Mittelschlesien hat selbst in seinem mehr als 30 O.=M. gro�en
Hochgebirgsgebiete keinen ung�nstigen Boden, selbst nicht auf dem
Sandsteine.Reichen Ertrag aber geben erst die Landstriche nach der
offenen Ebene hin, nur da� der hier weit ausgedehnte fruchtbare
Lehmboden wenig gleichartig ist.L�ngs des Fu�es des Gebirges haben
die zersetzten Gesteine vorteilhafte Bodenarten geliefert.
Auch in der Oderniederung findet sich g�nstige Mischung. �stlich von
der Oder herrscht der Sandboden, z. B. im Bartschthale vor ; indes
hat der Landr�cken und der Boden zu den Trebnitzer H�hen hinauf
sehr g�nstigen Lehmboden. -
Im Reg.-Bez. Liegnitz liegt n�rdlich vom Hochgebirge das beste Land
(L�wenberg, Goldberg, G�rlitz, Lauban) mit dicker Ackekrume und
fehlerfreiem Untergrunde. Dagegen hat die Thalebene von L�ben bis
Hoyerswerda �berwiegend Sandboden mit Kieferforst, Haide und
Torfbr�chen.
Das Katzengebirge setzt die Beschaffenheit des Landr�ckens nach Westen
fort.
Im Gr�neberger Kreise und jenseit der Oder herrscht weit verbreitet
leerer
Sand und Moor; nur Glogau zeigt g�nstigen Lehmboden. -
Schlesien hat im Ganzen eine seiner dichten Bev�lkerung entsprechende
Fruchtbarkeit, so da� es in guten Jahren selbst seinen Bedarf an
Getreide gewinnt; in ergibigen Jahren f�hrt es selbst Getreide aus
und zwar namentlich aus den Reg. - Bezirken Liegnitz und Breslau.
Weizen und Roggen werden mit Vortheil gebaut, auch Hafer und Gerste
hinreichend, so wie Buchweizen und Hirse. Bessere Methoden der
Bewrithschaftung ersetzen allm�hlig das Brachesystem oder die ganz
systemlose Wirthschaft. Raps und Tabak baut man viel; dagegen hat der
ehemals hochwichtige Flachsanbau nachgelassen, seit die schlesische
Leinwand in Spanien verboten worden ist, und zwar in Folge von Preu�ens
Nichtanerkennung der K�nigin Isabella. Man bebaut noch 80 - 100.000
Mrgn.
mit Lein, auf denen 100 bis 120.000 Ctr. Flachs gewonnen werden; und
regelm��ige Flachsm�rkte werden in Breslau und Kreutzburg gehalten.
Der Krappbau im Breslauer Bereiche ist von Bedeutung. -
In Oberschlesien, borz�glich auf dem Plateau der Tarnowitzer H�he, ist
der Bergbau von gr��ter Wichtigkeit, und in den westlichen, zum
Sudete-Systeme geh�renden Gebirgen, namentlich in den �stlichen
Vorbergen des Riesengebirges, steigt das Fabrikwesen, die Industrie des
Spinnens und Webens vor allem noch best�ndig, so da� dies eine der
wichtigsten Industriegegenden Preu�ens ist.
1871 hatte Schlesien 159 Steinkohlegruben mit 39.262 Arbeitern und
60.905 Familienmitgliedern, und lieferte 170.544.789 Ctr. Kohlen =
16.916.715 Thlr. Abgesetzt wurden 169.201.098 Ctr. Ferner
35 Braunkohlengruben mit 1406 Arbeitern und 3296 Familienmitgliedern
und lieferten 7.709318 Ctr. (fast ganz aus dem Reg.-Bezirk Liegnitz)
= 355.645 Thlr. Ferner 69 Bergwerke mit 8394 Arbeitern und 10.591
Familienmitgliedern, und lieferten 5.792.500 Ctr. Erze
( 5.258.381 Ctr. Zinkerze aus dem Reg.-Bezirk Oppeln) = 1.939,445 Thlr.
Unter Schlesiens ausgezeichneten Industriezweigen sind zun�chst die
gro�artigen Flachsspinnereien zu nennen (einhalb aller, mit
zweidrittel aller Feinspindeln); in Schlesiens Fabriken befindet sich
ein f�nftel aller St�hle f�r Leinen und Halbleinen (Leinenst�hle als
Nebenbesch�ftigung hat dagegen die Provinz Preu�en fast 15 mal so viel
als Schlesien); f�r baumwollene Gewebe besch�ftigt es fast zwei f�nftel
aller St�hle; n�chst Westfalen die meisten St�ckbleichereien;
Garnbleichereien; Wasserm�hlen; Walkm�hlen; fast ein viertel aller
S�gem�hlen; ein drittel aller Eisenwerke, und zwar fast s�mmtlich
im Reg.-Bezirk Oppeln, dabei fast so viel Hoh�fen, wie die
Rheinprovinz;
Blei,- Zink,- Arsenikwerke (Reg.-Bezirk Aachen hat �ber die H�lfte
aller); fast ein viertel aller Glas�fen, mit fast ein f�nftel aller
Arbeiter; f�nf achtel aller Glasschleifereien; chemische Fabriken;
n�chst Sachsen die meisten (304) R�benzucker- und St�rke-Fabriken;
mehr Destillationen als Brandenburg.
Fortsetzung folgt mit dem Regierungs-Bezirk Breslau.