Josef Biedermann aus Ellmannsweiler

Hallo,

für unser Projekt des digitalen Gedenkbuchs im Kreis Biberach haben wir ein weiteres Opfer identifiziert: Josef Biedermann – Gräberfeld X

Nach dem Tod der Mutter im Jahr 1933 war er wohl in der Pflegeanstalt Heggbach, ist später dann in dieses Arbeitshaus in Vaihingen/Enz zwangseingewiesen worden.

Frage, hat jemand das Buch “Laupertshausen mit Teilorten Ellmannsweiler und Schnaitbach” und könnte nachschauen, ob es da einen Eintrag zu ihm gibt (und anderen NS-Opfern)?

Der Wohnort war Haus Nr. 25 (1930), evtl. gibt es ja ein altes Bild von dem Haus. Die Familie hat nach 1899 dort gelebt. 1925 und 1933 sind die Eltern verstorben. Hier ist er bei FS: FamilySearch.org

VG

Steffi

Liebe Steffi,

anbei. Eine Abbildung von Häusern betr. Haus Nr. 25 ist in diesem Buch nicht zu finden.

Möchtest Du Dich evtl. an Bernhard Katein wenden?

Beste Grüße

Wolfgang Merk

(Anhänge)

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Hallo Steffi,

Im Laupertshauser Buch von Bernhard Katein auf Seite 131 ist ein kurzer Absatz zur Euthanasie. Nach allgemeinen Worten steht im letzten Satz: “Im Jahre 1940 starben der 43-jährig, geistig-behinderte Friedrich Bitterwolf, der 37-jährige Felizitas Bidermann von Ellmannsweiler sowie der 52-jährige Robert Härle, ebenfalls geistig Behinderte und damals Bewohner von Heggbach”

Felizitas mit männlichem Personalpronomen, das ist kein Schreibfehler meinerseits.

VG

Walter

… könnte evtl. als Felix zu deuten sein?

Beste Grüße

Wolfgang Merk

Hallo Steffi, Hallo Wolfgang,

Habe mir auf FS die Familie Biedermann/Moll angesehen. Sehr wahrscheinlich wurde im Buch irrtümlicherweise der Vorname der Mutter Felicitas Moll anstatt ihres Sohnes Joseph verwendet.

Im Buch von Bernhard Katein wird auf Seite 167 ein Johann Georg Biedermann, Taglöhner von Oggelshausen erwähnt. Er erhielt 1904 das Bürgerrecht in Ellmannsweiler.

Viele Grüße,

Walter

Hallo Wolfgang, hallo Walter,

nochmals danke fürs nachsehen.

Die Mutter von Josef Biedermann war eine Felizitas, da ist vermutlich was durcheinander geraten.

Mein Status zu den 3 Nennungen ist der:

- Friedrich Bitterwolf, noch ohne vollständige Biografie, +Grafeneck: https://www.gfh-biberach.de/digitales-gedenkbuch-der-ns-euthanasie-opfer-opferliste/#Bitterwolf-Friedrich-Laupertshausen

- der 37-jährige Felizitas Biedermann → das muss ein Fehler sein, die Mutter von Josef Biedermann war eine Felizitas
→ in Grafeneck gibt es kein solches Opfer. Auch nicht im Heggbacher Gedenkbuch. Damit ist vermutlich der Josef Biedermann aus Ellmannsweiler gemeint.
Wegen Josef Biedermann hatte ich ja nachgefragt. Er war nach dem Tod der Mutter in Heggbach (Schreiben der Ortsfürsorgebehörde), das Elternhaus wurder verkauft. Es gab keine Geschwister, vermutlich hatte er niemanden mehr der sich kümmerte?

Er war dann in Vaihingen Enz in einem Arbeitslager und sein Leichnam kam nach Tübingen in die Pathologie. Er ist ausgerissen und in der Enz ertrunken. Für mich auch ein klares NS-Opfer

- Robert Härle geb. 22.01.1894 in Laupertshausen ist laut Taufregister 1937 verstorben, ohne Ortsangabe. Auf dem Geburtsregister gibt es keinen Nachtrag. Wie er in die Liste kam ist mir nicht klar.

Ich werde dann evtl. doch noch den Autor des Buches anschreiben. Für die letzten 2 Nennungen wären evtl. auch Unterlagen der Ortsfürsorgebehörde interessant, falls da noch was vorhanden ist auf der Gemeinde.

Viele Grüße und Danke

Steffi