Sächsischer Adel: Die von Köckeritz um 1475 zu "Freyenwalde"

Werte Zeitreisende,

es geht um eine Ortsbestimmung im ehemaligen Sächsischen Churkreis:

1440 wurde Walther v. Köckeritz „mit seinem Bruder Heinrich mit einem Sedelhof und Dörfern zu (04916) Wildenau, Freienwalde, (15926) Wüstermarcke und (14913) Waltersdorf, 5 Mannen und dem 3. Teil des Gerichts zu (04916) Wiepersdorf, 3 Lehnleuten zu Kruppelsdorf (= 04916 Knippelsdorf), einem Hof und einer Hufe Landes zu Slywen (04936 Schlieben) beliehen.“ (KÖCKRITZ 1895 S. 132 nach EGA Weimar Cop. B 2. Zu Heinrich v. Köckeritz vgl. ebd. S. 148.)

1474 geben Heinrich (oder Hans) und Jorge (wohl Georg) von Köckeritz Besitz und Einlünfte Einkünfte aus „Freyenwalde“ an. In der Literatur wird dieses „Freyenwalde“ stets als bei einem „Schön(e)wald(e)“ gelegen angegeben. Dumm nur, daß es 2 Alternativen gibt:

04916 Freywalde bei Schönewalde im Amt Schweinitz
(Zeutsch 1791 S. 145: „Amts. Rittergut mit nur einigen Häusern“) :
15910 Freiwalde bei Schönwalde im Amt Luckau
(Zeutsch 1791 S. 145: „Zur Stadt gehörig“ mit 23 Bauern).

Die Angaben von 1474 zu Hufenbesitz usw. passen eher zu 15910 Freiwalde, ebenso, daß in diesem Zusammenhang ausdrücklich 15926 Wüstermarke erwähnt wird. Störend nur, daß Wikipedia zu 15910 Freiwalde (Bersteland) mitteilt: „Historisch gehörte (15910) Freiwalde zur Adelsherrschaft Reichwalde und kam dadurch im Jahr 1377 an die Herren von Bieberstein. Am 26. April 1414 verkaufte Johann von Bieberstein die Herrschaft mit den dazu gehörigen Dörfern an die Stadt Luckau, wo Freiwalde fortan ein Kämmereidorf war.“

Richtigkeit unterstellt, würde dies bedeuten, daß die Köckeritze von 1474 vielleicht doch 04916 Freywalde meinten, was wiederum gut zu den sonstigen 1440 miterwähnten Dörfern im heutigen PLZ-Berech 04916 passen würde.

Wer fühlt sich als Experte für die v. Köckeritze, Stadt und/oder Amt Luckau oder kann überhaupt hilfreiche Hinweise geben?

Auf solche hofft sehr

Jürgen Wagner.

Lieber Herr Wagner,

anbei ein Fundstück aus Dresden mit Bezug zu Torgau. Ich habe es nebenbei mit aufgeschnappt, vielleicht nützt es.
Der Weißgerber George Fran(t)ze gehört über -zig Ecken irgendwo zu den Meinen. Ob es nur geschäftliche oder vielmehr verwandtschaftliche Bande nach Torgau gab, erschließt sich mir im Moment nicht - ich halte das zweite aber für wahrscheinlicher; es ist für den Moment auch nicht so wichtig, es herauszubekommen.

Viele Grüße aus Chemnitz

Veronika Oehme