Hallo, Herr Matthias Kuntze!
Die Sonntagsgedanken muss man wirklich erst sacken lassen, dann noch zwei
Mal lesen, wieder überlegen und antworten. Diese wird dann wahrscheinlich
auch noch falsch sein; ob geschichtlich als Betroffener oder nicht und
Vorteile heute hin oder her.
Ich bin zwar nur Jahrgang 42, in Beuthen/Oder NS geboren und erst 1947 als
junger Stift mit den noch lebenden alten, aber allen, wie sie glaubhaft
darlegen, mehrfach bestialisch bis zum nachbleibenden körperlichen Schaden,
von ganzen russischen Einheiten, aber auch sich rächenden streunenden Polen,
vergewaltigten Frauen nach Mitteldeutschland vertrieben und glaube, dass es
gut sein wird, mit der Aufrechnerei aufzuhören, sich hinzusetzen, die
Vergangenheit unserer Vorfahren zu verurteilen, aber endlich die
Schuldzuweisungen an alle zukünftige deutsche Generationen einzustellen.
Ein bekannter Schlesier, der von mir für seinen Mut verehrte Herr Hupka, hat
es richtig formuliert. "Man kann Unrecht nicht mit anderem Unrecht wieder
gut machen!"
Unrecht gab es im Europa der letzten 1000 Jahre schon immer, und keiner der
verfluchten Nationalisten ist da auch kein Stückchen besser gewesen; ob
Deutscher, Pole, Russe oder die Völker dieser Nationen.
Aufrechnen bringt wieder neuen Zwist. Macht nicht bitte im Internet nun auch
noch weiter.
Auch die Schulen sind nur das Sprachrohr der jeweiligen Ideologie des
herrschenden Staates. Eine Wahrheit will da gar keiner lehren. Was würde aus
der Macht.
Dies behaupte ich auch als tatsächlicher "Ostdeutscher", der in Schlesien
wegen der Scheiss-Politik der Nazis nur fünf Jahre leben durfte, dann unter
Polen zum "deutschen Schwein" (mit Absicht klein gescrieben) gemacht wurde,
in Schleswig-Holstein die wahre Lehre der Freiheit unterrichtet bekam, ab
1960 von den mitteldeutschen Sozialisten über die guten Polen und Russen
bekehrt werden musste, und jetzt als Neudeutscher schon wieder eines
besseren belehrt werden soll!
Hört auf zu stänkern, erkennt jedem das Recht auf Heimat an, gebt Ruhe mit
den Schuldzuweisungen, und nehmt vor allem der deutschen Jugend das
Minderwertigkeitsgefühl wegen der ach so viel schwerwiegender Verbrechen
ihrer Väter und Großväter.
Dann hat auch der heutige Nationalismus in Deutschland keinen Angriffspunkt
mehr, so dass nun auch schon wieder das Europäische Parlament auf uns mit
Verleumdungen rumtrampeln kann.
Woher nehmen diese von uns so hoch zu Unrecht bezahlten Parlamentarier
eigentlich das Recht, jetzt auch noch mich zu beschimpfen? Wo bleibt der
Aufschrei der Internationalisten? Wann bekommt mein Großvater für zwei Jahre
Zwangsarbeit in den ehemaligen dt. Ostgebieten seine Abfindung? Wann meine
Mutter eine Entschädigung für Ihre seelischen und körperlichen Leiden durch
die Horden Vergewaltiger?
Das sind meines Erachtens schon wieder Spitzen gegen die Diskussion im
Internet. Ich möchte sie nicht anheitzen. Die Mitteldeutschen werden nach
der Wende sonst noch neue Beispiele aus der Jetztzeit bringen können.
Vielleicht helfen uns endlich internationale Jugendlager in den
verschiedenen geschichtsträchtigen Regionen, zu denen mit Sicherheit auch
Schlesien, Ostpreußen, Pommern, Böhmen, Mähren, der Banat, Siebenbürgen,
aber auch das Wolga-Gebiet, oder sogar Karelien, Tirol oder Elsaß-Lothringen
herhalten könnten.
Die reiche Bundesrepublik Deutschland hat aber auch hierzu sicher wieder
kein Geld; Herr Graf Lambstorff kann eben nicht überall vermitteln, und ich
reiche dazu nicht aus.(Würde es aber gerne!)
Peter Frey
aus Beuthen 1942, Burg b. Magdeburg 1947, Geesthacht 1952, Dessau 1962