ohne viel Ahnung von Medizin zu haben muß ich ergänzen, dass Malaria-Arten
nicht nur in den Tropen vorkommen . Ganze Heere von Germanen und Deutschen
fielen der Malaria in Italien zum Opfer ... nicht anders erging es den Römern
nördlich der Alpen (da mußten die Römer zum Beispiel einen Feldzug in Brittanien
stoppen, weil die Soldaten an Malaria eingingen). Nur war es hier eine
andere Malaria-Art . Irgendwo laß ich jüngst dass es in den Masuren noch heute
Malaria gibt (und sogar mitten in Deutschland) ... wir Mitteleuropäer dagegen
aber in der Regel immun sind .
Wenn sie die ersten Malariaanf�lle �berlebt haben, erwerben Bewohner von Malariagebieten im Laufe von Jahren nach h�ufigen Infektionen eine Teilimmunit�t, sie haben zudem genetische Schutzfaktoren. _*Deutsche und andere Mitteleurop�er sind �blicherweise nicht immun*_, auch wenn sie jahrelang in die Tropen reisen, und haben typischerweise auch keine genetischen Schutzfaktoren. Sie sind deshalb besonders infektions- und krankheitsgef�hrdet.
Brockhaus und Meyer (Ende 19. Jahrh.) haben lange Artikel �ber Malaria ([latein.] "Schlechte Luft" ... war neu f�r mich ... Die R�mer holten es sich in den Pontin. S�mpfen und bei ihren Besuchen in �gypten...].
Da bei jeder Krankheitserkl�rung in diesen Nachschlagewerken immer Verbindung, Vorkommen und Bedeutung f�r Deutschland erw�hnt wird, und da dies im Fall der Malaria nicht der Fall ist, scheint es sich bei 'Malaria in Masuren' um einen Familienmythos zu handeln (es sei denn, er hat es sich von einer Reise in die (Sub)Tropen mitgebracht).
Aber mit diesem Wissen muss man jetzt andere Gr�nde finden, warum der Onkel immer so m�de war ....
Mea culpa ! Ich hatte mit " Malaria " und nicht mit " *malaria* " gesucht...
Meyers (1896), Bd. 10, S. 650 Krankenstatistiken etc. [siehe unteres Drittel]
"....Ein andres Resultat wird gewonnen, wenn man die H�ufigkeit aller Erkrankungen der Atmungsorgane, unter denen die akuten u. chron. Katarrhe der Luftwege eine gr. Rolle spielen, untersucht. Die wenigsten Kranken dieser Art hatten insbes. die Seeufergebiete, also Schleswig-Holstein, Mecklenburg, Hannover, Pommern, w�hrend im SW u. W des Reiches, namentl. in Elsass-Lothringen, Westfalen, Hessen-Nassau, Hessen u. Bayern sich die h�chsten Ziffern fanden. Ein nicht �berraschendes, aber immerhin bemerkenswertes Ergebnis liefert auch das Studium der Verbreitung des Wechselfiebers. Es zeigt sich, dass diese Krankheit im Deut. Reich seit 1877 stetig an H�ufigkeit abgenommen hat. Von je 1000 neu zugegangenen Krankheitsf�llen entfielen auf das Wechselfieber von 1877-85 nacheinander: 12,3; 10,7; 9,6; 9,2; 9,2; 7,2; 5,8; 4,7; 4,1 F�lle. W�hrend der letzten Jahre war es hpts�chl. noch in den Fl.-Gbt der Weichsel, Oder u. Warthe, in Oldenburg u. in Ostpreussen [!!!] (dessen Haffgegenden ein g�nstiges Malariaterrain [!!!] abgeben) h�ufiger beobachtet. Aus Hamburger Krankenh�usern werden j�hrl. zahlreiche F�lle von tropischem Malariafieber bei Seeleuten angezeigt....."
ich bin auch kein Profi zum Thema Krankheiten. Die "immunit�t" beruht meines
Wissens auf einer genetisch bedingten Mutation der roten Blutk�rperchen,
durch die man mit der Krankheit besser leben kann. Nachteil: die
Blutk�rperchen k�nnen weniger Sauerstoff transportieren, sind aber weniger
anf�llig f�r den Erreger. Ich kenne die Malaria nur als Tropenkrankheit und
halte alles Andere (nicht b�se sein aber) f�r ein M�rchen... Ausserdem war
die Medizin damals noch nicht so weit fortgeschritten. Wer Fieber hat, hat
nicht gleich automatisch Malaria, oder? "Malaria" h�rte sich damals bestimmt
"gut" an...