Nochmal zu den Kirchenbüchern

Liebe Forscherkollegen/innen

Vielen Dank für die rege Diskussion, aber damit lösen wir das Problem leider nicht.

Ich wollte nur den Sinngemäßen Vorwurf "warum geht im Norden nicht was der Süden macht" erklären.

Es liegt nicht an den Forschern in Norddeutschland, wir würden gerne sofort wenn man uns lässt! Aber ohne Einverständnis der Kirche wird es nie etwas.

Wir wären ja schon froh wenn wir wenigstens die Trauungen mit Namen und Datum veröffentlichen dürften um jahrelange mühevolle Sucharbeit zu vermeiden, denn selbständige Handwerker und Holländer sind oft herumgereist auf der Suche nach Arbeit und die Herkunft lässt sich so ohne weiteres nicht klären.

Aber wie schon mitgeteilt hat sich seit unserem Gespräch mit der Nordelbischen Kirche in Kiel vor 3 Jahren (!) und eine Nachfrage im Dezember 2009 überhaupt nichts getan.

Falls jemand von der Nordelbischen Kirche mitliest: Das Durchschnittsalter unserer Vereinsmitglieder liegt bei Mitte 60, wenn die Antwort noch länger ausgesessen wird gibt es bald kaum noch jemand der die alte Schrift lesen kann!

Die Mormonen haben zwar einige Kirchenbücher verfilmt, aber da gibt es den netten Hinweis: "Kein Umlauf in genealogischen Forschungsstellen in Deutschland".

Nur unter dieser Voraussetzung durften die Bücher verfilmt werden.

Der Kirche könnten ja die Gebühren der Ahnenforscher entgehen, obwohl diese teilweise "lästig" sind, denn vermutlich um die Forscher abzuschrecken haben einige Kirchenkreise inzwischen die Gebühren auf SIEBEN EURO PRO STUNDE festgelegt (bei eigener Suche!).

Und dann hofft noch jemand darauf die Kirchenbücher aus Nordelbien Online zu stellen? Vergesst es!

Einzige kleine Möglichkeit: Die in den staatlichen Archiven wie Schleswig, Lübeck und Kiel lagernden Bücher (meist Duplikate) können vom Archiv kopiert werden. Die notwendige Hardware ist dort vorhanden. Nur der Preis für ein komplettes Kirchenbuch wird wohl sehr hoch sein!

Und die Genehmigung des Archivs muss natürlich vorliegen um die Fotos zu veröffentlichen.

Aber man kann auch die Namen abschreiben und mit den Jahreszahlen veröffentlichen, so ein Register vereinfacht zumindest die Suche erheblich.

Unser Mitglied Joachim Memmert hat in den vergangenen Jahren die Trauregister des Herzogtums Lauenburg aus der Zeit von 1751 bis 1800 abgeschrieben und in gleicher Weise wie Franz Schubert in vier Broschüren auf rd. 850 Seiten zusammengestellt. Zwei Registerbände erschließen die Namen in alphabetischer Folge.

Es bleibt zu hoffen, dass sich weitere Forscher finden, die den bedauerlichen Rückstand Schleswig-Holsteins bei der Auswertung der Traubücher nach 1705 aufarbeiten helfen.

Im Familienkundlichen Jahrbuch 2010 werden u.a. 89 Trauungen mit Auswärtigen im Traubuch der Kirchgemeinde Landkirchen auf Fehmarn in der Zeit von 1763 bis 1800 veröffentlicht.

Viele Grüße

Peter Drygalla
Schleswig-Holsteinische Familienforschung e.V.