Hallo Peter, Hallo Listenmitglieder,
k�nnten die franz�sischen Hugenotten nicht aus Hessen kommen?
Hierzu ein Ausschnitt aus www.psm-data.de/unterricht/hugenotten1.htm :
"Der Landgraf konzessionierte den Hugenotten (neben der Glaubensfreiheit)
Freiheit von Steuern- und Zunftzw�ngen und erhoffte sich die Gr�ndung
fortschrittlicher franz�sischer Werkst�tten. Die Wirklichkeit sollte seine
Erwartungen gr�ndlich widerlegen und ihn vor Probleme stellen. So trafen
1685 wenige Manufakturisten, aber unerwartet viele b�uerliche Exulanten
in Hessen Kassel ein...Auch war die hessische Administration nicht auf eine
gr��ere Zahl von Fl�chtlingen vorbereitet. Die
fl�chtlinge wurden "zumeist bei den Einwohnern einquartiert". F�r einen
Versuch, die b�uerlichen Neuank�mmlinge z.B. nach
Preu�en abzuschieben, finden sich keine Belege. (Anmerkung: Ich bin der
Meinung, dass mein Urahn aus dieser Gegend gekommen sein k�nnte und in der
N�he von Neumittelwalde sp�ter eine Dreschg�rtnerstelle bekommen hat.)
Viele Gr��e aus Bremen,
Thomas Oszinda
-----Urspr�ngliche Nachricht-----
Lieber Thomas,
Du hast ja selbst mit jemandem gesprochen, dessen DUBIEL-Vorfahren in
Klenowe ans�ssig waren und der der Ansicht ist, die DUBIELs seien Hugenotten
gewesen. Aber dem Buch "Lausitzer Familiennamen slawischen Ursprungs" von
Walter Wenzel entnehme ich, dass der polnische Name DUBIEL schon 1560
genannt wurde.
Es steht ja fest, dass die evangelischen Bewohner des Ostteils des Kreises
Gro� Wartenberg und des Kreises Adelnau meist schon nach dem ersten
Weltkrieg, sp�testens aber nach dem zweiten Weltkrieg ihre Heimat verlassen
mussten und heute in Deutschland wohnen. Man kann also nicht annehmen, dass
der urspr�nglich polnischsprachige Bev�lkerungsteil in den dann polnischen
Gebieten geblieben ist. W�hrend z.B. die evangelische Kirchengemeinde
Adelnau vor dem ersten Weltkrieg 2.400 polnischsprachige und 500
deutschsprachige Mitglieder hatte, waren es nach dem ersten Weltkrieg nur
noch 1.500 Mitglieder und 1980 nur drei (Angaben aus dem Heimatbuch f�r den
Kreis Ostrowo). Allen mir bisher bekannten Nachkommen dieser Menschen wurde
aber erz�hlt, die jeweilige Familie sei deutschen oder franz�sischen
Ursprungs. Ein Bekannter schrieb mir, die Bev�lkerung des Dorfes Schwarzwald
habe ausschlie�lich aus Nachkommen schw�bischer und bayerischer Siedler
bestanden, die sich mit den katholischen Polen nicht vermischt h�tten.
F�r die evangelischen polnischsprachigen Bewohner ist es wichtig gewesen,
dass sie Deutsche und keine Polen waren. Gerade heute habe ich wieder eine
Mail bekommen, in der dies auf den Punkt gebracht wird:
"That my ancestors were German in culture is very certain. My grandfather
took great exception to anyone who suggested anything else. However, the
origin of the names is something else again." Das gleiche kann ich auch �ber
meine Gro�mutter sagen, und es ist bestimmt bei jedem von uns so.
Ja, es k�nnte Hugenotten gegeben haben, die �ber Hessen oder W�rttemberg
nach Schlesien gekommen sind.
Folgt man aber den Angaben von der franz�sischen Abstammung, dann stellt
sich eine Reihe von Fragen: Spricht nicht die soziale Stellung z.B. als
Dreschg�rtner eher dagegen, dass jemand gerade erst eingewandert ist (denn
Einwanderer hatten doch meist besondere Privilegien) ? Warum tauchen die
Namen nicht in den Hugenottenlisten auf ? Warum sollten die Einwanderer die
polnische Sprache angenommen haben - und einige Jahre sp�ter dann doch zur
deutschen Sprache �bergewechselt sein ? Wie kommt es so schnell zu dieser
H�ufigkeit des Namens DUBIEL, und zwar auf beiden Seiten der
schlesisch-polnischen Grenze ?
Ob vielleicht der Ausdruck Hugenotten einfach nur f�r die reformierte Kirche
stehen soll (die Gemeinden waren ja lutherisch und sp�ter uniert - wurden
vielleicht einzelne vorher reformierte Familien so bezeichnet) ? Ich komme
darauf, weil immer wieder auch von Hugenotten "aus der Ukraine" die Rede
ist, und da sehe ich eher einen Zusammenhang zu den reformierten
pietistischen Auswanderern dorthin.
Jedenfalls f�r den Namen DUBIEL kann ich mir wegen der Nennung schon 1560
eine franz�sische Herkunft eigentlich nicht vorstellen (das kann bei dem
Namen Oszinda anders sein).
Viele Gr��e von Peter Ebenfeld