Hofgänger in Mecklenburg-Streltz

Liebe Mitforscher,
mein Ur-Urgroßvater ist Richard FISCHER, Porzellanmaler aus Berlin. So steht es bei der Geburt seines unehelichen Sohnes am 15.10.1856 im Kirchenbuch Fürstensee/Altstrelitz. Ich nehme an, dass R. FISCHER ein sog. Hofgänger war. Er soll später nach Amerika ausgewandert sein. Gibt es zu den Hofgängern in dieser Zeit Unterlagen? Kann er von Mecklenburg-Strelitz aus nach Amerika ausgewandert sein oder mußte er dazu nach Berlin zurückkehren?
Ich bin für jeden Hinweis dankbar.
Herzliche Grüße
Martina (Hentschel)

Hallo Martina,

ich sehe kaum Hoffnung, da� Du Deinen FISCHER in Mecklenburg geradlinig aus
amtlichen Quellen belegen kannst. Das sgn. "Heimatrecht" wurde in
Mecklenburg gerade in dieser Zeit derart restriktiv gehandhabt, da� f�r
Richard FISCHER kaum eine Chance bestanden haben kann, Mecklenburger zu
werden. Es mag nat�rlich sein, da� er sich tempor�r hier aufhielt. Jedoch
wird das kaum belegbar sein. Gerade die Aufhebung des Zunftzwangs als Folge
des Beitritts beider meckl. Teilgro�herzogt�mer 1867 - viele Jahrzehnte
sp�ter als in Preu�en - sorgte f�r die verst�rkte Zuwanderung
unternehmungslustiger Handwerker, Kaufleute etc. etc.

Eine (legale) Auswanderung von Untertanen aus Mecklenburg-Strelitz (also
echten meckl. Staatsb�rgern) nach Amerika dokumentiert sich in Akten �ber
sgn. Auswanderungskonsense, welche in gro�er Zahl im Landeshauptarchiv
Schwerin �berliefert sind. Allerdings bleibt selbst f�r echte Landeskinder
(Untertanen) eine riesige Dunkelziffer, denn viele Mecklenburger gingen nach
�bersee, ohne das f�rmliche Genehmigungsverfahren (Entlassung aus dem
Untertanenverband; heute w�rden wir sagen: aus der Staatsb�rgerschaft) zu
durchlaufen.

Die Wahrscheinlichkeit ist sehr gro�, da� FISCHER �ber kurz oder lang ins
Brandenburg-Preu�ische zur�ckgekehrt ist und im mecklenburgischen
Grenzbereich nur einige "Andenken" hinterlassen hat. K�nte es auch sein, da�
die Kindesmutter zeitweilig in Berlin in Stellung war? Das zumindestens w�re
f�r T�chter aus dieser Gegend nicht ungew�hnlich.

MfG, Peter Starsy