Pfälzer Auswanderer im Schildgebirge/Ungarn

Wer forscht noch mit. o. g. Schwerpunkt?

Mein zentraler Fokus sind die Pfälzer Auswanderer von der Sickinger Höhe, die sich im Schildgebirge angesiedelt haben und auch von dort aus weiterzogen.
Prominentestes Beispiel sind die Vorfahren des ehem. wohl bekanntesten Tarzan Darstellers Johnny Weissmüller, dessen Vorfahren von Harsberg nach Kozma kamen und dann von dort nach Grabatz weiterzogen.
Ich versuche eine Liste nach Herkunftsorten zu erstellen und konnte bereits einige Familien identifizieren, u. a.:

  • aus Kirchenarnbach-Obernheim: Bordscheller, Herrgart, Hochbein, Jung, Kindel/Kenell/Künell, Klein, Klingler, Knestl, Knörr
  • aus Martinshöhe: Amann
  • aus Zeselberg: Amann, Kindel, Kipper, Wien

Nebenbei erfasse ich die Zufallsfunde der Pfälzer Auswanderer nach Ungarn, u.a. Kennel, Kendel/Khendl/Kindel für eine spätere Auswertung/Namensliste mit Schwerpunkt aus der Gft. Sickingen und dem OA Lautern.

Peter (Kindl)

Hallo Peter,

ich vermute, dass Du die Bücher von Hacker zu Kurpfalz und Rheinpfalz sowie Wilhelm & Kallbrummer kennst. Letzteren habe ich vorliegen und kann bei Bedarf auch etwas nachschlagen.
Liebe Grüße
Peter (Stefan)

Hallo Herr Kindl,

Ihre KIindl/Kennel-Vorfahren kommen aus Birkenheit/Walschbronn im Elsass. Ich habe alle Kennel/Kindel der Verbandsgemeinde Ramstein-Miesenbach - habe leider auch sehr sclechte Erfahrungen mit einem Namensvetter von Ihnen gemacht, der die Abschriften der standesamts- bzw Kirchenbucheinträge nicht anerkannte. Kindel hat mit Kennel nichts zu tun, war seine Einstellung.

Mit freuindlichem Gruß ,

Kurt Weinkauf

-----Original-Nachricht-----

Hallo Peter,

herzlichen Dank für Deine Antwort.

Hacker kenne ich namentlich, seine Bücher nicht - werde mir sein Buch zur Kurpfalz einmal ausleihen.

Ich bin Mitglied beim AKdFF und habe deshalb W&K (CD), sowie alle Stader Bände zu Orten im Schildgebirge und selbstverständlich das Lebenswerk von Stefan Stader, das Sammelwerk donauschwäbischer Kolonisten.

Die Recherche ist sehr zeitaufwendig und ich hatte auf einen Mitstreiter gehofft - forsche seit 30 Jahren und habe noch keinen FOKO zum Schildgebirge gefunden.

Z. Zeit arbeite ich an der Übersetzung einer sehr detailierten ungarischen Quelle - A TATAI ÉS GESZTESI ESZTERHÁZY - URADALOM, SZABAD György, 1957, obwohl ich kein ungarisch spreche :wink:

Liebe Grüße

Peter

1 „Gefällt mir“

Hallo Peter,
Hatte für meine eigenen Recherchen 5 oder 6 Bücher von Hacker ausgeliehen und habe dort leider nur die Seiten herauskopiert, die mich interessiert hatten. So kann ich da leider nicht direkt helfen. W&K hätte ich auf der CD nachsehen können, aber das hast Du ja auch.
Liebe Grüße aus Oberbayern
Peter

Hallo Herr Weinkauf,

herzlichen Dank für Ihre Antwort.

Die “schlechte” Nachricht: Ihre schlechte Erfahrung mit einem Namensvetter bin ich! und ich muss Ihnen widersprechen:

