amtsgericht dahingehend befragt wurde.
Zur Adoption muss es ja einen Aktenvorgang gegeben haben. Daher würde
ich dort auch nachfragen.

Bei polnischen Standesämtern habe ich auch schon nach Urkunden suchen
lassen, wo ich das Datum nicht kannte und das Ereignis nur auf ein paar
Jahre eingrenzen konnte. Es kommt natürlich auf das Standesamt an.
Eine extra Gebühr war da nicht fällig. Ich hatte immer mit der
Beantragung der Urkunde die Gebühr im Voraus bezahlt und den Beleg
mitgeschickt. Hatte bisher gut funktioniert.

Fragt einfach mal dort beim Standesamt an und schildert den Fall.
Anfragen sollten in polnisch gemacht werden.

Beate hatte mal in einem ähnlichen Fall gesucht. Vielleicht kann sie
noch Tipps geben:

https://list.genealogy.net/mm/archiv/mittelpolen-l/2020-12/msg00098.html

Viele Grüße
Kai

Liebe Freunde,ich habe da leider keinen Gedanken :-( In Polen muss man alles ausprobieren, jedes Amt reagiert anders.Anfragen können auch in englisch oder deutsch geschickt werden. Amtssprache ist aber polnisch d.h. die Antwort wird auf jeden Fall in polnisch.GrüßeGünther

Hallo, Christine, es ehrt dich, dass du dich in der Suche nach der
   Herkunft deiner Bekannten engagierst.

   Der Name EDELMANN ist extrem selten für Deutschstämmige in Mittelpolen,
   und im "Heimatboten" gibt es nur einen Hinweis auf eine Karin, die 1954
   in Edmonton konfirmiert wurde, deren Herkunft aber vermutlich das
   Wolgagebiet ist.

   Die Geburtsurkunde von Ursula Renate EDELMANN 1943 in Kalisch kannst du
   sowohl vom dortigen Standesamt (usc@um.kalisz.pl) - erbitte eine
   Xerkopie und keine Abschrift sowie einen evtl. Taufeintrag, vermutlich
   evangelisch - als auch vom Standesamt 1 in Berlin anfordern. Eine
   Anfrage in Kalisz in polnischer Sprache ist sinnvoll, bestimmt gibt es
   jemanden in deinem Umfeld, der dies übernehmen kann.

   Da es auch möglich ist, dass Ursula Renate als Kleinstkind im
   Gau-Kinderheim in Kalisch untergebracht war, schreibe das Archiv
   Arolsen an (https://arolsen-archives.org) - Kontaktformular online
   ausfüllen! - die Bearbeitung erfolgt zügig, ist kostenlos und du musst
   keine Urkunden oder dergleichen vorlegen.

   Viel Erfolg und die Bitte um Rückmeldung!
   Beate

   Ich suche für eine Bekannte deren Eltern bzw. Vorfahren. Es sind nur
   wenige
   Daten bekannt und selbst diese sind nicht gesichert.
   Die Suchende heißt Ursula Renate* Edelmann und wurde am 15.08.1943 in
   Kalisch (Posen) geboren. Ihre Eltern waren Renate Edelmann und Günter
   Apel(t).

Liebe Beate,

vielen Dank. Ich finde es einfach unheimlich spannend diese Familiengeschichten zu erforschen. Mein Onkel hatte um diese Zeit in etwa dasselbe Schicksal, aber er kannte zumindest noch den Namen seiner Eltern und seiner Großmutter und wo die Großmutter einst lebte. Mit diesen wenigen Daten habe angefangen zu recherchieren und konnte bereits einen sehr großen Stammbaum erstellen.

