Reisebericht Oberschlesien

Hallo,

Ich bin gerade zur�ck von einer einw�chigen Reise nach Oberschlesien.
Die Anfahrt war wie immer eine Strapaze, der Zustand der Autobahn Berlin -
Oppeln wird immer schlechter. Besonders zwischen Abzweig Bunzlau und
Liegnitz ist die Autobahn eigentlich nicht mehr befahrbar. Da ist es ein
Trost das die neue Autobahn zwischen Breslau und Oppeln schon fertig, und
zwischen Oppeln und Gleiwitz im Bau ist.
In Beuthen konnte ich wie immer in die dort vorhandenen Kirchenb�cher
1676-1945 problemlos Einsicht nehmen. Leider komme ich jetzt mit der
Forschung in eine Zeit, wo Beuthen nur ein kleines Nest war, und demnach
viele meiner Ahnen wohl nicht aus Beuthen stammten und somit nicht in den
Kirchenb�chern zu finden sind.
Bei der Nachforschung im Bistumsarchiv Kattowitz wurde mir gesagt, da�
"alle" �lteren Kirchenb�cher des Bistums Kattowitz dort liegen w�rden. Die
genauen Zeitr�ume und Orte scheinen ein Staatsgeheimnis zu sein, denn trotz
mehrfacher Frage wurde mir keine Antwort gegeben.
Eine Einsicht in die Kirchenb�cher ist nicht m�glich, ebenso so wohl eine
schriftliche Anfrage. Mann kann mehr �ber seine Ahnen nur herausfinden, wenn
man pers�nlich beim Archiv erscheint, dort an der Kasse 50 Zl. einzahlt und
vor Ort den Antrag stellt. Die weiteren Kosten sind dann 20 Zl. pro
Suchstunde und 5 Zl. pro Datum bzw. 10 Zl. pro Abschrift. Wenigstens werden
einem die Ergebnisse der Forschung auch zugesandt.
Da man nicht selber Einsicht nehmen kann wirft nat�rlich das Problem auf,
da� man nach Ahnen die nicht im selben Ort geboren sind, und bei denen der
Geburtort nicht angegeben ist, nicht in den umliegenden Orten suchen kann.
Da hilft wohl nur die Hoffung, da� die Kirchenb�cher irgendwann verfilmt
werden.
In Sch�nwald, Krs. Gleiwitz bekam ich auch problemlos Einsicht in die
Kirchenb�cher, wenn man einmal von der ungew�hnlichen B�rozeit von 730 - 900
am Samstag morgen absieht (zur selben Zeit auch Montag und Donnerstag).
In Leisnitz, Krs. Leobsch�tz gibt es noch einige deutsche Gr�ber auf dem
Kirchhof, u.a. die Namen Breitkopf, Behr, Kirchner, und das Familiengrab
Spiller. In Bratsch gibt es ein altes deutschen Kriegerdenkmal z.T. noch mit
Bildern der gefallenen Soldaten. Insgesamt macht der Kreis Leobsch�tz einen
ziemlich heruntergekommenen Eindruck, da heute meist nur ein Teil der H�user
bewohnt ist, der Rest verf�llt. In Thr�m wohnen noch 20 Deutsche Familien,
ich habe mich hier lange mit einer Einwohnerin unterhalten, hier steht auch
noch das Grab des Pfarrers Oswald Neumanns, eines Onkels meines
Ur-Gro�vaters.

Gru�,

Ingolf Vogel