Sehr geehrter Herr Bengtsson,
Zuerst mal vielen Dank für das Einstellen einiger Original-Ausschnitten.
Sind Sie denn schon dem Hinweis auf Oschatz nachgegangen? Wenn ja, was ist dabei herausgekommen?
Dann habe ich mir mal die historischen Karten von Mecklenburg angeschaut: Die Ausdehnung hat sich nur wenig über die Jahrhunderte geändert. Und von Vrestorf sind es ja nur ca. 20 km Luftlinie bis auf mecklenburgisches Gebiet. Klar, das hilft jetzt noch nicht, woher der Matthias Negro kommt.
Allerdings kommt bei mir der Verdacht auf, dass der dritte und vierte Ausschnitt (grau mit schwarzer Tinte) nur von einer Sekundärquelle stammen (z.B. ein handschriftliches Ortsfamilienbuch, oder von irgendwelchen Verkartungen), nicht jedoch aus Original-Kibü oder von Gerichtsbüchern. Kann das sein?
Dann fällt mir auf, dass in einem Ahnentafel-Heft aus dem Dritten Reich (erste Ausschnitt) ein Heiratsdatum genannt wird, Sie davon aber keinen Original-Eintrag vom Standesamt oder vom Kirchenbuch hier einstellen. Vielleicht ergeben sich ja aus diesen Originalen schon zusätzliche Ansatzpunkte für die weitere Forschung.
Schließlich noch ein Hinweis aus der Ecke der Onomastik:
Ni(e)grau(o) bietet vielfältige Möglichkeiten, wie der Familienname „richtig“ (ich weiß, bei Familiennamen gibt es kein „richtig“ oder „falsch“, deshalb habe ich es ja auch in Anführungszeichen gesetzt) heißen könnte. Vielleicht sollte ich formulieren: nach welchen möglichen Namensvarianten es sich lohnen könnte zeitgleich „Ausschau“ zu halten.
Ni(e)- ist die niederdeutsche Form von „Neu“
Ein -u- ist in alter Zeit gleichbedeutend mit einem -v-, welches wiederum regional das Gleiche meint wie ein -f-. Damit wären wir bei einer verhochdeutschten Form beim „-graf“, und der gesamte Name könnte „Neugraf“ sein.
Das von Ihnen erwähnte polnische Vorkommen Nirgrov ist natürlich nicht wegzudiskutieren und stellt eine ebenso legitime Möglichkeit dar wie der Neugraf.
In wieweit man in der Region Hannover das Lateinische in Betracht ziehen sollte, bin ich mir unsicher. Ich denke eher, dass man diesen Ansatz mit Vorsicht geniesen sollte. Bekanntlich ist „negro“ das lateinische Wort für Schwarz, und der Familienname „Schwarz“ ist in Deutschland durchaus nicht unüblich.
Wieder zurück zu den Quellen: Ohne die Originalquellen mit Zeugen und Paten (und ihren jeweiligen Wohnorten) werden Sie wohl nicht weiter kommen. Daher meine dringende Empfehlung: Besorgen Sie sich als allererstes einen Scan von der Heirat Schenk-Niegrau. Keine Abschrift, sondern eine Kopie/Scan. Denn auch Kleinigkeiten könnten für die weitere Suche hilfreich sein.
Ich hoffe, meine Anregungen mögen ein wenig helfen.
Allzeit viel Forschererfolg wünscht nebst einem schönen Abend
Mit freundlichen Grüßen
Alexander Peren