Nun aber zurück zu dieser Recherche: Das Standesamt I verwahrt meines Wissens keine Urkunden aus Kalisz. Es gibt ja eine Liste, zu welchen Ostgebieten das Landesarchiv Berlin Urkunden vorliegen hat. Und vermutlich sind diese Orte identisch.
Wir könnten uns also nur erneut an das Standesamt in Kalisz wenden. Dort hat aber bereits vor einiger Zeit eine Freundin meiner Bekannten nachgefragt und die Information erhalten, dass keine Geburtsurkunde gefunden wurde. Eine weitere polnische Bekannte rief vor Kurzem dort an und erhielt dieselbe Auskunft. Ich würde es nun trotzdem noch einmal selbst probieren, da auch diese Informationen mir nur übermittelt wurden und ich aus Erfahrung weiß, dass es bei Anfragen auch auf die Fragen ankommt, die man stellt.
Da Gaukinderheim in Kalisz habe ich auch gefunden. Ich halte es zwar für relativ unwahrscheinlich, dass sie dort war, aber werde diese Spur trotzdem verfolgen.

Vielen Dank erst einmal und ich werde bei Neuigkeiten gern berichten.

Schöne Grüße
Christine

Hallo, Christine,

falls wirklich keine Geburtsurkunde zu bekommen ist (weder die standesamtliche noch eine evtl. kirchliche Taufurkunde), dann wende dich an das Bundesarchiv Bayreuth (Heimatortskartei Kalisch wegen EDELMANN-APEL-APELT-ABEL, Gemeindeseelenliste ....) sowie an das Bundesarchiv Berlin-Lichterfelde.

Gruß! Beate

Hier ein kleines Update zu unserer Suche nach den leiblichen Eltern vor
Ursula Edelmann in Kalisch:

1. Bundesarchiv Bayreuth: für Recherche in HOK und Gemeindeseelenliste
benötigt man Daten zu den Eltern, die wir nicht haben. Ich habe trotzdem
noch einmal darum gebeten, nach den Namen in Kalisch zu suchen, auch ohne
genaue Daten und warte auf Antwort.

2. Standesamt Kalisch: bereits mehrfach die Geburtsurkunde angefragt, immer
die Antwort erhalten, dass diese nicht gefunden wird. Ich habe auch mehrmals
nach Namensregistern gefragt, bisher darauf aber keine Antwort erhalten.
Möglich ist ja, dass es einen Zahlendreher bei Geburtsdatum gibt. Ich habe
mittlerweile Geburten-/Heirats-/Sterberegister aus Kalisch bis ca. 1920
online gefunden, dort gibt es Namensverzeichnisse, aber der Name Edelmann
taucht nie auf. Trotzdem möchte ich das Standesamt Kalisch bitten, in den
Namensverzeichnissen nach dem Namen Edelmann zu suchen, um herauszufinden,
ob und wann Ursula tatsächlich geboren ist. Bisher keine Antwort.

Wir haben die Vermutung, dass die Edelmanns gar nicht aus Kalisch kamen und
evtl. die Mutter Renate Edelmann nur nach Kalisch gekommen ist, um das Kind
über den Kindertransport nach Deutschland zu schicken. Kalisch war
Umschlagplatz für Kindertransporte und wie ich mittlerweile herausgefunden
habe, war das Wartheland zu 85 % von ethnischen Polen besiedelt. Ich habe
außerdem eine Karteikarte (BA) zu einem Günter Apelt gefunden, der in
Zielona Gora geboren ist und 1944 gefallen ist. Vielleicht ist das
tatsächlich der leibliche Vater? Das würde die Vermutung stützen, dass
Renate das uneheliche Kind nach Deutschland gegeben hat. Aber nach wie vor
ist alles sehr spekulativ. Auf der Rückseite ist als Vater Bernhard Apelt in
Zielona Góra mit Adresse vermerkt. Leider sind die Standesamtsregister von
Zielona Góra nur lückenhaft online, dort kein Fund.

3. Deutsche Volksliste: Hier wurde der Name in einer ersten Suche nicht
gefunden. Für genauere Suchen müssten wir wieder Sterbedokumente der Eltern
vorlegen, die wir nicht haben.

