Beste Listenteilnehmer,
Ich beziehe mich auf meine e-mail vom 17 September worin ich den Begrabungseintrag des Johannn Adam Senner (oder Zenner) kopiert habe.
Da die Aufnahme, hergestellt vom flämischen Verein für Ahenenforschung und Wappenkunde nicht ganz scharf genommen war, habe ich denselben Begrabungseintrag kontrolliert auf die Filmrolle der Mormonenkirche, die in den belgischen Staatsarchivdiensten zur Verfügung liegen.
Hier war das Bild ganz haarscharf genommen. ich habe auf dieses festgestellt dass ich ein wichtiger Lesefehler gemacht habe, den ich dringlich korrigieren sollte:
Es liest sich die Begrabungsanzeige des Johan Adam Senner (oder Zenner) so:
anno millesimo septigentisimo octogesimo
die vigesima prima mensis januarii hora
vesperi octava obiit Joannes Adam Zenner
ex Winderds in comitatu de Falkenstein –
maritus Domitilla Heinglé aetatis 52 ann.
Sepultus officio semid~ garde suae Majtis
J.B. De Smet pastor in Ertvelde
Er war also nicht 32 sondern 52 Jahrealt wen er starb und war deswegen herum 1727 (und nicht zwanzig jahre später!) irgendwo in der Grafschaft Falkenstein geboren.
Das Ort seiner Herkunft (kann ja auch sein Gebortsort sein, aber das is es nicht notwendig!) schreibt sich nicht “Winderdh” aber stattdessen “Winderds”
Ich denke aber dass der Ortsname “Winderds”, wie er im Taufeintrag steht, eine fonetische Interpretierung bedürft:
Auch in Flandern, wo ich wohne, kommt es manchmal vor dass in der Umgangssprache nur das Genitivteil der zusammengesetzten Ortsnamen benutzt wird.
Könnte es vielleicht so sein dass mit “Winderds” vollständig “Winderdsweiler” bedeutet wird?
Jetzt weiss ich nicht ob dieser Name im 18. Jahrhundert üblig war. Jederfalls spürt man in “Winderdsweiler “(oder fonetisch das gleiche: “Windertsweiler”) eine bestimmte Annäherung zu dem ursprünglichen winnweilerer Name “Winidowilari”.
Auf der website der Gemeinde Winnweiler bemerke ich den Name “Wingertsweiler” als einer der frühen Rodungssiedlungen der winnweilerer Urgemarkung.
Vielleicht wird mit “Winderds” statt Winnweiler selber, die Ortschaft “Wingertsweiler Hof” bedeutet, da fonetisch die Unterschied in der ersten Worthälfte nur ein Buchstabe ist.
Das Ort Wingertsweiler kann ich aber nicht lokalisieren, ich weiss aber dass in Höringen ein Ortsteil “Wingertsweiler Hof” besteht, vielleicht ist dieses Ortsteil die ehemalige Rodungssiedlung Wingertsweiler ?
Ich danke den Herrn Ranker recht herzlich für seine Antwort vom 27.September worin er mich auf die Möglichkeit hinweist dass Winderdh (besser: Winderds) “Winnweiler” sein könnte. Schade aber dass der Herr Ranker auch festgestellt hat dass die Namen Senner und Zenner nicht in den katholischen Kirchenbüchern von Winnweiler vorkommen.
Aber, wie gesagt, das bedeutet keinenswegs dass da nie ein Senner gewohnt hat. Ich habe während einer Internetsuche auf die website http://www.ackerennchen.de/ahnenorschung/index.htm eine “Barbara Senne”r gefunden. Sie starb in Rüssingen (auf 24 km von Winnweiler). Ihr Sohn Jakob Ellenberger heiratete Barbara Würtz am 10. Februar 1801 in Sembach (auf nur 6,5 km von Winnweiler!). Ich denke dass damit nachgewiesen ist dass der Name in der Grafschaft Falkenstein im 18. Jahrhundert tatsächlich anwesend war.
Zurückkehrend nach meinem Ahn Johann Adam Senner ist folgende Information meiner Meinung nach wichtig:
In die Taufeinträge seiner Kinder Henricus Jacobus, vom 24.11.1775, und Petrus Franciscus, vom 16. Januar 1778 und in seinem Begrabungseintrag vom 1770, alle drei vom selben Pfarrer zu Ertvelde bei Gent geschrieben, steht dieselbe Umschreibung “Joannes Adam Zenner ex winderds in comitatu de Falkenstein”
Da seine Ehefrau aus Dadizeele bei Menen stammte habe ich versucht Ihre Heirat da zu finden aber vergebens, statt dessen habe ich die Heirat am 14.11.1787 einer minderjährige Tochter des Johann gefunden: Ludovica Francisca Zenner. Sie war also am frühsten 1762 wahrscheinlich irgendwo in der gegend von Menen geboren.
Johann Adam Senner war also auf mindenstens zwei Standorte in Flandern anwesend: Menen und Gent. Da er vom Pfarrer zu Ertvelde als “Garde Suae Majestatis” bezeichnet wird und da Soldaten der österreichischen Infanterieregmenter vom selben Pfarrer als “miles ex cohorte” angedeutet werden, ist es wahrscheinlich dass er eines Kavallerieregimentes angehörte. Ich habe also versucht herauszufinden welche Regimenter im betrachteten Zeitraum in Menen und nachher in Gent (Menen war tatsächlich eine “Barrière-Stadt” und Gent ein Garnisonstadt) Garnison gemacht haben oder sonst tätig waren. Es könnte sich meines Einsehens. nur um den 14.Dragonerregiment handeln.
In diesem Regiment wurden 1740 zwei Kompanien des aufgelösten Dragonerregiment “Württemberg inkorporiert”. 1760 (dan war Johann Adam Senner 23 Jahre alt) wird das Regiment in einem Chevaulegeres-Regiment umgewandelt aber 1765 wieder zum Dragoner Regiment rückübersetzt. Ich denke dass Johann Adam Zenner in einer Garnisonkirche sein sollte.
Sollten mir neue Auskünfte zur Verfügung kommen, dann komme ich gerne hiermit zurück..
Wenn jemand mich informieren kann über eine vormalige Kavalleristenausbildungskaserne in der Gegend der Grafschaft Falkenstein, dan wäre das für mich sehr interessant.
Auch alle Auskünfte i.B.a. das Vorkommen der Name “Senner” im betrachteten Zeitraum (erste Hälfte des 18. Jahrhunderts) in derselben Gegend interessiert mich.
Mit Dank im voraus und freundlichen Grüssen.
Dirk Steen
Tempelstraat 17
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Belgien
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