Forschungsstelle für Personalschriften an der Philipps-Universität Marburg;
Arbeitsstelle der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz;
Historische Bibliothek der Stadt Rudolstadt
15.04.2011, Altes Rathaus Rudolstadt, Stiftsgasse 2, 07407 Rudolstadt
Deadline: 05.04.2011
Die Forschungsstelle für Personalschriften an der Philipps-Universität
Marburg hat vor kurzem einen vierbändigen Katalog der Leichenpredigten und
sonstiger Trauerschriften in der Historischen Bibliothek der Stadt Rudolstadt
veröffentlicht (Marburger Personalschriften Forschungen, Band 51).
Anlässlich dieser Publikation veranstalten beide Institutionen unter dem Titel
"Wohlgelebt! Wohlgestorben? - Leichenpredigten in der Historischen Bibliothek
der Stadt Rudolstadt" am 15. April 2011 im Alten Rathaus Rudolstadt ein
wissenschaftliches Kolloquium.
Im Rahmen dieser Tagung findet auch die Eröffnung einer gleichnamigen
Ausstellung statt, in der neben besonders wertvollen auch außergewöhnliche
Trauerschriften aus dem reichhaltigen Bestand der Historischen Bibliothek der
Öffentlichkeit präsentiert werden.
Im Kolloquium werden die Mitarbeiter der Forschungsstelle für
Personalschriften ihre Arbeit am Bestand der Bibliothek vorstellen und erste
Forschungsergebnisse präsentieren. In zwei weiteren Vorträgen werden offene Fragen
zur Selbstdarstellung an den Fürstenhöfen in Rudolstadt bzw. im
mitteldeutschen Raum thematisiert.
Das Wissensportal zur Personalschriften-Gattung Leichenpredigt, die
Website der Forschungsstelle für Personalschriften, informiert unter der Adresse
http://www.personalschriften.de umfassend über Aufbau, Geschichte und
Quellenwert dieser Personalschriften. An vier multimedial aufbereiteten
Leichenpredigten wird ihre hohe Informationsdichte als Quelle historischer
Forschung exemplarisch aufgezeigt. In der Artikelserie "Leben in Leichenpredigten"
wird jeden Monat eine besonders anschauliche und wissenschaftlich
interessante Leichenpredigt vorgestellt. Das seit Jahren am meisten in Anspruch
genommene Serviceangebot des Wissensportals Leichenpredigten sind die derzeit
sechs, fortlaufend aktualisierten Datenbanken. An erster Stelle steht der
Gesamtkatalog deutschsprachiger Leichenpredigten (GESA). Er enthält
mittlerweile Informationen über mehr als 200.000 Leichenpredigten, die sich in
Bibliotheken und Archiven des gesamten historischen deutschen Sprachraumes
befinden. Diese Datenbank ist in ein Recherchenetz mehrerer biographischer
Datenbanken und Portale, zu dem beispielsweise die Deutsche Biographie gehört,
eingebunden. Im Thesaurus Locorum (THELO) kann nach historischen Ortsnamen,
im Thesaurus Professionum (THEPRO) nach Berufsbezeichnungen der Frühen
Neuzeit recherchiert werden. Eine umfangreiche Bibliographie sowie Datenbanken
zu den Beständen der Leichenpredigten und sonstiger Trauerschriften in der
Universitätsbibliothek Wroclaw/Breslau (TBK, SIBRES) runden das äußerst
vielfältige Informationsangebot ab.