4. Arolsen-Archiv: Keine Funde

5. Das Jugendamt in Halle angerufen. Wir versuchen ja immer noch den
Adoptionsvorgang von Ursula in Deutschland nachzuvollziehen bzw. dazu Akten
zu finden. Leider hat die Mitarbeiterin im Jugendamt relativ wenig Ahnung,
sie kann nicht einmal glauben, dass Ursula keine Geburtsurkunde hat und
meint, beim Geburtsstandesamt würden ja alle Beischreibungen erfolgen (was
definitiv quatsch ist). Eigentlich muss ja ein Adoptionsvorgang irgendwo
vermerkt sein (vermutlich am ehesten auf der Heiratsurkunde der
Adoptiveltern). Dann aber erinnerte sich Ursula, dass sie gar nicht
adoptiert wurde, sondern als Pflegekind aufgenommen wurde. Normalerweise
müsste doch aber auch dieser Vorgang irgendwo amtlich dokumentiert sein,
oder? Die Pflegemutter kommt gebürtig auch aus dem heutigen Polen, der
Pflegevater war damals im Krieg. Hier bleiben wir dran, aber ich habe wenig
Hoffnung, irgendwo einen amtlichen Vermerk zu finden, bei dem wir ansetzen
könnten.

6. Mir fiel dann ein, dass es ja Einwohnermeldekarten gibt, auch in Polen.
Habe die Archive in Zielona Gora und Kalisch angeschrieben. Antwort von
Kalisch bereits erhalten, ja Einwohnermeldekarten existieren 1931-1950. Nun
habe ich per E-Mail angefragt, ob sie nach dem Namen Renate Edelmann
recherchieren könnten bzw. Edelmann allgemein. Von Zielona Góra bisher keine
Antwort. Das ist tatsächlich momentan unsere einzige und größte Hoffnung.

7. Ich hatte zufällig noch eine Heidi* Renate Edelmann gefunden (eigentlich
Teresa Alper). Bei ancestry findet sich auf ihrem Einbürgerungsgesuch in die
USA die Information, dass sie ihren Namen von Teresa Alper zu Heidi Renate
Edelmann ändern möchte, weitere Angabe war nur: geboren 1950 in Deutschland.
Das hielt ich für eine sehr heiße Spur und auch sehr merkwürdig. Leider
funktioniert ihre Telefonnummer nicht mehr und über Facebook antwortet sie
nicht.

So, wir haben wirklich alle Mögliche probiert. Falls jemand doch noch einen
Tipp hat, immer her damit!

Schöne Grüße
Christine

Hallo Christine,

als letzten Strohhalm, könntet ihr noch einen DNA-Test in Erwägung ziehen.
Evtl. können so Fern-Verwandte ausfindig gemacht werden und so auf
umgekehrten Wege eine Spur zu den Eltern.

Pflegeakten müssten genauso beim Jugendamt vorliegen, wenn sie nicht
schon nach Ablauf der Aufbewahrungsfristen vernichtet wurden.

Viele Grüße
Kai

Hallo Christine,

Adoptionsakten und wohl auch die zu Pflegekindern müssen 30 Jahre lang aufbewahrt werden, danach KÖNNEN sie vernichtet werden, was aber nicht heißt, dass das auch immer geschieht. So habe ich es in folgendem Buch gelesen:

Christine Swientek: Wer sagt mir, wessen Kind ich bin?

Das gibt es sicher nur noch antiquarisch, wird euch aber vermutlich nicht weiterhelfen können (obwohl... manchmal kommen einem noch neue Ideen, wenn man Vergleichbares liest).

