Liebe Mitforscher,
wer kann mir Auskunft zur Geschichte der Konfessionen in Höxter in der ersten Hälfte des 18. Jh..
Am 20.05.1720 heiratet ein Christoph Bömelburg in St. Kilian (evangelisch) die Anna Catharina Krauß.
Am 17.06.1723 wird in St. Nikolai (katholisch) ein Kind getauft auf den Namen Johann Christoph Bömelburg. Vater ist Stoffel Bömelburg. Die Mutter wird nicht genannt.
1727 wird ebenfalls in St. Nikolai ein Heinrich Bömelburg getauft; Eltern sind Christoph Bömelburg und seine Ehefrau geborene Bewerunge.
Ist es möglich, dass Christoph zunächst eine evangelische Ehe einging, das daraus entstandene Kind aber katholisch getauft wurde? Wie "flexibel" waren die Höxteraner damals mit ihrer Konfession? Frau Bewerunge war dann wohl die zweite Gattin des Christoph.
Schon jetzt vielen Dank für Eure Hilfe.
Viele grüße aus Bielefeld
Lutz (Bachmann)
Hallo zusammen,
die Reformation unter hessischem Einfluß hielt 1533 Einzug in Höxter,
1548-1550 interim, beginnende Rekatolisierung, 1674 konfessionelle
Parität, während der hessischen Rebellion 1601-1604 vorübergehendes
Eindringen des Kalvinismus von kuhessen aus.
Evangelisch bis 1803 unter Corveyer Vikariat, bis 1807 unter
nassau-oranischem Konsistorium, bis 1813 unter kgl. westfälischem
Konsistorium in Kassel, 1818 - 1841 zur Synode Bielefeld, seirdem zur
Synode Paderborn. Patronat des Rates über ev. Pfarrkirchen bis 1855.
4 Kirchen im 18. Jhdt. :
* Kiliankirche e.v. seit 1533
* Petrikirche, ev. aber bis 1674 Chor für kath. Gottesdienst, 1810
Vereinigung der Kilian- u. Petrigemeinde
* Nikoleikirche r.k.. in der Reformation ev., 1662 rk.
* Marienkirche des Minoritenklosters
anteil der ev. an der Bevölkerung:
* 1624 - 100 Prozent
* 1684 - etwa 75 Prozent
* 1700 - 72 Prozent
um 1800 - 70 Prozent
* 1840 - 58 Prozent
* 1910 - 53 Prozent
* 1939 - 47,5 Prozent ev., 50 % rk.
* 1950 - 49 Prozent ev., 46 % rk.
Mit freundlichen Grüßen
Bodo Stratmann