Hallo liebe Mitforscher!
Zur Vorbereitung einer Recherche in Archiven welche die Markt Oberkotzau betreffen, habe ich einen einen - leider mit einer „Sauklaue“ niedergeschriebenen- Text in einem Sterbebuch übersetzt.
Da mein Interesse drei Sterbeeintragungen aus 1761, welche die „Inquisition“, also peinliche Befragung also Folter, von zwei möglichen Straftätern betrifft, ist jedes Wort im Kirchenbuchtext für mich wichtig, da mögliche Hinweise für den Straf- Prozess enthalten sind!
Ich wäre Euch sehr dankbar, wenn Ihr das beigefügte PDF mit den Sterbeeinträgen aus Oberkotzau bezüglich der Nummern 17 (Andreas Schiller), 19 (Susanna Schiller) und 20 (Erhard Schiller), mit den von mir erstellten folgenden „Übersetzungen“ abgleichen könntet. Vielleicht habe ich ja das ein oder andere Wort falsch übersetzt/ verstanden und ich entstelle dadurch den Sinn der Niederschrift.
Bei einigen wenigen Stellen in den Texten, habe ich Wörter auch noch gar nicht entziffern können.
Hier meine übersetzten Texte:
Nummer17:
28.Juli 1761
Andreas, ein Bastard von Erh. (gemeint Erhard) Schillern, mit seiner leiblichen Tochter, jüngstes Söhnlein, starb gleich nach der jug. (gemeint Jünglings) Taufe und wurde auf hiesigem Gottesacker, nachts den 28. Juli in der Stille begraben
Nummer19
Susanna:
04. Sept. wurde Susanna Barbara Schillerin, des gleichfolgenden Vaters Johann Erhardt Schillers gewesenen Einwohners und Taglöhners allhier, älteste Tochter, nachdem sie mit ihrem leiblichen Vater Unzucht getrieben und danun unehelich schwanger wurden, nach _fray(?) ergangener ______ Inquisition und eingeholtem Urtheil und Recht von auswärtigen Rechtsgelehrten zum Schwerdt verdamet. dieses wurde an ihr angesetzet Tag von Philipp Christoph Fuchsen zu Bayreuth, __ dermaligen Nachrichters und wurde um 10 Uhr vormittags auf der, nahe am Rathe Haus liegenden B vollbracht. In der FrohnFeste wurde sie _______ _____ , wegen ________ Unwissenheit in __________ unterrichtet und ich hoffe zu Gott, nicht ohne allen Segen! Wie sie die mit großer Wehmuth ihre Sünden erkannt und Gnade und Vergebung derselben gesuchet hat. Sie war alt 38 Jahr und nicht völlige zway Monate
Nummer 20:
Erhard:
Am gleichen Tag, zur gleichen Stunde wurde, Johann Erhardt Schiller gewesener Einwohner und Tagelöhner allhier, wegen der, mit seiner Tochter Sussana Barbara Schillerin, begangenen Blut Schande, nach eingehohltem Urtheil und Recht von auswärtigen Rechtsgelehrten, von abgesandten Philipp Christoph Fuchsen, dermaligen Nachrichtern von Bayreuth, auf dem Ort und Stuhl seiner gewesenen Tochter, mit dem Schwerdt vom Leben zum Tod gebracht, dieser war ein Harder und alter Sünder, welcher viele Mühe und Arbeit daransetzet(?) endlich aber durch göttliche Barmherzigkeit ergriffen worde(n),
beide wurden auf _____ Saaldorf Gottesacker entfernet(?)
Vielen Dank km voraus für Eure Unterstützung!!!
LG
Mike
Schiller Inquisition .pdf (352,7 KB)