Das ist zum Weinen oder zum Lachen, wie man beliebt............
Wir Nachkriegskinder - noch am halbgewärmten Ofen aufgewachsen - erkennen
einander an.
Wir haben unheimlich viele merkwürdige Gemeinsamkeiten.
Wir knipsen das Licht auch bei Leuten aus, deren Stromrechnungen uns
eigentlich egal sein sollten.
Wir drehen Heizungen auch in Hotelzimmern zurück.
Wir handeln auf Flohmärkten um alte Stücke, die uns an früher erinnern.
Wenn wir etwas teuer gekauft haben, möchten wir am liebsten schwarz mit dem
Bus fahren, um etwas Geld wieder gutzumachen.
Wir sind aber keine verschworene Gemeinschaft. Bei uns ist es eher wie mit dem
Geld: Man spricht nicht darüber.
Wir bügeln gebrauchtes Geschenkpapier und benutzte Schleifen.
Es ist ja nicht so, dass wir immer noch Not leiden müssen.
Wir können uns Papier und neue Schleifen kaufen.
Kurz nach dem Krieg war nichts da. Wenn wir als Schulkinder neue Schulhefte
brauchten, mussten wir Altpapier bringen - und die Hefte trotzdem bezahlen.
Wir können wunderbar improvisieren und uns aus irgendetwas nützliche Dinge
zaubern.
Wir kleben Seifenreste zusammen und sind Experten im Falten von
Zahnpastatuben. Diese Aufzählung könnte beliebig fortgesetzt werden.
Aber mit G E I Z hat das nichts zu tun.
Wir verplempern nichts.
Wir wärmen Kaffee notfalls auch auf.
Wir können frierend in teuren Wohnungen aushalten, um Öl zu sparen und hängen
mit klammen Händen Wäsche in den Garten. Der Trockner verbraucht doch viel
Strom.
Haben wir eine spartanische Marotte oder Meise?
Vielleicht spinnen aber auch nur die anderen?
Warum verhalten wir uns so?
Wir sind eben Nachkriegskinder, die sehr, sehr viel entbehren mussten.
Wir hatten in den ersten Jahren nach dem Krieg: N U S C H T .................
REIN GAR NICHTS.
Neulich habe ich meinen Enkeln geschildert, wie mir der erste Mars-Riegel gut
geschmeckt hat. Er kostete 0,50 D-Mark und schmeckt mir heute noch. Es ist
die Erinnerung.
Verfasser unbekannt, aber ich hätte es auch so schildern können.
Herzliche Grüsse
Elfa
Hallo Elfa,
ich habe sehr über Deine Zeilen geschmunzelt. Und da fiel mir ein alter Westerwälder wieder ein. Irgendwann in den 80gern des letzten Jahrhunderts waren Jeans mit Löchern, halt ausgefranstes. Nein hat dieser Wäller gesagt. FRüher nach dem Krieg wäre man in Lumpen gegangen, weil es nichts anderes gegeben hätte. Und heute wo man sich anständige Kleidung kaufen könne, würde man sich Lumpen kaufen. Mir ist dieses Anekdötchen nur vom Erzählen bekannt, daher weiß ich nicht genau wo ich die Anführungszeichen hätte setzen müssen.
MfG
Petra Burbach
-----Ursprüngliche Mitteilung-----
Verschickt: Mi., 6.Dez.2006, 6:59
Thema: [OWP] Nachkriegskinder
Das ist zum Weinen oder zum Lachen, wie man beliebt............
Wir Nachkriegskinder - noch am halbgewärmten Ofen aufgewachsen - erkennen
einander an.
Wir haben unheimlich viele merkwürdige Gemeinsamkeiten.
Wir knipsen das Licht auch bei Leuten aus, deren Stromrechnungen uns
eigentlich egal sein sollten.
Wir drehen Heizungen auch in Hotelzimmern zurück.
Wir handeln auf Flohmärkten um alte Stücke, die uns an früher erinnern.
Wenn wir etwas teuer gekauft haben, möchten wir am liebsten schwarz mit dem
Bus fahren, um etwas Geld wieder gutzumachen.
Wir sind aber keine verschworene Gemeinschaft. Bei uns ist es eher wie mit dem
Geld: Man spricht nicht darüber.
Wir bügeln gebrauchtes Geschenkpapier und benutzte Schleifen.
Es ist ja nicht so, dass wir immer noch Not leiden müssen.
