Hallo Herr Conrad,
sie fragten mich wegen ein paar Namen. Ich habe nachgeschaut und wollte
ihnen schon vor einiger Zeit diese Mail senden. Mein E-mail-Programm meldete
jedoch beim Versenden diesen Fehler:
Nicht genuegend Arbeitsspeicher ........
Nebenbei bemerkt, habe ich 256 MB Arbeisspeicher. Merkwuerdig, nicht?
Diese Fehlermeldung kommt jedesmal, wenn ich ihnen diese E-mail senden
wollte.
Nun sende ich die Antwort, wenn auch verspaetet ueber die Liste.
Hier die Bedeutung der Namen, die ich gefunden habe:
ACKERMANN
Berufsname zu mittelhochdeutsch "Ackermann" >Ackerbauer< fuer einen Bauern,
der im Gegensatz zu dem Vollbauern nicht seinen eigenen Boden bebaute.
"dez akermans hus" wird 1350 in Esslingen erwaehnt.
DITTRICH > DIETRICH
Aus dem gleich lautenden deutschen Rufnamen (thiot - rihi) entstandener
Familienname. Der Name spielte in der Namengebung im Mittelalter eine gro�e
Rolle. Er war allgemein bekannt durch die Sagengestalt Dietrich von Bern, in
der der gro�e Ostgotenk�nig Theoderich (5. /6. Jh.) fortlebte. (Theoderich,
Theodericus ist die latinisierte Form von got. piuda-reiks <Herrscher des
Volkes< und entspricht Dietrich). Von Dietrich und seinen Kurz- und
Koseformen sind so viele Familiennamen hervorgegangen, dass im Folgenden nur
einige Beispiele angef�hrt werden k�nnen. Als Varianten
der Vollform begegnen uns u. a. die Familiennamen Dieterich, Dittrich,
Diederich, Dederich, Dierich. Patronymische Bildungen wie Diederichs,
Dederichs und Derichs, Diederichsen und Derichsen sind vor allem f�r den
nordwestlichen und n�rdlichen Teil Deutschlands charakteristisch. Dieterici
ist eine patronymische Bildung im Genitiv zu der latinisierten Form
Dietericus. Bei den Familiennamen Dieter und Det(h)er handelt es sich z.T.
um Kurzformen von Dietrich, z.T. geh�ren sie zu dem alten deutschen Rufnamen
Diether. Von der Kurzform Dieth gehen viele Familiennamen aus: Ableitungen
auf -mann wie Diet(h)mann, Ableitungen auf -(e)l wie Diet(e)l mit der
patronymischen Form Dietler, Ableitungen mit
-z-Suffix wie Dietz, Tietz, Dietsch, Dietzsch und deren Erweiterungen
Dietz(e)l, Die(t)zmann, Diezold, Dietschi. Von niederdeutschen Kurz- und
Koseformen von Dietrich leiten sich u. a. Dede und Dedeke (mit der
patronymischen Form Deding), The(e)de, Thiede, Thiedke, Tieck, Thiedemann,
Thiemann und Di(e)rk (mit den patronymischen Formen Dierking,
D[i]erks und Dlilerksen) ab. Aus alten Koseformen von Dietrich wie Dile, Tue
und Tele sind Familiennamen wie Dehl(e), Diehl(e), Dill, Thiel(e), Thielke,
Thielsch, Thielmann, Till(e), Tillmann und Telemann entstanden. Typisch f�r
den niederdeutsch-friesischen Raum sind Familiennamen wie Detje, Detjen(s),
Thade(n>, Thode(n), Tietje und Tjarks.
Bekannte Namenstr�gerin: Marlene Dietrich, Filmschauspielerin und S�ngerin
(20. Jh.).
HAPP (E)
1. Aus einer Kurzform der alten deutschem Rufnamen wie Hadebert (hadu +
beraht) oder Hagbert (hag + beraht) entstandene Familiennamen.
2. Berufsuebernamen zu mittelhochdeutsch happe, hepe >Messer< von
sichelartiger Gestalt fuer Gaertner und Winzer.
MARR
1. Uebername zu mittelniederdeutsch "marren, merren" >aufhalten, hindern,
zoegern, saeumen< fruehneuhochdeutsch "marren, " >murren<.
2. Aus einer Kurzform von Rufnamen, die mit dem Namenwort "mari" gebildet
wurden, z. B. Marhold(t).
PFLUEGNER > PFLUGER, PFLUEGER
Berufsnamen zu mittelhochdeutsch "phluoger" >Pflugmacher<,
fruehneuhochdeutsch "pfluger" >Pflugschmied<, vereinzelt Berufsuebernamen
fuer einen pfluegenden Bauern.
SCHUECKE
Das naechstliegende, was ich fand, ist SCHUCK = Schuh.
WENDERLEIN
Hier fand ich WENDER. Aber ich denke, dass man folgendes deuten kann, da ich
Beschreibung des Suffixes -lein in meinem Buch fand:
WENDER
1. Aus dem alten deutschen Rufnamen Wanther (wand + heri) entstandener
Familienname.
2. Herkunftsname auf -er zu dem Ortsnamen Wenden in Niedersachsen,
Nordrhein-Westfalen, Baden-Wuerttemberg und Ostpreussen.
3. Uebername zu mittelhochdeutsch "wenden" > umwenden, rueckgaengig machen,
abwenden, hindern, verhindern<.
Suffix -lein
Aus der Kombination der Suffixe -il und In (>althochdeutsch -ilin >
mittelhochdeutsch -elin > niederhochdeutsch -lein) entstandene Endung zur
Ableitung von Gattungs- und Personennamen. Bei der Bildung von Familiennamen
dient das Suffix -lein zum Ausdruck zus�tzlicher Bedeutungsnuancen:
Verkleinerung, Zuneigung und Wohlwollen, Geringsch�tzung und Spott sowie dem
Ausdruck von Generationsunterschieden. Bei heutigen Familiennamen wie
Fischlein l�sst sich nicht mehr ermitteln, ob der Namengeber urspr�nglichen
kosenden oder spoettischen Sinn beabsichtigte.
Ich hoffe, dass ich ihnen damit weiterhelfen kann
Viele Gruesse und einen schoenen Sonntag wuenscht
Reinhard Koperlik