Originally published at: Im Interview: CompGen-Vorstandsmitglied Marion Weber • Verein für Computergenealogie e.V. (CompGen)
Als Beisitzerin mit dem Aufgabenbereich „Redaktion COMPUTERGENEALOGIE“ hat die Mitgliederversammlung am 18. April 2026 Marion Weber in den Vorstand des Vereins für Computergenealogie (CompGen) gewählt. In unserer Serie zur Vorstellung von neuen „Köpfen“ hat die Blog-Redaktion dem neuen Vorstandsmitglied wieder die elf Interview-Fragen gestellt, um deren Beantwortung wir in den vergangenen Jahren alle Neuen an der Vereinsspitze gebeten haben.
Infos zur Person
Marion Weber, Jahrgang 1959, stammt aus Aurich in Ostfriesland. Sie studierte Geschichte in Münster und schloss ihr Studium 1986 mit einer prosopographischen Arbeit ab, die sich mit der Forschung zu sozialen, politischen und verwandtschaftlichen Beziehungen innerhalb der frühneuzeitlichen Elite der Stadt Emden beschäftigte. Danach war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Geschichte der Medizin in Münster und befasste sich dort mit dem Themenfeld „Medizin im Nationalsozialismus“. Nach ihrem Umzug nach Stuttgart arbeitete sie bis Herbst 2025 außerhalb der Wissenschaft.
Zur Familienforschung kam sie etwa 2006, wurde 2014 Mitglied im Verein für Computergenealogie. Außerdem gehört sie der Upstalsboom-Gesellschaft in Aurich und dem Verein für Familienkunde in Baden-Württemberg (VFKBW) in Stuttgart an, in dem sie 2019 zur stellvertretenden Vorsitzenden gewählt wurde. Seit 2022 arbeitet sie in der Redaktion der COMPUTERGENEALOGIE mit und betreute zuletzt gemeinsam mit Sven Stein in Ausgabe 1/2026 das Schwerpunktthema „Spuren der Deutschamerikaner“. Marion bezeichnet sich selbst als begeisterte Anhängerin der WikiTree-Idee eines gemeinsamen, quellenbasierten Weltstammbaums. Darüber hinaus engagiert sie sich in der Stuttgarter Stolperstein-Initiative.
Elf Fragen an Marion Weber
1. Welches sind in Deiner persönlichen Biographie die drei glücklichsten Momente oder die drei bedeutendsten Ereignisse gewesen?

Sicherlich gehören die Geburten meiner beiden Söhne dazu. Und ein bedeutendes Ereignis steht unmittelbar bevor: die Verlegung von vier Stolpersteinen für eine jüdische Familie in Stuttgart in Anwesenheit von Familienangehörigen aus den USA, Abschluss und Höhepunkt einer Forschung, die mich – mit Unterbrechungen – über ein halbes Jahr beschäftigt hat – zeitweise bis in die Träume.
2. (mit Augenzwinkern:) Zu welchem Thema aus Deinem Privatleben möchtest Du nicht befragt werden?
Ich fürchte, ich verstehe die Frage nicht (ebenfalls mit Augenzwinkern).
3. Was siehst Du als Deine (größten) Stärken für Deine Aufgabe im CompGen-Vorstand?
Ich habe schon in der ersten Vorstandssitzung gemerkt, dass ich Erfahrungen aus meiner sonstigen Vereinsarbeit, aber auch aus dem beruflichen Kontext gewinnbringend einbringen kann.
4. Wie viele Stunden pro Woche verbringst Du selbst (durchschnittlich) mit eigener Familienforschung?
Die Forschung zur eigenen Familie steht momentan gar nicht im Mittelpunkt, aber fünf bis sechs Stunden pro Woche werden es schon sein.
5. Auch wenn Quantität nicht alles ist in der genealogischen Forschung, sage uns doch, wie viele Familienmitglieder bzw. Vorfahren hast Du bisher bei Deiner Familienforschung erfasst?
Knapp 7.400 Personen.
6. Was konntest Du bisher über Deine Vorfahren und deren Herkunft herausfinden?
Die Fähnchen auf meiner genealogischen Landkarte verteilen sich über ganz Deutschland. Am überraschendsten war für mich die Herkunft der väterlichen Linie aus dem Saarland. Ich hatte mich immer als rein norddeutsch angesehen.
7. Welche Person in Deiner Familie findest Du besonders beeindruckend?
Meine Ururgroßmutter ist 1927 gestorben – im Alter von über 103 Jahren! Als Ehefrau eines Landarbeiters in der ostfriesischen Marsch hatte sie sicherlich kein einfaches Leben, zudem brachte sie neun Kinder zur Welt. Was könnte sie alles erzählen … Den Zeitungsausschnitt aus dem Jahre 1926 zu ihrem 103. Geburtstag hüte ich gut.
8. Nenne bitte drei bis fünf Gründe, die Dich zur Übernahme der Position als Beisitzerin mit der Zuständigkeit für „Redaktion COMPUTERGENEALOGIE“ im Vorstand des Vereins für Computergenealogie bewogen haben.
Wie Jasmin bin auch ich gefragt worden, ob ich mir eine Mitarbeit vorstellen könne. Ein kurzer Draht zwischen der Redaktion der COMPUTERGENEALOGIE und dem Vorstand ist wichtig, deshalb habe ich zugesagt zu kandidieren.
In meiner Laufbahn als Familienforscherin habe ich schnell erkannt, dass die Recherche am Bildschirm oder im Archiv eine Sache ist, mindestens ebenso wichtig ist mir der Austausch mit anderen Forschenden. Nur gemeinsam kommen wir weiter.
Nachdem ich selbst viel von den umfangreichen CompGen-Angeboten profitiert habe, möchte ich jetzt auch etwas zurückgeben.
9. Welche wird die schwierigste und welche die schönste Aufgabe für das neue Vorstandsteam von CompGen sein?
„Wenn wir wollen, dass alles bleibt, wie es ist, dann ist nötig, dass alles sich verändert.“ Dieses Zitat des großartigen italienischen Schriftstellers Giuseppe Tomasi di Lampedusa gilt auch für CompGen. Die Weiterentwicklung von CompGen nicht nur voranzutreiben, sondern mit den Mitgliedern zusammen zu gestalten, das ist eine schwierige, aber auch schöne Aufgabe.
10. Welche drei „Missionen“ willst Du bis zum Ende dieser zweijährigen Amtszeit im CompGen-Vorstand als „erledigt“ abhaken?
Auf jeden Fall eine Neuausgabe der Zeitschrift FAMILIENFORSCHUNG, daran arbeiten wir. Im Übrigen bin ich kein Mensch, der schon zu Beginn eine Liste großer Vorhaben formuliert. Wichtig ist mir, mich konstruktiv einzubringen und gemeinsam mit dem Vorstand zu schauen, welche Aufgaben und Projekte sich entwickeln.
11. Was sollten die Vereinsmitglieder bzw. die Blog-Leserschaft noch über Dich wissen?
Auch wenn es bisher nicht so wirkt: Für mich gibt es durchaus ein Leben außerhalb der Familienforschung – mit Sport, Lesen, Fotografieren und Reisen.