  1. Ich erkenne selbstverständlich standesamtliche Einträge an, und es ging damals um Datenkonflikte, die ich versuchte aufzuklären - Details s. u.
  2. Kindel hat mit Kennel nachweisbar - standesamtliche Eintragungen, nichts zu tun! Aufgrund von Verschreibungen wurde aus Kindel Kennel und Kendel (überwiegend katholisch!) und die namentliche “Vermischung/Verwechslung” mit der Kennel Sippe (überwiegend reformiert) ist insbesondere in Niedermohr nachweisbar. Die reformierten Kennel stammen nachweisbar von der Schweizer Sippe von Känel aus Aeschi b. Spiez und Reichenbach im Kandertal ab - ich besitze das KB Reichenbach/Kandertal!
  3. Meine Kindel - alle katholisch, stammen nachweislich von einem Hanß Kindel aus Hettenheim/Neuleiningen ab, wanderten in den Raum Reichenbach(-Steegen) und der Auswanderer Johann Jakob Kindel lebte zeitweise in Obernheim, heiratete als Johann Jakob Kennel in Kirchenarnbach die Elisabeth Margaretha Hochbein und wurde in Kozma 1746 als Johann Jakob Kindel registriert. Anhand meiner standesamtlichen Unterlagen (Originalunterlagen FamilySearch) kann ich verschiedene Verschreibungen und somit falsche Transkriptionen nachweisen)

Es gibt allerdings einen Auswanderer Niclas/Nikolaus Kindel (*um 1735) aus Brettnach, S. v. André Kindel & Elisabeth Plunz, der sich an der Banater Militärgrenze ansiedelte. Der könnte mit den Kindel aus Birkenheit/Walschbronn verwandt sein. Zu meinen Kindel gibt es z. Zt. nach den mir vorliegenden Unterlagen keine, nachweisbare Verbindung zu dieser lothringischen Sippe.

Um die Verwirrung noch zu steigern kann ich Ihnen mitteilen, dass auch "Schweizer Kennel/Kendel” nach Ungarn auswanderten und in einem Fall nachweislich als Kindel auftauchen. Auch hier gilt dann Kindel/Kindl hat mit Kindel/Kindl/Kennel nichts zu tun. Ich habe detaillierte Unterlagen zu den ungarischen Kindel/Kindl und habe mehrere nicht verwandte Sippen identifizieren können.

Wie o. - u. 1. erwähnt, die bis heute ungelösten 3 Datenkonflikten aus zwei Ahnenlisten mit Referenzen zu den standesamtlichen Eintragungen!:

Konflikt Ehe Kennel-Brauchler: zwei unterschiedliche Ehemänner:

EM1. Johannes Nicolaus Kennel (= von Känel, ref. Schweizer Abstammung (*16.1.1746 Niedermohr) vs
EM2. Nicolaus Kennel (= Kindel) (*Nanzweiler, 2.7.1749 Kirchmohr)
mit Anna Margaretha Philippina Brauchler - Eheschließung um 1772 (Ort der E. unbekannt)
Daraus ergibt sich ein Konflikt zur Eheschließung eines Sohns (Kennel-Heintz), weil die Eltern nicht eindeutig sind.

Konflikt Ehe Kennel-Heintz: zwei unterschiedliche Ehemänner:

Ein Sohn aus o. g. Ehe Kennel-Brauchler

S1. Johann Jacob Kennel/von Känel (*24.1.1789 Niedermohr, Taufe 1.2.1789 Spesbach)
vs

S2. Jacob Kennel/Kindel (*1787 Niedermohr) heiratete
Maria Philippina Heintz am 22.5.1810 in Steinwenden.

Diese zwei Konflikte verdeutlichen die Vermischung/Verwechslung der Sippe Kindel mit von Känel in/um Niedermohr. Da in den Heiratseinträgen die Angabe zu den Eltern fehlt, kann man nur aufgrund der religiösen Zugehörigkeit und den Daten zu den Trauzeugen die Abstammung vermuten.

Ich habe diese Konflikte vor Jahren dokumentiert aber aufgrund anderer Prioritäten mich nicht mehr darum gekümmert, da es nur eine Seitenlinie in meinem Stammbaum betrifft - ich habe mir allerdings drei KB St. Nikolaus Ramstein gekauft, weil viele Ahnen aus Seitenlinien darin vorkommen.

Konflikt Ehe Kennel Kern in Katzweiler
Katzweiler Nr.1762 Johannes Kendel (*10.7.1761 Niedermohr, S. v. Peter Kennel & Elisabeth Schaan) vs
Enkenbach-Alsenborn Nr. 3001 Johann Kennel (*1755), Ackersmann auf der Eselfürth
Ehe mit (Anna) Elisabeth Kern (Kirn).

