Ortsfamilienbuch Hamburg frei zugänglich bis 7. April 2024

Originally published at: Ortsfamilienbuch Hamburg frei zugänglich bis 7. April 2024 • Verein für Computergenealogie e.V. (CompGen)

Wie bereits schon einmal – zum 100. Jahrestag der Vereinsgründung der Genealogische Gesellschaft Hamburg e…V. (GGHH) im Jahre 2018 – wird auch in diesem Jahr das im Entstehen befindliche Ortfamilienbuch Hamburg über Ostern bis zum Sonntag, 7. April 2024, allen an der Familien- und Ahnenforschung Interessierten frei zugänglich gemacht. Der Verein selbst bezeichnet die zeitlich begrenzte Zugänglichkeit der Daten als „Unsere Osterüberraschung“.

Stand der Arbeiten am Ortsfamilienbuch Hamburg

Seit 16 Jahren werden die Daten von 26 Mitgliedern des Hamburg-Teams aus den Kirchenbüchern und weiteren Quellen der Millionenstadt Hamburg abgeschrieben und erfasst. Die Datenbank ist weiter im Aufbau, bisher sind über 400.000 Datensätze erfasst. Eine Auflistung der ausgewerteten Quellen ist hier zu finden.

Den Stand der Arbeiten beschreibt Peter Dörling, Ehrenmitglied der GGHH und Betreuer des Ortfamilienbuchs hier: Im Innenstadtbereich sind die Trauungen von ca. 1610 bis 1796 und 1800 bis 1850 nahezu komplett erfasst, Geburten, Sterbefälle und Querverbindungen zu Kindern, Eltern, weiteren Ehen nur teilweise. Auch vor 1600 sind Einträge zu finden. Aus den Außenbezirken sind zusammen ca. 115.000 Einträge enthalten. Das Inhaltsverzeichnis listet die zahlreich vorhandenen Namens- und Familienregister für die einzelnen ausgewerteten Quellen getrennt in Form von durchsuchbaren alphabetisch geordneten Tabellen auf, die nach Jahrhunderten getrennt sind. Vor der Suche sollte man die gesuchten Personennamen in der Liste der Standardnamen überprüfen.

Die Suche in den einzelnen Tabellen ist mühsam. Man kann zwar die Inhalte leicht in das eigene Tabellenprogramm übertragen, aber davon wird dringend abgeraten, weil ständig Ergänzungen und Korrekturen eingeliefert werden. Die Tabellen unterscheiden sich z.T. in Umfang und Inhalt. Man hat den Eindruck, dass es keine einheitlichen Richtlinien für Struktur der Tabellen gibt. Für die Zeit nach 1875 wird auf einige wenige Online-Ortsfamilienbücher verwiesen.

Aus heutiger Sicht ist es unverständlich, dass kein Genealogieprogramm eingesetzt wurde, das eine gemeinsame Online-Nutzung durch mehrere Bearbeiter zulässt wie z.B. TNG, PhpGedView, WebTrees, Gramps, GEN-DO! u.ä. und einen Export/Import für GEDCOM-Dateien beinhaltet. So ist zum Beispiel die Auswertung der Kölner Innenstadt-Kirchenbücher aus den FamilySearch-Indices auf koelnerbuerger.de mit über einer halben Million Personen ein erfolgreiches und zudem kostenlos zugängliches Projekt geworden. Leider sind solche mit Köln vergleichbaren Indexdateien für Hamburg bei FamilySearch nur in sehr geringem Umfang für Zivilstandsregister nach 1800 zu finden.

Der Verein GGHH

Die Genealogische Gesellschaft Hamburg e..V., gegründet 1918, fördert als gemeinnütziger Verein die Familien- und Ahnenforschung und unterhält in der Alsterchaussee 11 in 20149 Hamburg eine umfangreiche Fachbibliothek (über 27.000 Bücher, Medien, Zeitschriften, Ahnen- und Stammtafelsammlung) und eine Bibliotheks-Datenbank mit etwa drei Millionen Personen-Einträgen, u.a. aus Familien- und Todesanzeigen und einem Pastoren-Verzeichnis. Außerdem werden monatliche Vorträge, Treffen, Arbeitskreise und Sprechstunden für Genealogen angeboten. Der Verein hat fast 600 Mitglieder und ist Herausgeber der vierteljährlich erscheinenden Zeitschrift für Niederdeutsche Familienkunde.

Oh, das ist aber extrem höflich formuliert. Ich suche nach Mitgliedern der Familie “Jacobsen”, einem in Hamburg nicht gerade seltenen Namen. Gut, dass die verschiedenen Schreibweisen des Namens zusammen geführt worden sind.

Aber dann: Wie viele Tabellen gibt es denn? Für verschiedene Zeiträume und Ortsteile jeweils getrennte Tabellen. Die soll ich alle einzeln aufmachen? Keine Metasuche? Das geht gar nicht. Ich habe ja Verständnis für “Work in progress“, aber das sollte das Team vielleicht mal überdenken, ob die viele und wertvolle Arbeit so hinter verschlossenen Mauern noch viele Jahre weitergehen soll. Vielleicht wäre es besser das ganze Dilemma offen zur Diskussion zu stellen. Es gibt sicher ein paar Big Data Experten, die Vorschläge machen können, wie man das zusammenführen könnte.

Ich bevorzuge ein Projektvorgehen, das agil ist. Möglichst schnell einen Nutzen erzeugen und den dann immer weiter steigern. Das finde ich persönlich viel besser als Jahrzehntelang im stillen Kämmerlein zu arbeiten. Kann man vielleicht die Tabellen mit GedTool in GEDCOM überführen und die Werkzeuge eines Genealogieprogrammes zur Qualitätssicherung verwenden? Und das ganze als Open Data und nicht hinter einer Vereinsschranke? Gab es da nicht im letzten Jahr ein Vorbild aus der Nachbarstadt Bremen?

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