"ohne Frauengeleit"; Zusatz in Todesanzeigen

Hallo liebe Mitforscher,

in Todesanzeigen um 1920/30 erscheint oft der Zusatz: Die Beerdigung
findet (...) "ohne Frauengeleit" statt.
Was ist mit diesem Zusatz gemeint? War das Frauengeleit abh�ngig von
einem "Geleit=Geld"?
Danke im voraus f�r eure M�he.

Freundliche Gr��e aus Langenberg/Rheinl.

J�rgen (Beilicke)

*.....................................................
J�rgen Beilicke
Vo�kuhlstra�e 27
D-42555 Velbert-Langenberg
Tel.: 0 20 52 / 57 50
jbeilicke at web.de

"Willst du den Charakter eines Menschen kennenlernen, so gib ihm Macht"
(Abraham Lincoln; 1809 - 1865, 16. Pr�sident der USA)

J�rgen Beilicke schrieb:

in Todesanzeigen um 1920/30 erscheint oft der Zusatz: Die Beerdigung
findet (...) "ohne Frauengeleit" statt.
Was ist mit diesem Zusatz gemeint? War das Frauengeleit abh�ngig von
einem "Geleit=Geld"?
Danke im voraus f�r eure M�he.

Freundliche Gr��e aus Langenberg/Rheinl.

J�rgen (Beilicke)

...also gleich um die Ecke, da muss ich doch antworten!

Hallo J�rgen,
diesen komischen "Brauch" gab es wohl erst seit dem Ende des 19.
Jahrhunderts - und auch nur bei "Gedienten". Seine Tradition reicht aber
um einiges weiter zur�ck, ist aber auf den h�heren Adel seit der Zeit
der Aufkl�rung beschr�nkt.

Einige Beispiele:
Der T�rkensieger Ruprecht Freiherr v.EGGENBERG lie� sich bei seinem
Schloss Ehrenhausen ein barockes Mausoleum errichten und verf�gte, dass
darin nur m�nnliche, katholische Familienmitglieder im Generals- oder
Obristenrang bestattet werden d�rfen.

Ein preu�ischer Graf v.SCHWARZENBERG hatte testamentarisch verf�gt, dass
ihm nur seine Jagdkameraden Geleit geben sollten, dass man ihn nur auf
dem Bauche liegend einsargen und am Grab nur das Jagdsignal "Sau tot"
blasen d�rfe.

Friedrich der Gro�e bestimmte, dass man ihn ohne Pomp und religi�se
Zeremonie im Garten hinter seinem Schloss Sanssouci bei den Windhunden
begraben solle. Seine Nachkommen hielten sich zwar nicht daran, jetzt
liegt er aber wirklich bei den Windhunden und die Brandenburger legen
ihm Kartoffeln auf seine Grabplatte.

Friedrichs Vater, der "Soldatenk�nig" Friedrich Wilhelm I., befahl,
seinen Leibphilosophen, Hofnarren und Pr�sidenten der Preu�ischen
Akademie der Wissenschaften Jakob Paul v.GUNDLING in der Kirche von
Bornstedt in einem Weinfass zu begraben und stiftete ihm zum Spott �ber
seine Feigheit ein Wappen mit einem Hasen.

Gr��e vom Niederrhein,
G�nther B�hm

Hallo in die Runde,

vielen Dank f�r die prompte Hilfe, Tipps und Hinweise.

Freundliche Gr��e aus Langenberg/Rheinl.

J�rgen (Beilicke)

*.....................................................
J�rgen Beilicke
Vo�kuhlstra�e 27
D-42555 Velbert-Langenberg
Tel.: 0 20 52 / 57 50
jbeilicke at web.de

"Willst du den Charakter eines Menschen kennenlernen, so gib ihm Macht"
(Abraham Lincoln; 1809 - 1865, 16. Pr�sident der USA)