Liebe Listen-Mitglieder!
. jetzt kommt sie wieder mit ihrer 89jährigen Freundin .!
Also:
Meine 89jährige Freundin aus Breslau hat mir erzählt, dass sie mit ihren
Eltern und ihrem kleinen Sohn in der Wohnung lebte (in Breslau).
Die Eltern meiner Freundin wurden 1945 sehr krank und konnten nicht
flüchten. Sie haben sehr viel Glück gehabt (von den seelischen Schäden
und der späteren Flucht mal abgesehen) und meine Freundin war damals schon
nicht auf den Mund gefallen !
Jedenfalls klopfte es eines Tages an der Tür und ein Russe mit Gewehr etc.
stand davor. Er wollte bei der Familie leben.
An die Wohnungstür befestigte er ein Schild. Er legte sich immer zum
Schlafen in das eine Ehebett. In dem anderen schliefen die Eltern
meiner Freundin. Unter seinem Kopfkissen hatte er eine Pistole.
Sie hatten immer sehr viel Angst. Er sagte ihnen, dass er Arzt sei. So
achtete er auch sehr darauf, dass der kleine Junge meiner Freundin
Essen bekam.
So sagte ich meiner Freundin, dass es doch gut gewesen sei, dass er da war.
Er hat ja im Grunde die Familie beschützt.
Es ist auch nie etwas passiert.
Ich weiß jetzt gar nicht, wie er dann weiter gezogen ist.
Muss ich noch mal fragen.
Ich finde diese Geschichte auch mal nett zu hören und wollte sie gerne mit
euch teilen, da es ja auch zur Forschung gehört!
Liebe Grüße!
Rita Hartwig
Mutter: Gertrud Linke, geboren 1921 in Kunzendorf, Kreis Sprottau