Tatsächlich ist wohl eigentlich die Geburtsurkunde des Kindes das entscheidende Dokument, in dem der weitere Weg des Kindes vermerkt wird. Die Adoptiveltern bekommen (bekamen) nach der Adotion eine Geburtsurkunde ausgehändigt, die unauffällig ist, d.h. darin stehen als Eltern die Adoptiveltern und nicht die leiblichen. Aber Geburtsdatum und Ort des Kindes werden/wurden nicht geändert, so dass man mit diesen Angaben zur ursprünglichen Geburtsurkunde kommt. Normalerweise...

Wenn Ursula Edelmann nun aber nicht adoptiert war, wird es deutlich schwieriger. Sie müsste eigentlich irgendwelche Ersatzdokumente erhalten haben, die wohl ein Standesamt ausgestellt haben wird. Für Westddeutschland war das ev. das Standesamt I in Berlin??? Da kenne ich mich dann nicht so genau aus. Oder gibt es vielleicht beim Einwohnermeldeamt eine Spur die man rückwärts verfolgen kann? Dort wird doch normalerweise vermerkt, von wo die Person zugezogen ist?

Den Anfang eurer Geschichte habe ich nicht mehr im Kopf, aber das sind die Ideen, die mir beim Lesen kamen. Das oben genannte Buch war auch für mich als nicht Adoptierte lesenswert. Ich habe es vor Jahren einer adoptierten Freundin geschenkt, die damals kurz vor dem 30. Geburtstag stand. Sie hat sich dann, wegen der ablaufenden Aufbewahrungsfrist entschieden, Kontakt zu ihrer leiblichen Mutter aufzunehmen.

Viele Grüße, und ich drücke die Daumen für die weitere Suche!
Uta (Härtling)

Hallo Kai,

vielen Dank für die Antwort. Mit dem Gedanken DNA-Test haben wir auch schon
gespielt und ja, ich glaube, das ist der einzige Strohhalm, insofern in den
Einwohnermeldeakten von Kalisch der Name Edelmann nicht auftaucht.
Die Dame beim Jugendamt Halle hatte ich gefragt nach alten Akten und deren
Aufbewahrung. Da habe ich nur eine sehr vage Aussage bekommen, dass da
vermutlich nichts mehr da sei und das auch keiner so genau wisse. Sollte
sich hier also keine sehr engagierte Person finden, die uns helfen möchte,
sehe ich auch hier kein Weiterkommen.

Liebe Uta,

vielen Dank, dass du dir Zeit genommen hast, so ausführlich zu antworten.
Leider kommen all diese Ansätze in unserem Fall nicht in Betracht. Ja,
Ursula hat eine Ersatzgeburtsurkunde vom Standesamt I in Berlin, aber auch
das hilft uns nichts. Darauf sind genau die Daten vermerkt, die uns bekannt
sind, und diese Geburt kann in Kalisch mit jenen Daten nicht gefunden
werden. Ursula kam ja mit einem Kindertransport von Kalisch nach
Deutschland, sie hatte keine Dokumente bei sich. Sie kam dann in eine
Pflegefamilie. Die Pflegeeltern habe alle Dokumente zerstört und auch nie
darüber gesprochen. Vermutlich hatten aber auch sie keine weiteren Daten zu
den leiblichen Eltern, außer eben jene, die ich anfangs mitgeteilt habe.
Wenn niemand Daten hat bzw. auch nicht gesichert ist, dass die
bekannten/überlieferten Daten korrekt sind, kann auch das Einwohnermeldeamt
nicht helfen.

Trotzdem lieben Dank für deine Überlegungen.