Ich habe mehr als 20 Jahre zu den von Känel (s. a. Fincannon in USA!?) geforscht, bis ich dann feststellte, dass meine “Kennel” nichts mit den reformierten Kennel zu tun haben und vom FN Kindel abstammen. Vielleicht gibt es sogar eine Verbindung zu den “von Kindel”, die im Umfeld der Sponheimer Grafen erwähnt werden - urkundliche Unterlagen dazu liegen mir vor!

Es bleibt spannend und es gibt hin und wieder ungeahnte Überraschungen.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Kindl

Hallo Peter,

ich hatte einmal einen hessischen Auswanderungsfall und mir den Abschnitt aus dem Buch von Reimann kopiert. Leider gab es keine Details zum Ansiedlungsort.

Ich befürchte, dass es bei Hacker ähnlich ist und ihn vielen Fällen keine zweifelsfreie Angabe zu den Ansiedlungsorten gibt. Wie ist das bei den Dir vorliegenden Kopien?

Da im Sammelwerk donauschwäbischer Kolonisten auch Hacker als Quelle angegeben ist, werde ich meine Daten zunächst hier abgleichen. Bei meinen Kindel habe ich schon entsprechende Korrekturen dokumentiert.

Sonnige Grüße aus den Rheinhessischen Weinbergen

Peter

Hallo Peter,
Hacker hat sich mit der Auswanderung beschäftigt und diese anhand der Quellen aus der Herkunftsregion zusammengestellt. Daher sind die Angaben zur Herkunft recht zuverlässig während die zum Ziel oft schwammig sind. Dagegen ist W&K eher ein Überblick zur Einwanderung und die Herkunft ist eben so, wie sie irgendwelche Beamte z.B. in Wien notiert haben (was sie eben verstanden haben). Dagegen ist das Ziel i.d.R. stimmig, soweit sich die Einwanderer nicht während der Reise umentschieden haben, was wohl im Einzelfall vorkam.
LG
Peter (Stefan)

Sehr geehrter Herr Kindl,

Haben Sie bereits das Archiv von discourse mit Hilfe der Lupe rechts oben durchsucht? Man findet dabei Treffer zum Suchbegriff, die teilweise bis ins Jahr 2000, also 25 Jahre, zurückreichen. Wenn bei der Suche nach"Schildgebirge" (bitte in Anführungszeichen, beide oben) auf einen interessanten Treffer stoßen, diesen einfach aufrufen und über „antworten“ Kontakt zum damaligen Schreiber aufnehmen.

Welche sonstigen Quellen haben Sie denn schon im Laufe Ihrer Forschung "angezapft? In München gibt es z.B. ein „Haus des Deutschen Ostens“. Ob die helfen könnten - keine Ahnung.

Das Pfälzer Landesarchiv fällt mir noch ein (Speyer?)

Vielleicht gibt es auch einen Verein für Ungarndeutsche? Donauschwaben-Vereine gibt es sicher mehrere.

Was fällt mir sonst noch ein? Pfälzische Rekrutierungslisten aus der fraglichen Zeit, mit einem entsprechenden Vermerk „Verschwunden nach Ungarn“ oder ähnlich.

Vielleicht sogar die IHK, bzw. Deren Wirtschaftsarchiv: Handelsbeziehungen zwischen der Pfalz und Ungarn/Donauschwaben/Siebenbürgen etc.

Wenn Sie in einer größeren Stadt leben, gibt es vielleicht auch eine gute Stadtbibliothek oder Stadtarchiv, wo man evtl. Noch weitere Ideen haben könnte.

… alles nur so Ideen. Die Sie vermutlich alle schon ausgeschöpft haben.

Allzeit viel Forschererfolg wünscht nebst einem schönen Wochenende

Mit freundlichen Grüßen

Alexander Peren

Hallo Herr Peren,

ich sitze ja eigentlich an der besten Quelle als Mitglied im AkdF mit deren umfangreichen Bibliothek in Sindelfingen.
Leider ist das west-ungarische Bergland von Familienforschern nicht so gut besetzt wie das Banat, und außer den Publikationen von Stefan Stader und Peter Tarnai sowie Ferdinand Hengl gibt es keine umfangreichen Ausarbeitungen zu diesen Ansiedlungen.
Z. Zt. transkribiere ich mit Hilfe von KI-gestützter SW zwei ungarische Publikationen zur Besiedlung durch die Familie Eszterhazy.

Mit freundlichen Grüßen und den besten Wünschen fürs Neue Jahr

Peter Kindl

1 „Gefällt mir“