Re: Niederschlesien-L Nachrichtensammlung, Band 9, Eintrag 49

Message: 5
Date: Sun, 29 Aug 2004 10:42:02 -0400
From: "Boehm-Chronik" <guenter@boehm-chronik.com>
Subject: Re: [NSL] Wetter Ende Januar/Mitte Februar 1945??
To: "Niederschlesien-L" <niederschlesien-l@genealogy.net>
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Hallo Forscherfreunde,

recht vielen Dank f�r Eure so n�tzlichen Informationen.

Frage an Ralf Ludewig:
Darf ich das Erlebnis Deines Vaters als Fussnote in den Bericht
meines Bruders aufnehmen?
http://www.boehm-chronik.com/geschichte/todesmarsch.htm
Dass man den Umweg �ber Sch�mberg w�hlte entspricht den
Gepflogenheiten der Todesm�rsche, den Weg so lang wie nur
m�glich zu w�hlen.

Ich habe diesen Marsch auch gesehen. Ich stand mit meiner
Mutter an der Schweidnitzer Strasse, Ecke Kleine Kirchstrasse.
Ob es mehrere Todesm�rsche durch Friedland gab kann ich
nicht sagen. Das ist mir unbekannt. Ich weiss nur, dass wenige
Tage vor Kriegsende eine kleine Gruppe Friedl�nder den
Lagerkommandanten bat, die H�ftlinge aus dem Aussenlager
Friedland (an der Schmidtsdorfer Strasse) "laufen zu lassen",
um Vergeltungsaktionen zu verhindern. Ob man einige H�ftlinge
"laufen liess" entzieht sich meiner Kenntnis. Bei Kriegsende gab
es meines Wissens von den freigelassenen KZ-lern keine Vergeltungen
an der Zivilbev�lkerung Friedlands.
http://www.boehm-chronik.com/geschichte/russenkommen.htm

Hallo G�nter,

ja, sicher kannst Du die Erfahrung meines Vaters mit aufnehmen!

Auch er best�tigte mir, da� es in Raspenau zu keinerlei Vergeltungen kam.
�berhaupt ging es dort wohl im Vergleich zu vielen anderen Orten ruhig zu.
Die Russen sind erst am 09.05.45 eingetroffen und benahmen sich doch
halbwegs vern�nftig. Schwieriger waren da die aus der deutschen
Gefangenschaft
zur�ck kehrenden Russen, die mehrmals durch Raspenau zogen.
Meinem Gro�vater hatten sie einen Handwagen weggenommen, worauf er sich
zu wehren begann. Gl�cklicherweise konnte meine Gro�mutter ihn �berzeugen,
da� er wohl besser nachgibt! Ich denke im Vergleich zu anderen war das doch
eher eine harmlose Begegnung.
Auch von dramatischen �bergriffen bei Nachbarn ist meinem Vater zumindest
nichts bekannt geworden.

Gru�
Ralf Ludewig

http://ralf.ludewig.bei.t-online.de