Die Aufnahme als Pflegekind hat ja auch vor weit mehr als 30 Jahren
stattgefunden (1944/1945). Wir wissen nicht einmal genau, in welches Heim
sie kam. Das wäre Grundvoraussetzung, um zu recherchieren, ob vielleicht
doch noch Akten vorhanden sind (was aber unwahrscheinlich ist).
Und was ich vorhin schreiben wollte war, dass zu Ursulas Herkunft selbst ja
kein Einwohnermeldeamt in Deutschland Auskunft geben kann. Ich baue jetzt
wirklich auf die Unterstützung vom Staatsarchiv Kalisch, und hoffe, sie
schauen in den Einwohnermeldekarteien nach den Namen der leiblichen Eltern
bzw. dem Namen Edelmann.
Und weiterhin hoffe ich darauf, dass das Standesamt Kalisch sich meldet und
zu einer Recherche in den Namensverzeichnissen zu den Geburten bereit
erklärt (was ja eigentlich flott geht). Die Kommunikation ist nur etwas
mühsam. Wir haben diese Anfrage nun schon dreimal ganz explizit gestellt
(sogar fachmännisch polnisch übersetzt) und erhalten darauf nie eine
Antwort.

Hallo Christine,

falls nicht bereits geschehen, solltet ihr auf jeden Fall das Einwohnermeldeamt abfragen! Dort wird normalerweise vermerkt VON WO HER jemand zugezogen ist. Wenn Ursula Edelmann nicht direkt aus Kalisch stammt, sondern aus dem Umland, könntet ihr so einen entscheidenden Hinweis erhalten. Dass es dort wirklich eine Angabe dazu gibt, will ich nicht garantieren - es waren besondere Zeiten und ein besonderer Fall. Aber viel Aufwänd wäre es ja nicht.

Vielleicht solltet ihr auch Kontakt zu einem Adoptivkinderverein iin Polen oder Deutschland suchen - da könnte es ev. noch mehr Ideen geben.
Liebe Grüße
Uta (Härtling)

Hi Uta,

vielen Dank für deine Antwort. Aber so ganz verstehe ich den Ansatz nicht.
Ursula ist angeblich 1943 geboren. Ich kenne es von den deutschen
Meldekarten so, dass nur die Haushaltsvorstände eine Meldekarte hatten (also
meist männlich, in seltenen Fällen weiblich). Dort sind alle Daten zum
Haushalt vermerkt, z. B. Kinder, Heiraten, Zuzug, Wegzug etc. Ursula selbst
kann aber gar keine eigene Meldekarte haben, sie ist 1943 in Kalisch geboren
und kam 1944/1945 nach Deutschland. Wenn, dann hat evtl. ihre Mutter Renate
eine Meldekarte, aber auch nur, wenn sie allein in einem Haushalt lebte als
Haushaltsvorstand. Wenn nicht, könnte man nur nach Meldekarten mit dem Namen
Edelmann suchen lassen und schauen, ob Renate dort vermerkt ist, und das
habe ich ja beim Staatsarchiv in Kalisch in Auftrag gegeben. Allerdings
haben wir auch von Renate gar keine Daten wie z. B. das Geburtsdatum. Das
benötigt man aber mindestens für eine Abfrage über das Einwohnermeldeamt.
Aber wie gesagt, all diese Informationen müssten ja auch auf der Meldekarte
stehen, insofern denn eine existiert. Soweit mir die bekannten Recherchewege
(in Deutschland).
Ich hatte bisher auch nur zu deutschen Einwohnermeldeämtern Kontakt, da ist
es teilweise schon schwierig an Informationen zu kommen, in Polen ist das
vermutlich noch schwieriger?!
Also ich weiß tatsächlich nicht, was uns dieser Weg bringen sollte... oder
habe ich dich vielleicht falsch verstanden?

Schöne Grüße
Christine

Hallo Christine,

da ihr nicht wisst, in welchem Kinderheim sie in Halle lebte, wäre es
auf alle Fälle einen Versuch wert die Meldedaten hier in Deutschland
noch abzufragen.
Ob und welche Daten überhaupt ans Meldeamt geschickt wurden, ist
natürlich in dieser Zeit ungewiss. Aber spätestens als sie in ihre
Pflegefamilie kam, müsste das vermerkt worden sein.
Wenn ihr das Kinderheim kennt, könnte man auch dort suchen.

Viele Grüße
Kai