Studenten

Hallo Ihr Gelisteten,

ich brüte da über einem Problem, aber mir fehlt eine Information. Es geht um einen Herrn, der 1868 im hohen Alter von 86 Jahren gestorben ist, und zwar als "stud. theol.". Meine Frage- da er wohl bis dahin kaum jahrzehntelang im Hösaal gesessen haben wird : wer konnte sich damals stud. theol. nennen, ohne aktiv zu studieren ?

Danke für Eure Hilfe !
Jürgen (Laudi)

Hallo Ihr Gelisteten,

ich brüte da über einem Problem, aber mir fehlt eine Information. Es
geht um einen Herrn, der 1868 im hohen Alter von 86 Jahren gestorben
ist, und zwar als "stud. theol.". Meine Frage- da er wohl bis dahin
kaum jahrzehntelang im Hösaal gesessen haben wird : wer konnte sich
damals stud. theol. nennen, ohne aktiv zu studieren ?

Danke für Eure Hilfe !
Jürgen (Laudi)

Hallo JA 1/4rgen,
   kann das auch studierter Theoloder heiAYen?
   GruAY Reinhard

Moin,

"stud. theol." (studiosus theologiae = Student der Theologie) ist seit Jahrhunderten ein fester Begriff für den jeweiligen studentischen Status in einiuniversitären Ausbildungsgängen. Ebenso wie "cand. theol.", "stud. iur.", "cand. iur", "stud. med.", "cand. med.", usw.

D. h., der von Jürgen (Laudi) Erwähnte war also noch Studiosus und noch nicht Candidatus Theologiae.

Siehe bsw. hier: <https://de.wikipedia.org/wiki/Studiosus>

Ein "Theoloder" ist mir nicht bekannt.

Viele Grüße,
Jürgen

Hallo,

leider fehlen, wie so oft, Details, die wichtig sind für die Beurteilung. Daher schießen bereits Spekulationen in‘s Kraut, und die Vernünftigeren halten sich zurück. Denn allzu oft fallen einem nach einer Antwort die Frager in den Rücken mit Ihnen bereits von vornherein bekannten Details, um die Antwort zu Fall zu bringen.

Hier wird wohl entscheidend sein die offene Frage „Wo?“

Sterbeort, Geburtsort, Studienort...

Ansonsten: Warum soll er sich denn nicht stud. theol. nennen? Die Bezeichnung ist nicht geschützt und betrifft vielleicht den Höhepunkt seiner Karriere.

Außerdem: hat er sich denn selbst so bezeichnet? Wo wird er denn so bezeichnet? Im Sterbeeintrag? Dann dürfte doch wohl klar sein, dass der Pfarrer einen Bildungsgenossen in seinem ansonsten intellektuell anspruchslosen Kuhkaff (da gibt‘s sonst nur den Gutsbesitzer, der Offizier war und ständig mit dem letzten Feldzug nervt) hervorhebt. Da wird es schon Gespräche gegeben haben, wo man seine exklusiven Kenntnisse der griechischen und hebräischen Sprache hervorgekramt hat, vielleicht war man auch an der selben alma mater.

Warum die Bezeichnung 1868 witzig oder hämisch gemeint sein sollte, erschließt sich nicht. Dies wäre eher ab 1968 der Fall. Um 1810 dürfte ein Abgang von der Uni eher finanzielle Gründe gehabt haben, oder der Tod des Vaters zwang zur vorzeitigen Übernahme des Geschäfts, Gutes oder Bauernhofs. Nicht zu vergessen die napoleonischen Wirren einschließlich enthusiastischer Teilnahme an den Freiheitskriegen.

Völlig verfehlt ist es, heutige Zustände mit Minderqualifikation, Faulheit oder Einnisten in subventionierten Verhältnissen, auf damals zu übertragen. Der nicht examinierte Student stand in der Klassengesellschaft nur am unteren Ende seiner Klasse, ist aber nicht, wie heute, vollkommen an das untere Ende der sozialen Leiter gerutscht (auch heute nicht, wie KGE und Herr Ziemiak beweisen).

Mit freundlichen Grüßen

Arne Nilsson

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