Situation in Malchin Frühjahr 1945

Guten Tag

Ich habe auf eMecklenburg gesehen, dass sehr eindrucksvolle Schilderungen zum
Ende des Zweiten Weltkriegs gesammelt wurden.

Auch ich habe eine Frage zu diesem Thema:

Kann mir jemand nähere Angaben zur Lebenssituation und speziell zur
medizinischen Versorgung in Malchin im Februar, März und April 1945 machen? Wie
war die Lebenssituation der Ortsansässigen? Wie war die
Lebensmittelversorgung? Wie wurden die Flüchtlinge medizinisch versorgt? Durch
wen und wo? Wo brachte man die Flüchtlinge unter? Gab es vor dem Einmarsch der
Russen einen Weiterzug der Flüchtlinge Richtung Westen? Flüchtete die
ortsansässige Bevölkerung? Wie erlebte man das Kriegsende?

Besten Dank

Sabine Hartmann

Hallo Sabine,

aus den Unterlagen meines Projekts (Sanitätswesen im 2. Wk) kann ich Dir für die genannte Zeit folgendes mitteilen, was die medizinische Versorgung auf militärischem Sektor betrifft.:

Reservelazarett Malchin
1944 wurde das Gymnasium Malchin zum Lazarett umgewandelt.
Gefallenenmeldungen: 07.02.1945, 20.4.1945
Räumung des Reservelazaretts am 29.April 1945.
Die Malchiner Turnhalle am Turnplatz diente während des Krieges (und in den ersten Monaten nach Kriegsende) als Lazarett und Behelfsunterkunft.
Kurz vor Kriegsende sind bei einem Zugunglück eines Lazarettzuges in Malchin 22 Todesopfer zu beklagen.
Am 30. April und 01. Mai 1945 werden durch gezielte Inbrandsetzung durch die Rote Armee zwei Drittel der Innenstadt Malchins vernichtet. Insgesamt werden 478 Wohnhäuser mit 766 Wohnungen zerstört und weitere 209 Wohnungen beschädigt.

Viele Grüße,
Jürgen