Wir können uns Papier und neue Schleifen kaufen.
Kurz nach dem Krieg war nichts da. Wenn wir als Schulkinder neue Schulhefte
brauchten, mussten wir Altpapier bringen - und die Hefte trotzdem bezahlen.
Wir können wunderbar improvisieren und uns aus irgendetwas nützliche Dinge
zaubern.
Wir kleben Seifenreste zusammen und sind Experten im Falten von
Zahnpastatuben. Diese Aufzählung könnte beliebig fortgesetzt werden.
Aber mit G E I Z hat das nichts zu tun.
Wir verplempern nichts.
Wir wärmen Kaffee notfalls auch auf.
Wir können frierend in teuren Wohnungen aushalten, um Öl zu sparen und hängen
mit klammen Händen Wäsche in den Garten. Der Trockner verbraucht doch viel
Strom.
Haben wir eine spartanische Marotte oder Meise?
Vielleicht spinnen aber auch nur die anderen?
Warum verhalten wir uns so?
Wir sind eben Nachkriegskinder, die sehr, sehr viel entbehren mussten.
Wir hatten in den ersten Jahren nach dem Krieg: N U S C H T .................
REIN GAR NICHTS.
Neulich habe ich meinen Enkeln geschildert, wie mir der erste Mars-Riegel gut
geschmeckt hat. Er kostete 0,50 D-Mark und schmeckt mir heute noch. Es ist
die Erinnerung.
Verfasser unbekannt, aber ich hätte es auch so schildern können.
Herzliche Grüsse
Elfa
Hallo, guten Abend,
ja, ja, wir mussten mit kaputten und zu kleinen Schuhen und immer den selben
Kleidern herumlaufen. Schlimm war es, wenn es regnete oder Schneematsch war,
dann musste man Zeitungspapier in die kaputten Schuhe stecken und es immer
wieder austauschen. Wenn die heutigen jungen Menschen nur die Hälfte von der
Disziplin und dem Respekt vor sich selbst und anderen hätten, wäre die Welt
mehr in Ordnung. Und Vokabeln Englisch und Französisch haben wir zusammen
mit Mitschülerinnen und Mitschülern allein gelernt, die Mama war arbeiten.
Die Lehrer haben aber aufgepasst, dass wir alles gelernt hatten. Heute
scheint es den Lehrern schnuppe zu sein. Unser jüngster Enkel will frz.
Vokabeln nur mit der Mama lernen, obwohl sie berufstätig ist. Ja, man könnte
über diese grossen Unterschiede wirklich ein Buch machen und später einen
Film, um der heutigen Welt den riesengrossen Unterschied zu demonstrieren.
Vielleicht erlaubt es der Listowner. Es wäre etwas abwechlslungsreicher und
produktiv und evtl. lehrreich.
Herzliche Grüsse
Elfa
Ja, auch schon die Alten der "Alten Griechen" klagten �ber die unverst�ndige Jugend.
Nichts f�r Ungut.
Ich bin auch alt.
Helga
Hallo, guten Abend,
ja, ja, wir mussten mit kaputten und zu kleinen Schuhen und immer den selben
Kleidern herumlaufen. Schlimm war es, wenn es regnete oder Schneematsch war,
dann musste man Zeitungspapier in die kaputten Schuhe stecken und es immer
wieder austauschen. Wenn die heutigen jungen Menschen nur die H�lfte von der
Disziplin und dem Respekt vor sich selbst und anderen h�tten, w�re die Welt
mehr in Ordnung. Und Vokabeln Englisch und Franz�sisch haben wir zusammen
mit Mitsch�lerinnen und Mitsch�lern allein gelernt, die Mama war arbeiten.
Die Lehrer haben aber aufgepasst, dass wir alles gelernt hatten. Heute
scheint es den Lehrern schnuppe zu sein. Unser j�ngster Enkel will frz.
Vokabeln nur mit der Mama lernen, obwohl sie berufst�tig ist. Ja, man k�nnte
�ber diese grossen Unterschiede wirklich ein Buch machen und sp�ter einen
Film, um der heutigen Welt den riesengrossen Unterschied zu demonstrieren.
Vielleicht erlaubt es der Listowner. Es w�re etwas abwechlslungsreicher und
produktiv und evtl. lehrreich.
Herzliche Gr�sse
Elfa
Lieber Tobias, das ist pr�chtig!Ich bin davon angesprochen u. bes. bei Charly ist es in guten H�nden. Gr��e Papa