Lesehilfe und Frage

Hallo zusammen,

wenn ich die beiden blau unterstrichenen Worte herausfände, wäre ich erstmal fertig mit diesem “Päckle”. Dürfte ich hierzu höflichst um ihre/ eure Lese-Unterstützung bitten?

Hanns Knupffers selig

Sohn auch Hanns Knupffer

hat an allerlayst ???

sain Vatter selig hind

lassen daß gelichen galt. Und

??? schuldig 185 Gulden

Jetzt hätte ich noch eine Frage: In den Wilsinger Zinsbüchern von 1551 hat mein Vorfahr ein Widum-Gut (“widum gutlin”) bewirtschaftet; in den Unterlagen von 1603 wird der Besitz als Erbgut (“Erbguoth”) beschrieben und 1618 wird wiederum ein Widum-Gut (Widumb Guot”) genannt. Liege ich richtig in der Annahme, daß meine Vorfahren durchgängig Widumgüter bewirtschafteten und die Bezeichnung “Erbgut” (1603) lediglich ein Hinweis auf die Übergabe der Hofstelle an den Sohn war?

Danke und beste Grüße

Götz

Quelle: CompGen “Was ist ein Pfarrwiddum”

W i d e m, W i d u m, Widum-Geld, Widum-Gut, W i d m u t, Wieden, Wiedum, Wiedmut oder W e d e sind alte deutsche Wörter, welche im Kirchenrecht Felder, Äcker, Wiesen und dergleichen bedeuten, die zu einer Pfarrstelle gehören, und die hernach gegen einen Frucht-Zins oder gegen Pacht ausgetan werden. Daher rühren die Bezeichnungen Widums-Höfe oder Wiedmuts-Höfe bzw. Widums-Leute oder Wiedmuts-Leute, so selbige besitzen.

Hallo Götz,

ich lese hier:

  1. hanns Knupflers selig
    Sohn auch hanns Khnpfler

hat an allerlay so Jme (= ihm)
sein Vatter seelig hind[er]
lasen vsgelihen gelt vnd
vsstendig schuldig 185 fl (= Gulden).

Das mit der Pfarrwiddum sehe ich auch so wie Du, wurde wohl anscheinend
als Erbgut verliehen (= ging automatisch an eines der Kinder).
Im Gegensatz zum Schupflehen (Falllehen), das wurde von Fall zu Fall
evtl. auch an andere Personen verliehen, darum mussten sie jedes Mal
beim Grundherren bitten.

Viele Grüße,
Daniel

Hanns Knupfers seeligen Sohn auch Hanns Knupffer Hat an allerlay so Jme sein Vatter seelig hinderlasen, usgelichen gelt. Und usstendig schuldig — 185 Gulden.

Verbleibt.

Gruß von Peter Diesch

Guten Abend Daniel, Herr Diesch,

vielen dank für die prompte Lesehilfe; auf “so Jme” wäre ich niemals gekommen.

Beste Grüße

Götz (Knupfer)