Mennoniten aus der Schweiz?

Hallo Uwe,
meine Vorfahren sind ebenfalls Mennoniten gewesen und seit Anfang 18. Jahrhundert nachweisbar in der Pfalz ansässig gewesen.

Frage: Kann man irgendwo nachforschen, ob sie auch ursprünglich Schweizer waren?

Denn davor verliert sich die Spur. Später wurden sie evangelisch reformiert, dann evangelisch. Fast alle waren über Generationen Uhrmacher.
Erster nachgewiesener Ort der Ort der Familie Gramm war Weiler am Steinsberg bei Heidelberg, dann Waldgrehweiler, St. Goar, Neuwied, später Kleve, Ostfriesland und Oldenburg

Vielen Dank im Voraus für eine Antwort
wünscht
Frauke Diedrichs

Hallo Frauke,
vielleicht hilft diese Website weiter...
https://sehum.dynv6.net/
Viel Glück bei der Suche.
Liebe Grüße
Alexa (Röttger)

Hallo Frauke,

hier bei familysearch ein Fund unter Pfalz-Schweizer:
>FamilySearch: Sign In;

"Hans Gram, Mennonit in Kriegsheim/Oberamt Alzey im Schatzungsregister von 1664 verzeichnet."

Vielleicht hilft es irgendwie.

Gruß
Bernd (Engelhorn)

Hallo Uwe und Frauke,

Frage: Kamen die Gläubigen der Mennoniten nicht aus Holland und wanderten vorwiegend nach Westpreußen bzw. ins Danziger Werder aus ???

Aus der Schweiz kamen doch eher die Waldenser (Ursprung Lyon und dann das Piemonte Tal in Italien) und aus Frankreich kamen die Hugenotten aus dem Lothringen in die Pfalz und durch das Einladungsedikt des Preußenkönigs dann vorwiegend nach Brandenburg ?

Nur das mal zur Aufklärung:-))

Beste Grüße aus Pforzheim

Fritz (Schulz)

-----Original-Nachricht-----

Hallo Fritz,

sehr ausführliche Informationen zur Fragestellung sind hier zu finden. U.a. auch Hinweise zur Forschungsstätte in Bolanden-Weierhof.

<https://www.mennonitischer-geschichtsverein.de/&gt;

Lieben Gruß

Ralf (Wahle)

Hallo zusammen,
diese Seite des mennonitischen Geschichtsvereins habe ich inzwischen auch gefunden und den Ansprechpartner dort direkt per mail angeschrieben. Jetzt warte ich gespannt auf eine Antwort.
Der Name Krehbiel (Kehbiel, Krähenbühl) kommt in deren Listen in der Pfalz, wie auch in der Schweiz, vor.
Der Vorfahre "Gramm", der mit einer Susanna Krehbiel verheiratet war, ist leider nicht dabei.

Gruß aus dem Nordwesten sendet
Frauke Diedrichs

-----Original-Nachricht-----

Hallo Frauke,

bei familysearch findet man hier
>FamilySearch: Sign In;
folgenden Hinweis:

Nikolaus GRAMM, Schweizer Mennonit 1759 in Sembach, Enkenbach-Alsenborn, Bürger 1650-1850 von Arnold Ruby, S. 228

Auf dem Bild davor:
GRAM Nikolaus und GRAM Hans, Mennonit in Kriegsheim in Zählliste von 1685, Mennonitenzähllisten 1664-1774 von H. Bender, S. 13

Bild 266:
Hans GRAM, Mennonit in Kriegsheim im Schatzungsregister von 1664, Mennonitenzähllisten 1664-1774 von H. Bender

Ab hier (Bild 358 und folgende) gibt es einiges über Krehbiehl:
>FamilySearch: Sign In;

Gruß
Bernd (Engelhorn)

Hallo zusammen,

zu Krähenbühl:

der Name kommt auch häufig in "Schweizer Einwanderer in Heidelberg und
Umgebung" siehe SEHUM sowie bei den
mennoniten im Kraichgau vor.

Viele Grüße
Manfred Mackert

Liebe Listengemeinde !

So einfach ist die Sache nicht. Die Mennoniten führten keine Kirchenbücher und durften keinen Grundbesitz haben, sondern solchen nur pachten. Dadurch fallen viele Quellengruppen weg.

Die im Generallandesarchiv befindlichen Namenslisten von Mennoniten in der Kurpfalz wurden ediert von Harold S. Bender unter dem Titel Palatine Mennonite Census Lists 1664 - 1774 (The Mennonite Quarterly Review volume XIV number 1, das Jahr ist leider nicht angegeben).

Das nützt aber hier nichts, denn Weiler am Steinsberg befand sich nicht in der Kurpfalz, sondern im Gebiet der Freiherren von Venningen. Vielleicht ist in deren Archiv etwas zu finden, u. B. ein Pachtvertrag oder ein anderer Eintrag. Hilfreich wäre es schon, eine Vorstellung zu bekommen, wann die Familie dort überhaupt auftauchte.

Ein mennonitischer Uhrmacher ist mir aber noch nie begegnet, und ich kann mir auch schwer vorstellen, daß ein Uhrmacher in Weiler am Steinsberg sein Auskommen fand - dann schon eher im benachbarten Sinsheim.

Oder sollte ein Mitglied der Familie zu den Mennoniten übergetreten sein? So etwas gab es gelegentlich.

Mit freundlichen Grüßen, Friedrich R. Wollmershäuser

Hallo Frauke,

auch ich habe lange nach den eigenen Wurzel-Übergängen Pfalz - Schweiz gesucht. Das ist alles nicht so einfach wie richtigerweise Friedrich R. Wollmershäuser schon schrieb. Kirchenbücher gibt es so gut wie gar nicht. Diese wurden aus verständlichen Gründen erst garnicht erstellt oder zur rechten Zeit vernichtet. Also in diesem Falle liegen die Ergebnisse nicht auf dem Tablett.

Am Ende bleibt nur eine Literatursuche, denn die Mennoniten waren und sind selbst sehr aktiv, ihre Wurzeln zu finden und oft gibt es schon Veröffentlichungen in Büchern oder deren Hefte wie z.B. Mennonite Family History. Diese Zeitschriften der Jahrgänge 1982 bis 2012 sind bei Family Search einsehbar. Darüber hinaus gibt es z.B. eine Buchausgabe "The Grams Family history" von Dianne Richards. Einfach mal in Family Books unter Gram oder Gramm in die Suche eingeben. Danach kann evtl. das Buch bei dem Mennoniten Archiv in der Mennoitischen Forschungsstelle in Weierhof eingesehen werden. Hier ist der E-Mail Kontakt nach meinen ERfahrungen nicht zum Besten bestellt. Oder über ein Uni-Bib ausleihen.

Eine weitere Möglichkeit ist eine Anfrage im Schweizer Forum.

HG Winfried

Hallo liebe Listenmitglieder,
danke für die vielen Hinweise.

Viele Grüße
Frauke Diedrichs

-----Original-Nachricht-----

Ganz lieben Dank für diese Info, lieber Ralf !

Ich musste mich jetzt selber berichtigen:-)))

Ja, die Mennoniten sind ein ganz besonderes, ausführliches Thema:

Aus der Schweiz (ursprünglich mit den Schweizer Brüdern) nach Holland, dann in den Danziger Werder und auch nach Russland etc. und dann später weltweit !

Dazu gibt es ein ganz tolles Taschenbuch:

Diether Götz Lichdi: "Über Zürich und Witmarsum nach Addis Abeba" (Agape Verlag, 1983)

Schöne Grüße

Fritz, aus Pforzheim

-----Original-Nachricht-----