Schwäbische Bezeichnung "Huck"

Guten Abend in die Runde,

weiß jemand was genau eine „Huck“ ist ? Ich kenne diesen schwäbischen Begriff nur aus der abfälligen Bezeichnung für ein altes „schäbiges“ Haus, allerdings scheint der Ursprung eine andere Bedeutung zu haben und etwas mit dem Schankrecht zu tun zu haben?

Winterliche Grüße aus Hamburg

Kerstin

Hallo Kerstin

Ich bin zwar kein Schwabe

Aber laut Riepel

Hucker/Hückler Kleinhändler mit Waren meist Viktualien. Der seine Waren als Hausierer

In seinen Rückentragekorb vertrieb

Riepel s. 199

Ich kenn den Ausdruck Kirm für Tragekorb den Ausdruck kenne ich von meine Großmutter sie kam aus Niederbayern

Mfg

Robert Kaufmann

Hallo Kerstin,

in der Gerholzkartei finde ich auch nur einen Hinweis auf den Hucker, wie von Herrn Kaufmann erwähnt.

Gibt es noch mehr Kontext, also zusätzlich zu „Schankrecht“? Eventuell einen ganzen Satz oder so?

Viele Grüße aus Stuttgart

Hagen (Seifert-Marianek)

Hallo midnand,

hatte schon die „Etymologie des Schwäbischen“ hergeholt. Aber das Wetter war einfach zu schön für drinnen.

Huck oder Hucke

Stichworte zum Bedeutungswandel im Zeitablauf (meist nach Gebr. Grimm):

… die auf dem Rücken getragene Last im Allgemeinen

… das Bündel des Hausierers

… der Hausier-Kram

… Kramladen, Verkaufsladen

… ein Durcheinander von Waren (oder Menschen)

… altes, verkommenes Haus

Daraus sind nach Konrad Kunze diese FN entstanden:

Hucker, Hückler, Hoke, Hock/e, Hokk(n)er, Höck(n)er, tw. Heck(n)er

Viel Grüeß

Franz

Hallo zusammen,
Ich kenne die Huck, den Hucker auch nur, wie schon Herr Kaufmann zitiert hat.
Aber:
Im nahen Biberbach, Kr. Augsburg, direkt neben der imposanten Wallfahrtskirche gibt es den Huckerwirt.
Habe aber keine Ahnung, woher der Name der Wirtschaft kommt.
Und : im alemannischen gibt es doch die Hock, Hockete, ein im gemütlichen Kreis zusammensitzen. kennt ihr doch auch.
Die beiden Punkte nur so als Anregung.
Ich kann mal bei einer Biberbacher Forscher in fragen, woher die Bezeichnung kommt.
Viele Grüße von Margret Ottner

Hallo zusammen,

also ich kann aus meiner schwäbisch-alemannischen Redenserfahrung (aus Amtzell, bei Wangen im Allgäu) durchaus auch bestätigen, das „Huck“ (wie z.B. in dem Ausdruck „huckepack tragen“) das Tragen von Lasten auf dem Rücken bedeutet (insbesondere auch von Menschen, z.B. Spiel und Spaß, oder aus Gaudi, Wettlauf der Burschen mit Mädels auf dem Rücken). Aber auch einen Mehlsack trägt man „huckepack“ (tragen auf dem Rücken und über die Schulter).

Und die „Hock“, oder eher im Allgäu die „Hockate“, kommt vom „hocken“ oder auch „rum hucka“ (auf hochdeutsch = herum sitzen), es ist eben – wie schon unten gesagt – das gemütliche Herumsitzen mit- und beieinander. Wenn man aber „rum hucka“ bewusst sagte und verwendete, bedeutete das dann schon vorwurfsvoll das „sinnlose Herumsitzen“, anstatt zu arbeiten.

Beste Grüße

Helmut (Rothenhäusler)

Guten Tag zusammen,
ich meine der Huckler war ein Hausierer, der mit seiner Holzkraxen auf dem Rücken von Dorf zu Dorf, zog um seine Waren anzubieten.
Gruß Peter

Hallo zusammen

Da ich jetzt so oft zitiert wurde hat es mir keine Ruhe gelassen

Und habe im Internet noch einmal nachgesehen, und wurde fündig

In der Bayrischen Akademie der Wissenschaften gibt es ein Wörterbuch

Da heist es: Ist ihnen Huck(e) für Rückentragekorb

http://www.bwb.badw.de/bwb-digital.html

https://lexhelfer.bwb.badw.de/index.php?limit=&Bogen=&Frage=&Volltext=Huck&NichtVolltext=&Lemma=&Bezirk=SCH&Kreis=&Ort=&orderBy=

Gruß aus der Schanz

Robert

Hallo zusammen,

ich habe noch eine Idee:

Ich kann mir vorstellen, dass an einem Wallfahrtsort, der großen Zulauf hatte, von Huckern auch Devotionalien, Andachtsbildle etc., verkauft wurden. Dort hatten sie einen guten Markt- da haben sie gerne verkauft.

Und hinterher sind sie gerne beim örtlichen Wirt eingekehrt.

Es wäre Interessant, ob es auch woanders einen Huckerwirt oder ein Anwesen „Hucker“ gab.

Aber: eigentlich müssen wir da an Hausnamen denken, und ein Hausname Hucker ist wohl darauf zurückzuführen, daß darin einmal ein Hucker gelebt hat.

VG

Margret Ottner

Normannenstr. 1

86368 Gersthofen

Tel. 08230/891014

mobil: 0176/83776200

mail: margret.ottner@gmx.de

Hallo zusammen,

Hier die Erklärung zum Huckerwirt von einer Biberbacher Geschichtsforscherin.

VG

Margret Ottner

Normannenstr. 1

86368 Gersthofen

Tel. 08230/891014

mobil: 0176/83776200

mail: margret.ottner@gmx.de

Vielen Dank schon jetzt an die zahlreichen Rückmeldungen.

Meine Frage basiert auf folgendem Text einer Hoffolge:

1751 heiratete der Bräumeister Jakob Böhringer aus Dornstadt die Tochter Magdalena Kiefferin, tauschte 1760 die Schenke mit Joseph Braig auf St. Oswald und nahm dabei die Back- und Schenkgerechtigkeit mit auf St. Oswald. Braig behält das Recht, eine Huck zu betreiben.

Da ich den Begriff „Huck“ immer nur als abwertenden Begriff eines Hauses im Raum Biberach gehört hatte, bin ich hier aufmerksam geworden, dass es auch einen anderen Zusammenhang geben muss.

Am ehesten erscheint mir bis jetzt aus den Rückmeldungen, der Zusammenhang mit einem Kramladen/Verkaufsladen am plausibelsten.

LG Kerstin

Hallo zusammen, anbei unten Robert Kaufmanns weitere Infos zum Thema.

VG
Margret Ottner

image001.jpg