Keenichsberjer Klopse

Liebe Listenteilnehmer,

da so viele Privatanfragen kamen (hätte das nicht erwartet), setze
ich das Rezept doch in die Liste. Geht schneller - und vielleicht mögen
es ja auch noch andere, die sich nicht trauen zu schreiben. :wink:

Zutaten:

250 g gemahlenes Rindfleisch
250 g gemahlenes Kalbfleisch
3 Esslöffel Butter,
2 Semmeln (auch Brötchen genannt)
1 Ei
Salz
Pfeffer
2 Zwiebeln
3/4 l Wasser
1 Markknochen
3 Gewürzkörner (Piment)
1 Lorbeerblatt
1 Bouillonwürfel
etwas Mehl
1/8 l saure Sahne
1 Glas Weißwein
1 Glas Kapern
etwas Zitronensaft
Zucker
2 Eigelb

Zubereitung:

Das Fleisch mit den eingeweichten, ausgedrückten Semmeln, dem Ei, Salz Pfeffer,
eine kleingehackter Zwiebel - die in einem Esslöffel Butter hell gedünstet wird -
gut abschmecken. Mit nassen Händen durchkneten und zu runden, mittelgroßen Kugeln
formen. Die vorgeschriebene Menge ergibt ca. 16 Stück. - Nun das Wasser mit dem
Markknochen, einer geriebenen Zwiebel, Piment, Lorbeerblatt, Bouillonwürfel und
Salz ca. 10 Minuten durchkochen. Die Klopse in die siedende Brühe legen und 10
Minuten weiterkochen. Danach die Fleischkugeln mit einem Schaumlöffel heraus-
nehmen und in eine feuerfeste Schüssel legen. Die Brühe durch ein Sieb gießen.
- Jetzt von 2 Esslöffeln Butter und Mehl eine helle Schwitze bereiten, sie mit
Brühe löschen, saure Sahne und ein Glas Weißwein zufügen, desgleichen Kapern
und etwas Zitronensaft, ein wenig Zucker und eine Prise Pfeffer. Die Sauce muss
sauersüß schmecken. (Wer es nicht mag, lässt Zitronensaft und Weißwein weg.)
Noch einmal die Klopse in die Sauce legen und durchziehen lassen - nicht mehr
kochen! Zwei verquirlte Eigelb langsam in die Sauce einfließen lassen.
Dazu Salzkartoffeln reichen - und wer mag, einen Salat oder grüne Brechbohnen.
Desert ist nicht notwendig, weil danach sowieso keiner mehr noch etwas herunter-
kriegt. :wink:

Liebe Grüße an alle Ostpreußen-Kochbegeisterten --- Gisela

PS: Liebe Eva,

Besonders die Soße ist wichtig, davon träum ich heute noch.

:-))) Die Sauce ist auch das Wichtigste. Oftmals gebe ich kurz vor'm Servieren
noch ein Stück Butter hinzu und rühre sie nur langsam ein. Die Sauce wird noch
feiner. Wer Kapern nicht mag, sollte sie nur für Genießer in einer kleinen
Casserolle mit ein bisschen abgeschöpfter Sauce reichen. So haben andere die
Möglichkeit, die Kapern nicht rausfischen zu müssen. :wink: Gemüse oder Salat reiche
ich gar nicht mehr dazu, weil ich die Klopse größer mache. Die Kochzeit verändert
sich dadurch! Reste kann man bedenkenlos einfrieren und sie später essen (aber
innerhalb eines Monats sollten sie verbraucht sein). Meine Großmutter "ver-
längerte" die Klopse mit eingeweichten Brötchen, wenn Fleisch knapp war. Sie
schmecken dann zwar etwas anders, sind aber lockerer. Bitte *nicht* die Kapern-
sauce zur Klopse-Sauce hinzufügen ---> Übersäuerung! Und da hier sowieso einige
"sauer" sind... :wink:

Could that be translated into English, please?
Trudy

"Gisela H. Sanders" wrote:

Hallo Gisela,

obwohl meine Mutter Schlesierin ist, hat sie ganz fantastische K�nigsberger
Klopse gemacht.
Ich habe das Rezept gleich meiner Frau "auf's Auge gedr�ckt".
Mal sehen wie Keenichsberjer Klopse schmecken :-)).

Sch�nen Tag.

Wolfgang Buchhorn

Liebe Giesela!
Ich kann mich nicht zur�ckhalten. Auch bei stehen Keenichsberjer auf der
Bestenliste. Deshalb dazu 2 Anmerkungen.
1) Die Klopse schmecken m.M. besser, wenn sie roh in der fertigen So�e gar
simmern.
2) Nach "Originalrezept" geh�ren salzige Feischreste (Sardellen) - aber
nicht zu viele - in die Teigmasse.
Gru� aus Westfalen

Liebe Gisela,
nu mu� ich doch noch meinen Kommentar zum Klopsthema ablassen:

1. Dein Rezept kenne ich. Ich hab es schon vor einiger Zeit ausprobiert und
bin zu dem Ergebnis gekommen, da� es eines der besten (wenn nicht sogar das
Beste!) ist. Wichtig ist nicht an den guten Dingen zu sparen. Ist zwar
Kalorienhaltig aber man ist es ja nicht jeden Tag.

Ich habe aber auch andere Rezepte ausprobiert.
Eine etwas einfachere Grundvariante ist statt Kalb Rind zu nehmen und die
Markknochen wegzulassen.

Ein weiterer Gedanke ist noch interessant. Ich habe mal die Geschichte von
der Frau eines Ostpreu�en geh�rt, die ihrem Mann die K�nigsberger nie wie
Zuhause machen konnte. Sie hatte alles ausprobiert (auch mit Kalb!).
Da hat die gute Frau mal nachjedacht: Bei meinem Mann zu Hause, das waren
doch keine reichen Leute. Und Kalbfleisch war doch teuer. Da hat sie das
Kalb weggelassen und nur Schwein mit viel Br�tchen genommen. Der Mann war
begeistert!

Nu, Gisela - Dein Rezept ist wirklich Spitze. Aber es ist wohl auch die
"Nobelvariante".

Zu den Sardellen: Ist letztlich Geschmacksache. Ich verzichte gerne drauf.

Statt Zitrone macht sich auch ein Weinessig gut.

GAAANZ wichtig ist mit Essig (oder Zitrone) und Zucker nicht zu sparen. Das
Ganze mu� ordentlich s��-sauer werden. Nur Mut! Hab mal geh�rt, da� in
Ostpreu�en das mancher recht extrem gehandhabt hat. Ich tus auch so.
Aber letztlich mu� jeder selbst abschmecken!
Gru�
Christian
www.Perbandt.de
www.perbandt-ostpreussen.de.